Handballnews

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Sport1 News
  1. Hendrik Pekeler, Europameister von 2016, hält die anstehende Länderspielwoche im Handball in der aktuellen Ausnahmesituation für "kaum vertretbar".

    Wie der 29 Jahre alte Profi des THW Kiel den Kieler Nachrichten sagte, habe er schon ein "etwas ungutes Gefühl", dass bei den Nationalmannschaften Spieler aus unterschiedlichen Klubs aufeinandertreffen.

    Die Auswirkungen möglicher neuer Coronafälle auf die Handball-Saison bereitet ihm Sorge.

    Zuletzt hatten sich die Vereine der Bundesliga nach einer hitzigen Debatte auf eine grundsätzliche Freigabe ihrer Nationalspieler für das kommende Länderspielfenster verständigt, das EM-Qualifikationspartien der deutschen Handballer in Düsseldorf gegen Bosnien und Herzegowina (5. November) und in Estland (8. November) vorsieht.

    Dabei feiert Alfred Gislason seine Premiere als Bundestrainer.

  2. Der TVB Stuttgart bleibt in der Handball-Bundesliga (HBL) das Team der Stunde.

    Die seit nun fünf Spielen ungeschlagenen Schwaben setzten sich zum Auftakt des 6. Spieltags auch dank einer starken Leistung von Nationaltorhüter Johannes Bitter mit 30:24 (15:12) gegen DHfK Leipzig durch.

    Damit übernahmen die Stuttgarter vorerst die Tabellenspitze. 

    Bitter und Kristjansson die Matchwinner

    Der Isländer Viggo Kristjansson avancierte am Donnerstagabend mit sieben Toren zum besten Werfer des TVB, der am vergangenen Spieltag bereits den SC Magdeburg mit 30:29 geschlagen hatte.

    Bitter entschärfte bereits im ersten Abschnitt zwei Siebenmeter und strahlte eine große Sicherheit aus.

    Leipzig war ohne seinen an COVID-19 erkrankten Trainer Andre Haber in Stuttgart angetreten.

    Lemgo verspielt klare Führung

    Dagegen verpasste der TBV Lemgo Lippe trotz einer zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Führung in der zweiten Hälfte gegen Frisch Auf Göppingen seinen vierten Saisonsieg.

    Am Ende reichte es lediglich zu einem 28:28 (17:15) für Lemgo.

    Auch die TSV Hannover-Burgdorf verfehlte beim 27:27 (14:11) bei den Eulen Ludwigshafen zum bereits dritten Mal in Folge einen Erfolg.

    Länderspielpause in der HBL

    Im Anschluss an den 6. Spieltag steht in der HBL eine Länderspielpause an.

    Die deutsche Nationalmannschaft trifft dabei in der EM-Qualifikation in Düsseldorf auf Bosnien-Herzegowina (5. November), anschließend steht für das Team von Bundestrainer Alfred Gislason die Auswärtsaufgabe in Estland (8. November) an.

    Die HBL-Partien im Stenogramm

    Die Eulen Ludwigshafen - TSV Hannover-Burgdorf 27:27 (11:14)
    Tore: Mappes (7), Remmlinger (4), Wagner (4), Klein (3), Klimek (2), Neuhaus (2), Dietrich (1), Wernig (1), Scholz (1), Haider (1), Valiullin (1) für Ludwigshafen - Hansen (5/2), Böhm (4), Martinovic (4), Pewnow (3), Brozovic (3), Jonsson (2), Cehte (2), Kuzmanovic (2), Feise (2) für Hannover
    Zuschauer: keine
       
    FA Göppingen - TBV Lemgo Lippe 28:28 (15:17)
    Tore: Heymann (8), Schiller (8/5), Kozina (3), Smarason (3), Theilinger (1), Kneule (1), Bagersted (1), Zelenovic (1), Goller (1) für Göppingen - Elisson (7/1), Suton (6), Carlsbogard (5), Schagen (4), Cederholm (4), Kogut (1), Guardiola (1) für Lemgo
    Zuschauer: 468
       
    TVB Stuttgart - DHfK Leipzig 30:24 (15:12)
    Tore: Kristjansson (7/4), Pfattheicher (6), Peshevski (5), Zieker (4), Lönn (4), Häfner (2), Weiß (1), Röthlisberger (1) für Stuttgart - Weber (10/5), Binder (3), Pieczkowski (2), Larsen (2), Mamic (2), Milosevic (2), Wiesmach (2/1), Roscheck (1) für Leipzig
    Zuschauer: 500

  3. Handball-Ligachef Frank Bohmann warnt angesichts des bevorstehenden Lockdowns und des Verbots von Zuschauern vor einer Pleitewelle im deutschen Sport.

