Handballnews

Alle aktuellen Nachrichten aus DKB Handball-Bundesliga. News, Ergebnisse und Tabellen aus der besten Handball-Liga der Welt.
  1. Als Bob Hanning als letzter DHB-Akteur gegen 23 Uhr in der Mixed Zone erschien, war ihm nicht zum Träumen zumute.

    "Mir wurde gesagt, das ist im Promillebereich", sagte der Vizepräsident, als er nach Deutschlands bitterer 24:25-Niederlage gegen Kroatien auf die theoretisch verbleibenden Chancen auf das EM-Halbfinale angesprochen wurde: "So betrunken kann ich gar nicht sein, um das zu glauben."

    Und tatsächlich: Eine Konstellation, die neben zwei deutschen Siegen gegen Österreich und Tschechien auch zwei Pleiten von Spanien gegen Kroatien und Weißrussland voraussetzt, wobei letztere mit sieben oder acht Toren ausfallen müsste, ist nicht als (alberne) Spielerei.

    Prokop: "Eine große Leere"

    Trotz einer überragenden kämpferischen Leistung, eines großartigen Andreas Wolff und einer zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Führung hatten die deutschen Handballer das Schlüsselspiel gegen die Kroaten verloren und damit das angepeilte Halbfinale, Traum und Ziel zugleich, realistisch gesehen verpasst.

    "Das ist sehr enttäuschend. Es ist eine große Leere zu spüren" erklärte Bundestrainer Christian Prokop, dessen Mannschaft den Gegner 45 Minuten lang im Griff hatte, ehe der Faden riss.

    Beste deutsche Werfer waren Kapitän Uwe Gensheimer, Philipp Weber, Timo Kastening und der viermal vom Siebenmeterpunkt erfolgreiche Tobias Reichmann, die je vier Treffer erzielten.

    "Am Ende stehen wir mit leeren Händen da, weil wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr den Zug zum Tor hatten und im Tempospiel zu zaghaft agiert haben", kritisierte Prokop, der zudem das "fehlende Wurfglück" im linken Rückraum ansprach. "Zudem waren wir gefühlt sehr, sehr oft in Unterzahl in der zweiten Hälfte", merkte er im ZDF an.

    Gensheimer: "Nicht verdient zu verlieren"

    Uwe Gensheimer sah sich "nicht wirklich" zu einer Analyse in der Lage: "Wir haben es nicht verdient zu verlieren nach so einer Leistung. In den letzten zehn Minuten haben wir leider zu viele leichte Fehler gemacht."

    Gegen Kroatien war es von Beginn an das erwartete Spiel um jeden Ball, jeden Zentimeter, jedes Tor. Mit einer enorm aggressiven Abwehrarbeit und einem schnellen Umschalten in den Tempoangriff raubten die deutschen Spieler um den starken Weber ihrem Gegner früh den Nerv.

    "Das ist eine klasse Verteidigungsleistung und ein supergeiles Tempospiel", rief Prokop seinen Spielern bei der ersten Auszeit zu: "Es dürfen Fehler passieren, aber ich möchte, dass ihr weiter voll draufgeht, ihr macht das super."

    Wolff hält drei Siebenmeter

    Sie gingen drauf, und wie. Sechs Zeitstrafen bereits in der ersten Halbzeit zeugen von einer kompromisslosen Abwehr, die vor allem Kroatiens Stars Domagoj Duvnjak und Luka Cindric ruppig entzauberte.

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    Im Tor stand Andreas Wolff wie ein Fels. Bereits in den ersten 30 Minuten scheiterten die Kroaten gegen den grimmige Entschlossenheit ausstrahlenden Keeper (insgesamt 13 Paraden) dreimal vom Siebenmeterpunkt.

    Duvnjak verzweifelt

    Die gute Abwehr vor einem starken Torhüter ermöglichte einen optimalen Übergang ins Tempospiel, mit dem Kroatien schlicht und einfach überfordert war.

    Deutschland agierte unberechenbar, überraschend, mit vielen Variablen in den Spielzügen. Bisweilen fiel den Kroaten nichts ein, die deutschen Spieler waren immer einen Schritt schneller am Ball, Duvnjak und seine Mitstreiter wirkten behäbig und völlkommen konsterniert.

