Handballnews

Alle aktuellen Nachrichten aus DKB Handball-Bundesliga. News, Ergebnisse und Tabellen aus der besten Handball-Liga der Welt.
Sport1 News
  1. Dem deutschen Handball-Meister THW Kiel droht zum Start der kommenden Saison der Ausfall seines Toptorschützen Niclas Ekberg. Wie die Norddeutschen mitteilten, brach sich der 31-Jährige im Training den Ringfinger der rechten Hand.

    Der Rechtsaußen wurde bereits am Freitag operiert und muss nach Vereinsangaben sechs bis acht Wochen lang pausieren.

    Für die ersten Pflichtspiele der kommenden Spielzeit droht Ekberg damit aufzufallen. Mitte September soll bereits die Königsklasse beginnen, für den 26. September ist in Düsseldorf der Supercup gegen den ewigen Rivalen SG Flensburg-Handewitt geplant. Die Bundesliga startet am 1. Oktober in die neue Saison.

  2. Trotz steigender Infektionszahlen hält die Handball-Bundesliga an ihren Plänen für einen Saisonstart mit Zuschauern fest.

    "Stand jetzt bin ich mir sehr sicher, dass wir Anfang Oktober wie geplant mit Zuschauern loslegen können", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann dem SID. Er hält Hallen-Auslastungen "von 20 bis 50 Prozent für realistisch".

    Die HBL hat zusammen mit den Basketballern und in Abstimmung mit den Bundesbehörden und dem RKI einen Leitfaden erstellt und auf dessen Basis ein Betriebs- und Hygienekonzept erarbeitet. Dies liegt den Klubs vor, vielerorts laufen inzwischen die Gespräche der Vereine mit den örtlichen Behörden.

    Die mögliche Zuschauerkapazität an den Standorten hänge von unterschiedlichen Faktoren wie den Gegebenheiten in den Hallen und den Zu- und Abwegen ab. "Auch die unterschiedlichen Lüftungssysteme in den Arenen spielen beispielsweise eine Rolle", erklärt Bohmann. Für den offiziellen Saisonauftakt, den Supercup am 26. September in Düsseldorf, plant die Liga aktuell mit 6000 Zuschauern.

    "Natürlich ist das angesichts des nicht planbaren Infektionsgeschehens noch ungewiss, aber wir wollen uns nicht vergraben", sagte Bohmann: "Mit unserem Konzept wollen wir den Rahmen für einen verantwortungsvollen Einstieg klar abstecken. Eine Freigabe von Stehplätzen halte ich analog zu den Fußballern in der momentanen Situation aber für nicht machbar."

    Bohmann: "Lage ist angespannt"

    Geisterspiele wie im Fußball und im Sommer auch im Basketball hält der Ligachef für nicht zielführend. Zwar sei ein Start ohne Zuschauer grundsätzlich möglich, doch "das würden wir nicht allzu lange durchhalten können", sagte Bohmann: "Zwei bis drei Spiele lassen sich sicherlich überbrücken, dann kommen wir in Bereiche, die wirtschaftlich nicht haltbar sind."

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    Noch seien alle Klubs trotz der inzwischen fünf Monate ohne Handballspiel "an Bord. Die Lage ist aber angespannt, da etablierte Geschäftsmodelle mit Zuschauergeldern und Sponsoring zurzeit nur eingeschränkt funktionieren", sagte Bohmann: "Wir müssen zurück ins Geschäft, sonst wird es unseren Sport in dieser Form bald nicht mehr geben."

  3. Die Uhr tickt für die DDR, vier Sekunden sind es noch im olympischen Handball-Finale an diesem 30. Juli 1980.

    Wieland Schmidt steht im Sokolniki-Palast von Moskau in seinem knallgelben Torwart-Sweater zwischen den Pfosten, als aus dem Nichts plötzlich Alexander Karsakjewitsch vor ihm auftaucht. Die Menge kreischt, Karsakjewitsch wirft – doch irgendwie lenkt der Keeper den Ball mit seinem linken Unterarm noch an die Latte. Kein Tor also. Abpfiff, Schluss, Aus,vorbei - und die DDR ist tatsächlich Olympiasieger.

    "Das hat sich keiner erträumt, da kriege ich immer noch Gänsehaut", sagt Schmidt in einem von vielen Rückblicken auf dieses denkwürdige Endspiel gegen die "unbändige Truppe" der UdSSR.

    Das 23:22 (20:20, 10:10) gegen den großen Gold-Favoriten und Gastgeber hätte niemand für möglich gehalten.