    "Das zerstört natürlich völlig die Geschäftsmodelle der Sportarten hinter dem Fußball", sagte Bohmann dem SID am Donnerstag: "Auch der Fußball leidet sehr darunter, aber Sportarten wie Handball, Basketball und Eishockey wird jede Geschäftsgrundlage geraubt. Damit müssen wir jetzt erstmal zurecht kommen und nochmal nachrechnen, wie lange wir das überhaupt aushalten können."

    Handball in Sorge: "Luft wird immer dünner"

    Für den Handball skizzierte der HBL-Geschäftsführer ein düsteres Bild.

    "Die Luft wird dünner. Ich hoffe, dass wir erstmal bis Weihnachten alle durchkriegen. Das kann ich mit Bestimmtheit aber heute noch gar nicht sagen", so Bohmann: "Das ist kein leeres Gerede, die Furcht und die Gefahr sind ganz konkret." Ein Spielstopp wie im Frühjahr komme für den Profi-Handball nicht infrage. "Wenn wir die Klubs für ein halbes Jahr wegschließen, würden nicht mehr viele wiederkommen", sagte Bohmann.

    Der Spitzen-Funktionär erneuerte seine Kritik an der von der Politik getroffenen Entscheidung. Sie sei "mit Sicherheit nicht auf Basis von Fakten getroffen worden. Gesundheit bleibt an erster Stelle, das ist das klare Anliegen auch des Sports. Aber wir glauben, dass es der falsche Weg ist, die Gesellschaft zuzumachen. Das kann nicht der Weg sein, wie wir für die nächsten anderthalb Jahre leben", sagte Bohmann.

    Er äußerte die "Befürchtung, dass wir Ende November eine niedrigere Zahl an Neuinfektionen haben, dann öffnen wir für zwei, drei Wochen und dann müssen wir wieder abschließen", so Bohmann: "Dann wird man viele, viele Strukturen kaputt machen und dann werden wir ganz andere Krisen erleben. Wirtschaftlich, aber auch gesundheitlich. Es hat Implikationen, wenn wir die Leute in ihren Wohnungen wegschließen."

  4. Die ehemalige Handball-Nationalspielerin Anna Loerper wird nach dem Saisonende ihre aktive Karriere beenden.

    "Nach dieser Saison ist für mich definitiv Schluss. Mein Körper sagt mir deutlich, dass es Zeit wird aufzuhören. Der Aufwand, den ich betreibe, um spielen zu können, ist schon sehr hoch", sagte die Spielmacherin des Bundesligisten SG BBM Bietigheim der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten.

    Loerper wird am 18. November 36 Jahre alt. Sie absolvierte 246 Länderspiele, in denen sie 428 Tore warf. 2015 und 2016 wurde die Rechtshänderin zu Deutschlands "Handballerin des Jahres" gewählt.

    Dass sie mit ihrem Karriereende dem ihres Lebensgefährten Johannes Bitter (38) vom TVB Stuttgart voraussichtlich zuvorkommt, nimmt sie mit Humor: "Och, da hat er nichts dagegen. Er spielt ja auch im Tor und muss sich nicht wie ich ins Getümmel stürzen."

    Als Vorstandsmitglied der Handball-Bundesliga der Frauen (HBF) will Loerper ihrer Sportart erhalten bleiben.

  5. Trotz einer starken Vorstellung von Ausnahmespieler Sander Sagosen hat der deutsche Handball-Rekordmeister THW Kiel den vierten Sieg in der Gruppenphase der Champions League verpasst. (Spielplan und Ergebnisse der Handball Champions League 2020/21)

    Die Mannschaft von Trainer Filip Jicha kam vor 1605 Zuschauern gegen den zuvor verlustpunktfreien ungarischen Rekordchampion Veszprem HC nicht über ein 31:31 (18:20) hinaus.

    Wenige Minuten vor dem Ende hatte der THW noch mit vier Toren vorne gelegen. 

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    Sagosen avancierte mit neun Toren zum besten Werfer der Kieler, die bereits zum 21. Mal auf ihr ungarisches Pendant trafen. Erstmals endete das Aufeinandertreffen dabei ohne Sieger.

    Sagosen bei THW Kiel Dreh- und Angelpunkt

    Beide Mannschaften kämpfen Ende das Jahres noch um den Königsklassen-Titel der Vorsaison, der Ende des Jahres beim Final-Four-Turnier in Köln ausgespielt wird.