    "Deutschland war überragend, Andi Wolff war überragend. Wir haben keine Chance gehabt", sagte Duvnjak nach dem Spiel.

    Nach der Pause schlichen sich dann wieder kleine Unkonzentriertheiten ins deutsche Spiel ein.

    Selbst Kroaten rätseln über Sieg

    Leichte Ballverluste, unter anderem ein "scheiß Abspielfehler" (Kai Häfner), unglückliche Aktionen von Julius Kühn und eine Fahrkarte des freistehenden Kohlbacher ließen die Kroaten rankommen und schließlich, zum erst dritten Mal im Spiel, in Führung gehen.

    "Wir waren nicht mehr so clever und abgezockt", monierte Gensheimer, Kroatiens Aufholjagd habe "den mentalen Druck erhöht".

    Igor Karacics siebter Treffer eineinhalb Minuten vor dem Ende reichte zum Sieg. "Keine Ahnung, wie wir das Spiel gewonnen haben", rätselte Duvnjak: "Es ist Wahnsinn."

    Prokop will fünften Platz

    Und trotz der Niederlage und des bevorstehenden Verpassens des Halbfinals bleibt Stockholm das Ziel. Zumindest versuchten Hanning und Prokop, die Spieler darauf einzuschwören.

    "Das Turnier ist noch nicht vorbei. Wir haben jetzt mindestens noch zwei Spiele, die möchten wir auch nutzen", erklärte Prokop, der das Spiel um Platz fünf in der schwedischen Hauptstadt ins Visier nahm (Handball-EM: Österreich - Deutschland ab 20.30 Uhr im LIVETICKER).

    Hanning forderte, dass Trainer und Mannschaft das "als gemeinsames großes Ziel lösen" müssen.

    Prokop sah einen weiteren Ansporn: "Wir spielen in zwei Tagen gegen den EM-Gastgeber. Sie können sich vorstellen, dass das für Österreich das Spiel des Jahres ist. Die werden alles daran setzen, die Deutschen zu schlagen. Da bin ich mal gespannt, ob wir uns das gefallen lassen."

  2. Die Einzelkritik zur Partie Kroatien vs. Deutschland zum Durchklicken:

    Die deutschen Handballer verlieren im Kracherduell gegen Kroatien und haben somit nur noch eine theoretische Chance auf das Erreichen des Halbfinales.

    Nach dem Spiel waren die Gesichter der Spieler versteinert, auf der Platte haben die DHB-Cracks alles reingeworfen - ein Rückraumspieler wird aber zum Pechvogel.

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    SPORT1 nimmt die deutschen Spieler in der Einzelkritik unter die Lupe

  3. Die EHF-Handball-Europameisterschaft der Männer 2020 ist die 14. Auflage des Turniers und wird vom 9. bis 26. Januar 2020 in den drei Ländern Österreich, Norwegen und Schweden ausgetragen.

    Nicht nur die Anzahl der Gastgeber-Länder steigt: Auch die Anzahl der teilnehmenden Teams hat sich von 16 auf 24 Teams erhöht. (Alle Spiele der Handball-EM ab 9. Januar im LIVETICKER bei SPORT1)

    Deutschland verpasste WM-Titel 2019 im eigenen Land

    Bei der Handball-WM 2019 im eigenen Land verpasste die deutsche Nationalmannschaft knapp eine Medaille und scheiterte im Halbfinale. Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop möchte sich nun erneut an die Weltspitze heranspielen.

    Durch die Verletzungen etlicher Stammkräfte im Rückraum gehen die Deutschen allerdings mit einem Handicap an den Start. Jedoch hatten sie auch vor der EM 2016 mit zahlreichen verletzungsbedingten Absagen zu kämpfen - das Ende ist bekannt.

    In diesem Jahr mühte sich die deutsche Mannschaft mit zwei Siegen gegen die Niederlande und Lettland und einer Niederlage gegen Spanien in die Hauptrunde. Dort geht es nun gegen Weißrussland, Kroatien, Tschechien und Österreich um den Einzug ins Halbfinale.