    Finale gegen die UdSSR für die Geschichtsbücher

    Während die deutschen Weltmeister aus dem Westen dem Olympia-Boykott zum Opfer gefallen waren, spielte das DDR-Team unter der klugen Regie ihres Trainers Paul Tiedemann das Turnier seines Lebens. Für das Finale hatte sich die DDR erst durch ein knappes 22:21 im entscheidenden Gruppenspiel gegen Polen qualifiziert.

    Und auch das Endspiel, eines der besten und spannendsten Handballspiele überhaupt, verlief denkbar eng. Die DDR hatte die Sowjets beim Stand von 20:20 zunächst in die Verlängerung gezwungen, in der Hans-Georg Beyer den letzten der drei DDR-Treffer zum 23:21 erzielte.

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    Was dann kam, war Nerven-Thrill pur: Der russische Favorit benötigte zwei schnelle Tore. Das erste fiel recht einfach, ehe sich Karsakjewitsch gegen Schmidt die Riesenchance zum Ausgleich bot – der Rest ist bekannt.

    Bis heute hat sich die Szene kurz vor Schluss ins deutsche Handball-Gedächtnis eingebrannt. "Darauf werde ich immer wieder angesprochen", sagt Schmidt.

    Torhüter Schmidt, das "Phantom"

    Der damals 26-Jährige, von gegnerischen Torjägern wegen seiner Reflexe nur das "Phantom" genannt, erinnert sich haargenau – auch an seine Reaktion unmittelbar im Anschluss, als er den Ball nach Spielende sichtbar wütend mit voller Wucht abfeuerte.

    "Ich wollte eigentlich diesen russischen Kameramann treffen, der mich nach jedem Tor der Sowjets so unverschämt angegrinst hat", erzählt "Willi".

    Schließlich hatte es sich der frühere Weltklasse-Keeper dann aber doch anders überlegt - der Ball zischte wenige Millimeter am "Ziel" vorbei.

    Der Triumph gegen die UdSSR, laut Rückraumspieler Lothar Doering "eine Mannschaft wie von einem anderen Stern", steht für die DDR-Handballer wohl bis ans Ende ihrer Tage über allem. "Wir haben das Unmögliche möglich gemacht", sagt Schmidt.

    Einziger Olympiasieg einer deutschen Mannschaft

    Auch für Rekordnationalspieler Frank-Michael Wahl ist der "Triumph in der Höhle des Löwen" immer noch der schönste seiner Karriere. Trainer Tiedemann sprach vor seinem Tod ebenso von seiner "schönsten Erinnerung, für mich das größte Spiel aller Zeiten".

    Trotz der vollmundigen Ankündigungen der Neuzeit bleibt es bis heute der einzige Olympiasieg einer deutschen Nationalmannschaft.

    Bei der WM 1982 landete die DDR vor Gastgeber BRD und gewann das direkte Duell in der Hauptrunde mit 19:16. Während die DDR 1986 sogar WM-Dritter wurde, stürzte die BRD in eine schwere Krise, stieg sogar in die B-Gruppe ab, nur die Wiedervereinigung rettete den deutschen Handball vor der Zweitklassigkeit.

    Kein Olympiasieger in der Hall of Fame

    Dass trotzdem keiner der DDR-Stars von 1980 in die Hall of Fame des deutschen Sports - im Gegensatz zu BRD-Weltmeistern von 1978 - aufgenommen wurde, ist kein Ruhmesblatt für die Verantwortlichen.

    Immerhin ist Wahl nach wie vor Rekordnationalspieler (302 von 344 für die DDR) und Torschütze (1338 von 1412). Er und Schmidt spielten nach 1989 auch noch sehr erfolgreich in der Bundesliga.

    Auch bei der Heim-WM 2007 waren nur die Weltmeister von 1978 eingeladen - nicht die Olympiasieger. Zumindest findet nach 30 Jahren beim DHB ein Umdenken statt. Bei der Olympia-Quali für 2021 sollen sie nun dabei sein.

    "Die ostdeutschen Olympiasieger von 1980 zählen ebenso wie die westdeutschen Weltmeister von 1978 zur DNA der deutschen Sport- und Handballgeschichte", sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann

    Das Endspiel im Sokolniki-Palast von Moskau bleibt so oder so unvergessen - und Wieland Schmidts Reflex für die Ewigkeit.  

  4. Handball-Bundesligist Rhein-Neckar Löwen geht mit Uwe Gensheimer als Kapitän in die neue Saison.

    Der 33 Jahre alte Linksaußen, der auch Kapitän der Nationalmannschaft ist, wurde vom neuen Trainer Martin Schwalb zum Spielführer ernannt. Gensheimers Stellvertreter wird Andy Schmid.