    Die Topfavoriten der Gruppe B legten im ersten Abschnitt furios los. Der THW, bei dem gerade zu Beginn fast alles über Sagosen lief, ließ aber in der Deckung zu viele Lücken - 20 Gegentreffer zur Pause waren klar zu viel.

    Nach der Pause fielen dann deutlich weniger Treffer, auch weil die Gastgeber mit Welthandballer Niklas Landin zwischen den Pfosten deutlich stabiler standen.

    Beim 26:25 (47.) hatte Kiel den Rückstand gedreht - und beim 31:27 (55.) lag der THW sogar mit vier Treffern vorn. Doch dann legten die weiter ungeschlagenen Gäste einen starken Schlussspurt hin.

    Im Stenogramm:

    THW Kiel - Veszprem HC/Ungarn 31:31 (18:20)
    Tore: Sagosen (9), Ekberg (7), Reinkind (5), Pekeler (4), Wiencek (3), M. Landin Jacobsen (2), Duvnjak (1) für Kiel - Nenadic (5), Borozan (4), Nilsson (4), Fathy Omar (4), Manaskov (3), Marguc (3), Lauge Schmidt (3), Strlek (3), Moraes Ferreira (1), Maqueda Peno (1) für Veszprem
    Zuschauer: 1605

  6. Die Klubs der Handball-Bundesliga haben sich auf eine grundsätzliche Freigabe ihrer Nationalspieler für das kommende Länderspielfenster verständigt.

    Zu dieser Entscheidung kamen die Vereine der 1. und 2. Bundesliga bei einer Videoschalte am Mittwoch. Nach Zugeständnissen von Politik und Verbänden ist die drohende Nichtabstellung damit vom Tisch, die EM-Qualifikationsspiele der deutschen Handballer gegen Bosnien-Herzegowina (5. November) und in Estland (8. November) können kommen.

    "Wir wissen um die Bedeutung der Länderspiele für die Nationalverbände, auch für die EHF und IHF sind sie extrem wichtig", sagte Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL), dem SID.

    Bohmann fordert Garantien zu Konzepten

    Er betonte aber auch: "Wir brauchen zwingend die Garantien zu Test- und Hygienekonzepten von jedem einzelnen Verband. Sie müssen den abstellenden Klubs zwingend zur Verfügung gestellt werden. Bei vielen Verbänden ist das schon geschehen, aber eben nicht bei allen."

    Heißt: Nur an jene Landesverbände wird abgestellt, die sich zur Einhaltung der Corona-Richtlinien vom Europäischen Dachverband EHF verpflichten. Zudem müssen die Verbände den Vereinen eigene Sicherheits- und Hygienekonzepte vorlegen, was Dinge wie Transport und Unterbringung angeht. Die bisher mehrheitlich in den Ländern praktizierten Schnelltests müssen durch mehrere PCR-Testungen ersetzt werden.

    Für Erleichterung bei den Klubvertretern sorgt vor allem die neue Muster-Quarantäneverordnung der Politik, nach der Profisportler nicht mehr wie bisher tagelang in häusliche Quarantäne müssen, sondern mit negativen PCR-Tests direkt zurück zu ihren Vereinen dürfen.

  7. Die SG Flensburg-Handewitt tritt in der Champions League am Donnerstag nicht wie geplant bei Pick Szeged an. Aufgrund mehrerer Coronafälle bei den Ungarn wurde das Gruppenspiel vom europäischen Verband EHF abgesagt. 

    Drei Spieler wurden nach dem vergangenen Spiel gegen HC Meschkow Brest/Belarus positiv getestet. Das gesamte Team aus Brest hat sich wegen der Fälle in Szeged vorsorglich in Quarantäne begeben.

    "Unter Beachtung der Inkubationszeit einer möglichen Ansteckung, ist das Risiko einer Infektion für die SG zu hoch", teilte Flensburg mit.

  8. Das Verletzungspech bleibt den Rhein-Neckar Löwen treu.

    Nach Mikael Appelgren muss der Tabellenführer nun auch auch langfristig auf seinen zweiten Stammtorhüter, den Schweden Andreas Palicka, verzichten.

    Der Nationaltorwart zog sich beim Auswärtssieg in Erlangen am Sonntag eine Innenbandverletzung im rechten Knie zu und dürfte den Löwen bis zum Jahresende fehlen.

    Nach dem Ausfall von Appelgren hatten die Löwen bereits Nikolas Katisigiannis als weiteren Keeper verpflichtet.

    "Wir sind alle gefordert, in dieser schwierigen Zeit zusammenzustehen", sagte Oliver Roggisch, der Sportliche Leiter der Löwen.