    SPORT1 gibt einen Überblick über den Spielplan, Termine, Gruppen, Mannschaften, Modus und Infos zur Übertragung live im TV und Stream

    Der Modus der Handball-EM 2020

    Die 24 teilnehmenden Mannschaften spielen bei der EM in Norwegen, Österreich und Schweden (9. bis 26. Januar) in sechs Vorrundengruppen.

    Die ersten beiden Teams jeder Gruppe ziehen in die Hauptrunde ein. Die Punkte werden dabei mitgenommen. 

    In der Hauptrunde gibt es dann zwei Sechsergruppen, die in Wien und Malmö ausgespielt werden. Die beiden bestplatzierten Mannschaften der beiden Gruppen erreichen das Halbfinale.

    Das EM-Finale findet am 26. Januar statt. 

    Die Neuheiten der Handball-EM 2020

    Die erste paneuropäische EM ist in vielerlei Hinsicht ein absolutes Novum. Erstmals richten drei Verbände das Turnier aus.

    Zudem wurde das Teilnehmerfeld von 16 auf 24 Mannschaften aufgestockt, was zur Folge hat, dass in den zweieinhalb Turnierwochen insgesamt 65 statt bisher 47 Spiele ausgetragen werden.

    Wenn es am Schlusstag um die Medaillen geht, haben die Teams bereits acht Spiele in den Knochen.

    Die Gruppen der Handball-EM 2020

    Gruppe A in Graz: Kroatien, Weißrussland, Montenegro, Serbien
    Gruppe B in Wien: Österreich, Tschechien, Nordmazedonien, Ukraine
    Gruppe C in Trondheim: Spanien, Deutschland, Lettland, Mazedonien
    Gruppe D in Trondheim: Frankreich, Norwegen, Portugal, Bosnien und Herzegowina
    Gruppe E in Malmö: Dänemark, Ungarn, Island, Russland
    Gruppe F in Göteborg: Schweden, Slowenien, Schweiz, Polen

    Hauptrunde:

    Gruppe I in Wien: Kroatien, Spanien, Österreich, Tschechien, Deutschland, Weißrussland
    Gruppe II in Malmö: Norwegen, Ungarn, Slowenien, Schweden, Portugal, Island

    Der deutsche Kader

    Tor: Andreas Wolff (KS Vive Kielce/POL), Johannes Bitter (TVB Stuttgart)
    Rückraum Mitte: Paul Drux (Füchse Berlin), Marian Michalczik (TSV GWD Minden)
    Rückraum rechts: David Schmidt (TVB Stuttgart), Kai Häfner (MT Melsungen)
    Rückraum links: Fabian Böhm (TSV Hannover-Burgdorf), Philipp Weber (SC DHfK Leipzig), Julius Kühn (MT Melsungen)
    Rechtsaußen: Tobias Reichmann (MT Melsungen), Timo Kastening (TSV Hannover-Burgdorf)
    Linksaußen: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), Patrick Zieker (TVB Stuttgart)
    Kreis: Hendrik Pekeler (THW Kiel), Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen), Patrick Wiencek (THW Kiel), Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt)

    Die Favoriten der Handball-EM 2020

    Mit Dänemark als aktuellem Olympiasieger und Weltmeister und Frankreich haben sich bereits zwei der Top-Favoriten in der Vorrunde überraschend verabschiedet. 

    Damit scheinen die Karten nun komplett neu  gemischt zu sein. So darf sich besonders Vize-Weltmeister Norwegen große Chancen auf den ersten EM-Titel der Geschichte machen, dahinter tummeln sich die üblichen Verdächtigen: Spanien, Schweden, Kroatien und Deutschland. 

    Aufgrund der Leistungsdichte dürfte am Ende die Tagesform eine große Rolle spielen.