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    Torhüter Mikael Appelgren, der die Mannschaft in der vergangenen Saison aufs Feld geführt hatte, gehört gemeinsam mit Gensheimer, Schmid, Andreas Palicka, Patrick Groetzki und Alexander Petersson zum Mannschaftsrat.

    Für Gensheimer ist es die zweite Amtszeit als Löwen-Kapitän. Bereits von 2011 bis 2016 war er Spielführer, ehe er zu Paris St. Germain wechselte. 

    "Ich habe mich bewusst für einen Feldspieler entschieden, da besonders während der Spiele der Wirkungskreis eines Torhüters doch enorm eingeschränkt ist", begründete Schwalb die Entscheidung.

    Und fügte an: "Uwe ist eine der größten Persönlichkeiten im deutschen Handball, dazu ein Sohn der Rhein-Neckar Löwen, niemand kennt diesen Klub besser als er. Er war meine Wunschbesetzung für diese Position", 

  5. Die Saisoneröffnung der Handball Bundesliga (HBL) mit dem Super Cup soll am 26. September vor Zuschauern stattfinden.

    Die Begegnung zwischen Meister THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt findet im ISS Dome in Düsseldorf statt und soll um 20.30 Uhr angeworfen werden. Dies teilte die HBL am Freitag mit.

    Demnach liegt das Hygiene- und Betriebskonzept für die Multifunktionsarena in Düsseldorf den zuständigen örtlichen Behörden zur Prüfung vor und beinhalte unter Berücksichtigung erforderlicher Schutzmaßnahmen eine Kapazität zwischen 2.000 und 6.000 Zuschauern. "Die Sicherheit der Besucher, Sportler und Mitarbeiter hat dabei oberste Priorität und wird durch das Hygiene- und Betriebskonzept, angepasst an den aktuellen pandemischen Level, gewährleistet sein", hieß es in der Mitteilung.

    Bereits am vergangenen Freitag hatte die Stadt Düsseldorf mitgeteilt, dass die Bundesligisten Bergischer HC und TuSEM Essen sowie der frühere Rekordmeister VfL Gummersbach im September einen Testlauf für Spiele vor Zuschauern planen. Im ISS Dome sollen am 12. September (15.00 Uhr) der Bergische HC und TuSEM Essen aufeinander treffen. In der 13.200 Zuschauer fassenden Halle sollen dann schon zwischen 2000 und 6000 Besucher zugelassen werden. Eine Woche später treffen im kleineren Castello Essen und Gummersbach aufeinander.

    Ursprünglich war der Super Cup für den 2. September geplant. Theoretisch spielt beim Super Cup der amtierende deutsche Meister gegen den Pokalsieger. Da der Pokalsieger 2020 aufgrund des coronabedingten Saisonabbruchs aber erst im nächsten Jahr ermittelt wird, treten Kiel und Flensburg-Handewitt gegeneinander an.

    Die Bundesliga startet am 1. Oktober in die neue Saison. Da es wegen des vorzeitigen Saisonabbruchs im April keine Absteiger sondern nur Aufsteiger gibt, wird die neue Spielzeit mit 20 statt wie bisher mit 18 Klubs durchgezogen.

  6. Nächster Tiefschlag für die Handballerinnen von Borussia Dortmund.

    Nachdem die Saison in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) abgebrochen worden war, entschied sich die HBF dazu, keinen Meister zu küren. Dass damit ein anderer Entschluss getroffen wurde als bei den Männern, bei denen der THW Kiel zum Champion ernannt wurde, hatte besonders beim BVB für großen Ärger gesorgt.

    Nun wurde die Borussia auch um die Chance gebracht, Pokalsieger zu werden.

    Pokal-Final4 abgesagt

    Denn die HBF sagte nun auch die Pokalendrunde in Stuttgart, das sogenannte Olymp Final4, ab. Neben Dortmund hätten die TuS Metzingen, der Thüringer HC und Frisch Auf Göppingen am 23. Und 24. Mai daran teilgenommen.

    "Die Entscheidung, unser Saison-Highlight endgültig abzusagen, fällt uns sehr schwer, denn nur zu gern hätten wir den Zuschauern und unseren Partnern ein Olymp Final4 2020 präsentiert", erklärte Christoph Wendt.

    Allerdings "lassen die derzeitigen Einschränkungen, wie auch fehlende terminliche Alternativen, dies nicht zu."

    HBF findet keinen Ausweichtermin

    Der Gesetzgeber hat für das Land Baden-Württemberg Veranstaltungen mit mehr als 500 Personen bis mindestens 31. Oktober untersagt. Davon sei auch die Porsche-Arena als Austragungsort der Pokalspiele betroffen.