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    Der Spielplan der Handball-EM 2020

    1. Spieltag

    9. Januar
    Gruppe A: Weißrussland - Serbien 35:30, Kroatien - Montenegro 27:21
    Gruppe C: Deutschland - Niederlande 34:23, Spanien - Lettland 33:22

    10. Januar
    Gruppe B: Tschechien - Österreich 29:32, Nordmazedonien - Ukraine 26:25
    Gruppe D: Frankreich - Portugal 25:28, Norwegen - Bosnien und Herzegowina 32:26
    Gruppe F: Slowenien - Polen 26:23, Schweden - Schweiz 34:21
       
    11. Januar
    Gruppe E: Ungarn - Russland 26:25, Dänemark - Island 30:31
       
    2. Spieltag

    11. Januar
    Gruppe A: Kroatien - Weißrussland 31:23, Montenegro - Serbien 22:21
    Gruppe C: Lettland - Niederlande 24:32, Spanien - Deutschland 33:26
       
    12. Januar
    Gruppe B: Tschechien - Nordmazedonien 27:25, Österreich - Ukraine 34:30
    Gruppe D: Portugal - Bosnien und Herzegowina 27:24, Frankreich - Norwegen 26:28
    Gruppe F: Schweiz - Polen 31:24, Schweden - Slowenien 19:21

    13. Januar
    Gruppe E: Island - Russland 34:23, Dänemark - Ungarn 24:24
       
    3. Spieltag

    13. Januar
    Gruppe A: Montenegro - Weißrussland 27:36, Serbien - Kroatien 21:24
    Gruppe C: Lettland - Deutschland 27:28, Niederlande - Spanien 25:36
       
    14. Januar
    Gruppe B: Österreich - Nordmazedonien 32:28, Ukraine - Tschechien 19:23
    Gruppe D: Bosnien und Herzegowina - Frankreich 23:31, Portugal - Norwegen 28:34
    Gruppe F: Schweiz - Slowenien 25:29, Polen - Schweden 26:28
       
    15. Januar
    Gruppe E: Island - Ungarn 18:24, Russland - Dänemark 28:31
       
    HAUPTRUNDE
    Gruppe I in Wien
       
    16. Januar
    Spanien - Tschechien 31:25
    Kroatien - Österreich 27:23
    Weißrussland - Deutschland 23:31

    18. Januar
    Weißrussland - Tschechien 28:25
    Spanien - Österreich 30:26
    Kroatien - Deutschland 25:24

    20. Januar
    Kroatien - Tschechien (16 Uhr)
    Weißrussland - Spanien (18.15 Uhr)
    Österreich - Deutschland (20.30 Uhr)
       
    22. Januar
    Kroatien - Spanien (16 Uhr)
    Weißrussland - Österreich (18.15 Uhr)
    Tschechien- Deutschland (20.30 Uhr)

    Gruppe II in Malmö
       
    17. Januar
    Slowenien - Island 30:27
    Norwegen - Ungarn 36:29
    Portugal - Schweden 35:25
       
    19. Januar
    Portugal - Island (14 Uhr)
    Slowenien - Ungarn (16.15 Uhr)
    Norwegen - Schweden (18.30 Uhr)
       
    21. Januar
    Portugal - Slowenien (16 Uhr)
    Norwegen - Island (18.15 Uhr)
    Ungarn - Schweden (20.30 Uhr)
       
    22. Januar
    Portugal - Ungarn (16 Uhr)
    Norwegen - Slowenien (18.15 Uhr)
    Island - Schweden (20.30 Uhr)
       
    SPIEL UM PLATZ 5 in Stockholm, 25. Januar
    3. Hauptrundengruppe I - 3. Hauptrundengruppe II (16 Uhr)
       
    HALBFINALE in Stockholm, 24. Januar
    1. Hauptrundengruppe I - 2. Hauptrundengruppe II (18 Uhr)
    2. Hauptrundengruppe I - 1- Hauptrundengruppe II (20.30 Uhr)
       
    SPIEL UM PLATZ 3 in Stockholm, 25. Januar
    Verlierer Halbfinale I - Verlierer Halbfinale II (18.30 Uhr)
       
    FINALE in Stockholm, 26. Januar
    Sieger Halbfinale I - Sieger Halbfinale II (16.30 Uhr)

    Die Handball-Europameister der vergangenen Jahre 

    • 2018: Spanien
    • 2016: Deutschland
    • 2014: Frankreich
    • 2012: Dänemark
    • 2010: Frankreich
    • 2008: Dänemark
    • 2006: Frankreich
    • 2004: Deutschland

    So können Sie die Handball-EM 2020 LIVE verfolgen: 

    TV:ARD, ZDF, (alle Partien mit deutscher Beteiligung), Eurosport (18 Partien ohne deutsche Beteiligung)
    Stream:ARD, ZDF, Handball-Deutschland.TV (alle Partien ohne deutsche Beteiligung)
    Ticker:SPORT1

  4. Titelverteidiger Spanien kann bei der Handball-EM mit den Planungen für das Halbfinale beginnen. Die Iberer setzten sich im zweiten Hauptrundenspiel gegen Gastgeber Österreich in Wien mit 30:26 (17:16) durch und führen die Tabelle der Gruppe 1 mit sechs Punkten an. Einschließlich der EM 2018 in Kroatien hat Spanien turnierübergreifend die letzten acht Spiele bei einer Europameisterschaft gewonnen.

    Gegen Österreich, am Montag (20.30 Uhr) Gegner der deutschen Mannschaft, sah der Favorit allerdings in der ersten Halbzeit ganz und gar nicht wie der sichere Sieger aus. Unterstützt von den begeisterten Zuschauern in der Wiener Stadthalle boten die Gastgeber erfolgreich Paroli und gingen mit nur einem Treffer Rückstand in die Pause. 

    In der zweiten Halbzeit bauten die Spanier ihren Vorsprung zwischenzeitlich auf fünf Tore aus, doch Österreich mit den beiden Bundesligaspielern Nikola Bilyk (THW Kiel) im Rückraum und Robert Weber (HSG Nordhorn-Lingen) auf Rechtsaußen steckte nie auf. Am Ende entschied die größere Routine und Cleverness zugunsten des amtierenden Europameisters, der in dem bulligen Linkshänder Jorge Maqueda (6 Tore) seinen besten Werfer hatte. Fünfmal traf Janko Bozovic aus dem halbrechten Rückraum für Österreich.

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    Weißrussland wahrt Halbfinalchance

    Zwei Tage nach der Niederlage gegen Deutschland hatte zuvor Weißrussland seinen ersten Sieg in der Hauptrunde gefeiert und damit seine geringe Halbfinalchance gewahrt. In der Gruppe 1 gewann das Team von Star-Trainer Juri Schewzow gegen Tschechien mit 28:25 (13:11). Tschechien, am Mittwoch (20.30 Uhr) Deutschlands letzter Hauptrundengegner, hat mit null Punkten keine Chance mehr auf einen Platz in der Finalrunde.

    Rechtsaußen Mikita Vailupau war mit sechs Treffern erfolgreichster Werfer der Weißrussen. Für Tschechien erzielte Regisseur Ondrej Zdrahala sieben Tore. Der 36-Jährige wurde anschließend als "Man of the Match", als bester Spieler der Partie, ausgezeichnet. 

  5. Schlechte Nachrichten vor dem Schlüsselspiel:  

    Ohne Kreisläufer Johannes Golla treten die deutschen Handballer zum zweiten EM-Hauptrundenspiel gegen Kroatien an. (Handball-EM: Kroatien - Deutschland, ab 20.30 Uhr im LIVETICKER

    Der 22-Jährige vom deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt habe bei der Anfahrt zur Halle über Übelkeit geklagt und zudem kraftlos gewirkt, heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Handballbundes (DHB). 

    Man habe sich deshalb entschieden, Golla "umgehend wieder ins Hotel zu bringen, um eine möglichst schnelle Genesung zu ermöglichen".

    Golla war vor dem ersten Hauptrundenspiel am Donnerstag gegen Weißrussland (31:23) für den Leipziger Mittelmann Marian Michalczik in den Kader gerückt. Er erzielte zwei Tore und überzeugte außerdem als Aktivposten in der Abwehr.

    Schlüsselspiel gegen Kroatien

    Doch nach der ersten genommenen Hüde auf dem Weg ins Halbfinale gilt es für die deutscher Handballer auch ohne Golla nachzulegen.