    Ein anderer Termin konnte laut der Mitteilung "trotz aller Bemühungen aufgrund des engen nationalen und internationalen Spielkalenders" nicht gefunden werden.

    Die Dortmunder, die sich bereits bei der Meister-Entscheidung "vor den Kopf gestoßen" fühlten, waren erneut nicht einverstanden.

    Dortmund empört

    "Wir hatten mit der Arena in Hamm einen Austragungsort und mit Ende August auch einen optimalen Termin direkt vor Saisonbeginn angeboten. Das wurde leider ausgeschlagen", sagte der BVB-Abteilungschef Andreas Heiermann laut den RuhrNachrichten: "In unseren Augen hat die HBF eine immense Chance verpasst, den Frauen-Handball nach der langen Pause wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken."

    Auch ein Szenario mit Geisterkulisse war offenbar keine Option.

    "Wir hätten als Borussia Dortmund bei der Erstellung eines Hygienekonzepts auch von den Erfahrungen unserer Fußballer profitieren können", meinte Heiermann: "So läuft unser Bemühen um mehr Professionalität in unserem Sport ins Leere."

    Trainer André Fuhr schloss sich dem an: "Das ist das Aushängeschild der Liga, und es hätte sicher kreative Lösungen gegeben, die Durchführung zu sichern, zum Beispiel den Umzug in ein anderes Bundesland mit weniger restriktiven Vorschriften."

  7. Für Bob Hanning, den Vizepräsidenten des Deutschen Handballbundes (DHB), ist eine Absage der Weltmeisterschaft im Januar in Ägypten "keine Option. Über Dinge, die man nicht diskutieren kann, braucht man auch nicht zu diskutieren. Das ist alles populistisch. Diese WM wird stattfinden", sagte der 52-Jährige dem SID.

    Am Montag hatte Martin Schwalb, Trainer des zweimaligen deutschen Meisters Rhein-Neckar Löwen, die Austragung der WM infrage gestellt. Vor allem die Belastung für Nationalspieler sei zu hoch. "Grundsätzlich sollten alle darüber nachdenken, was momentan das Beste für den Handball ist. Deshalb muss man auch über die Austragung der WM zumindest diskutieren", sagte der 57-Jährige dem Mannheimer Morgen.

    Hanning: WM wird stattfinden

    Hanning, Geschäftsführer des Bundesligisten Füchse Berlin, sieht das völlig anders. "Wenn es zu einem zweiten Lockdown oder sowas in der Art kommt, dann wird man sicherlich nochmal darüber nachdenken", sagte er: "Aber unter den jetzt gegebenen Umständen wird die WM sicherlich stattfinden. Alle würden gut daran tun, sich mit den Dingen so zu beschäftigen, dass sie die beste Lösung für ihre Spieler rauskriegen."

    Bei den Füchsen steht in der Saison ab Oktober vor allem die Belastungssteuerung der Nationalspieler im Vordergrund. Es sei möglich, dass in gewissen Spielen gewisse Akteure nicht zum Einsatz kommen, sagte Hanning. Da müsse "jeder Verein das Risiko dementsprechend abwägen".

    Spieler wollen nicht auf Europa verzichten

    Er habe seinen Spielern auch angeboten, im kommenden Jahr nicht international spielen zu müssen: "Das hat aber keiner angenommen. Wenn man die Spieler fragen würde, ob sie einen zweiten Lockdown wollen oder mehr Spiele, dann ist die Antwort doch klar."

    Wegen der Corona-Pandemie startet die Bundesliga erst im Oktober und somit einen Monat später als geplant. Außerdem stehen wegen einer Aufstockung der Liga von 18 auf 20 Mannschaften 38 statt der sonst üblichen 34 Spieltage an.

  8. Mit 19 Teams und einem Mammutprogramm von 342 Spielen startet die zweite Handball-Bundesliga am 2. und 3. Oktober in ihre 54. Saison.

    Ebenso wie die erste Bundesliga plant auch der Unterbau mit Zuschauern in den Hallen. Um das zu ermöglichen, arbeitet die HBL derzeit an einem Hygiene- und Betriebskonzept.

    Darüber hinaus sind in Kooperation mit der Stadt Düsseldorf im September mehrere sogenannte Pilotspiele geplant. Die ungerade Anzahl der Klubs in Liga zwei hat zur Folge, dass jeweils eine Mannschaft pro Runde spielfrei ist.

    Der letzte Spieltag des Jahres 2020 findet am 29./30. Dezember statt, die Saison wird am 3. Februar 2021 im Anschluss an die Weltmeisterschaft in Ägypten fortgesetzt. Am 26. Juni beendet der 38. Spieltag die Saison 2020/21 in der zweiten Bundesliga.