    Nach dem souveränen 31:23-Sieg zum Auftakt der Hauptrunde gegen Weißrussland wird die Aufgabe diesmal aber keineswegs leichter, wartet mit Kroatien doch nun ein echtes Schwergewicht auf die Mannschaft von Christian Prokop.

    Alle fünf Spiele konnte der Weltmeister von 2003 bislang für sich entscheiden und steht mit 4:0 Punkten aktuell auf dem zweiten Platz der Hauptrundengruppe I, der zur Teilnahme am Halbfinale berechtigen würde. (Tabelle der Handball-EM)

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    Mehr noch: Weil Spanien (6 Punkte) am Samstagabend auch gegen Österreich (ebenfalls 2 Punkte wie das DFB-Team) mit 30:26 gewann, hätte sich bei einer deutschen Pleite gegen den noch verlustpunktfreien Mitfavoriten Kroatien der Traum vom Gewinn einer Medaille höchstwahrscheinlich erledigt.

    Denn Weißrussland hat dank eines 28:25 gegen das bereits abgeschlagene Tschechien (0) nun ebenfalls 2 Zähler auf dem Konto.   

    Kroatien mit Respekt vor Deutschland 

    So oder so: Prokop erwartet ohnehin ein deutlich schwereres Spiel als gegen die Weißrussen: "Kroatien wird eine ganz andere Nummer. Sie sind auf dem Niveau wie Spanien. Der Plan war, heute den ersten Schritt zu machen, jetzt bereiten wir uns gut vor. Wir wissen um die Schwere."

    Doch auch die Kroaten gehen trotz der besseren Ausgangslage mit großem Respekt in die Partie, wie Domagoj Duvnjak betont. "Deutschland wird ein sehr schweres Spiel für uns. Sie haben eine überragende Mannschaft - eine Weltklassemannschaft. Es kann alles passieren", sagt der Star des THW Kiel.

    Kastening und Statistik machen Mut

    Hoffnungen machte zuletzt auch die Leistung von Timo Kastening. Der EM-Debütant vom TSV Hannover-Burgdorf erzielte gegen Weißrussland sechs Tore und wurde völlig verdient zum "Man of the Match gewählt". (Spielplan der Handball-EM)

    Dennoch zeigte sich der Rechtsaußen in der Analyse des letzten Spiels sowohl im Bezug auf die Leistung der Mannschaft als auch seiner eigenen noch kritisch: "Ich glaube, wir müssen in allen Bereichen noch eine Schippe drauflegen. Wir müssen noch weiter die Fehler minimieren und in der Abwehr noch aggressiver werden."

    Mut macht ein Blick auf die Statistik. Erst im Oktober gewann das DHB-Team zwei Testspiele gegen Kroatien, bei den vergangenen zwei Weltmeisterschaften ging man ebenfalls als Sieger vom Feld. Auch das letzte Duell bei einer EM, gegen das damalige Jugoslawien, ging 2002 ebenfalls an Deutschland. 

    So können Sie Deutschland - Kroatien LIVE verfolgen:

    TV:ZDF
    Stream:zdfsport.de
    Liveticker: Sport1.deund SPORT1 App

  6. Vor dem richtungsweisendem Spiel der der deutschen Handball-Nationalmannschaft gegen Kroatien hat Torwartlegende Henning Fritz verraten, worauf es ankommen wird.

    "Auf die Summe der Fehler! Die Kroaten provozieren den Gegner mit einer offensiven 3-2-1 Abwehr und wollen ihn zu Fehlern zwingen", sagte Fritz im Deutschen Haus in Wien im Gespräch mit SPORT1.

    Die Herausforderung sei, sich darauf gut vorzubereiten, so Fritz weiter: "Ich sehe die Möglichkeit, aus einer guten Abwehr mit guten Torhütern leichte Tore zu machen, um nicht jeden Angriff in diesem Positionsangriff Tore erzielen zu müssen. Das kann ein gutes Mittel sein, um gegen die Kroaten zu gewinnen."

    Fritz: "Brauchen Leistungssteigerung"

    Fritz ist sich sicher, dass selbst die verbesserte Leistung gegen Weißrussland nicht ausreicht: "Wir brauchen eine deutliche Leistungssteigerung, um diese guten Kroaten zu schlagen. Aber die Fans sind optimistisch und ich bin es auch."

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    Entsprechend fällt auch sein Tipp aus: "Ich tippe auf Sieg. Aber ein knapper Sieg - 27:26."

  7. Die spanische Handball-Nationalmannschaft marschiert weiter unaufhaltsam in Richtung EM-Halbfinale.

    Nach drei Siegen in der Vorrunde feierten die Iberer zum Auftakt der Hauptrunde auch gegen Tschechien einen souveränen Sieg.

    Mit einem weiteren Erfolg gegen Gastgeber Österreich (Handball-EM: Spanien - Österreich, ab 18.15 Uhr im LIVETICKER) wäre der Einzug in die Runde der letzten Vier bereits zum Greifen nahe - und Deutschland bei einer Niederlage gegen Kroatien ausgeschieden.

    Doch auch die Gastgeber dürfen sich noch berechtigte Hoffnungen auf das Weiterkommen machen. Allerdings gab es nach drei Siegen in der Vorrunde zuletzt bei der Niederlage gegen Kroatien den ersten Dämpfer. (Tabelle der Handball-EM)

    Österreich setzt Hoffnungen in Bilyk

    "Wir haben zu viel Respekt gehabt. Und dann zu viele Topchancen vergeben. Das wird gegen eine Weltklasse-Truppe sofort bestraft", fasste Österreich-Trainer Ales Pajovic die Pleite gegen Kroatien zusammen und gab zugleich die Marschroute für das Spiel gegen Spanien vor: "Wir müssen die Partie schnell abhaken und den Fokus sofort auf Spanien richten."

    Große Hoffnungen wird der ehemalige HBL-Profi dabei wieder in Nikola Bilyk setzen. Mit 31 Toren ist der Rückraum-Shooter bislang bester Torschütze der Europameisterschaft, dazu kommt der ebenfalls aus der Bundesliga bekannt Robert Weber mit 24 Treffern auf Platz vier der Torschützenliste.

    Auf der Gegenseite steht mit Rodrigo Corrales Rodal der statistisch zweitbeste Torhüter auf dem Feld. Starke 40 Prozent aller Schüsse auf sein Tor konnte der 28-Jährige bislang abwehren.

    Letzte Chance für Weißrussland und Tschechien

    Zuvor kommt es in der Hauptrundengruppe I zum Duell zwischen Weißrussland und Tschechien (Handball-EM: Weißrussland - Tschechien, ab 16 Uhr im LIVETICKER).

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    Beide Mannschaften liegen mit noch null Zählern am Ende der Tabelle und haben nur noch theoretische Chancen auf den Einzug ins Halbfinale, der Verlierer der Partie würde sich hingegen bereits sicher aus dem Turnier verabschieden. (Spielplan der Handball-EM)

    Die Weißrussen verloren zum Auftakt der Hauptrunde mit 23:31 gegen Deutschland, Tschechien unterlag Spanien mit sechs Toren.

    So können Sie die Handball-EM LIVE verfolgen:

    TV:ARD, ZDF, (alle Partien mit deutscher Beteiligung), Eurosport (18 Partien ohne deutsche Beteiligung)
    Stream:ARD, ZDF, Handball-Deutschland.TV (alle Partien ohne deutsche Beteiligung)
    Liveticker: Sport1.de und SPORT1 App

  8. Das Head-to-Head zwischen Deutschland und Kroatien zum Durchklicken:

    Nach einer durchwachsenen Vorrunde sind die deutschen Handballer mit einem überzeugenden Sieg gegen Weißrussland in die Hauptrunde gestartet. Nun wartet aber der erste Härtetest in der Hauptrunde in Wien.

    Mit Kroatien bekommt es das Team von Christian Prokop mit dem souveränen Sieger der Gruppe A zu tun. (Handball-EM: Kroatien - Deutschland, ab 20.30 Uhr im SPORT1-LIVETICKER)

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    Zusammen mit Sascha Staat vom Handball-Podcast KreisAb macht SPORT1 den großen Head-to-Head-Vergleich vor dem Duell.