Handballnews

Alle aktuellen Nachrichten aus DKB Handball-Bundesliga. News, Ergebnisse und Tabellen aus der besten Handball-Liga der Welt.
  1. Aron Palmarsson, ehemaliges Rückraum-Ass des THW Kiel, hat einen gewaltigen Eklat provoziert.

    Sein Verein Telekom Veszprem meldet, dass der Isländer nicht zum Vorbereitungsstart erschienen sei. Stattdessen habe er den neuen Trainer Ljubomir Vranjes eine Viertelstunde vorher informiert, dass er stattdessen in seine Heimat fliege.

    Daraufhin wurde Palmarsson von dem früheren Flensburg-Coach für die gesamte Saison aus der Mannschaft geworfen. "Arons Entscheidung bedeutet, dass er seine Teamkollegen nicht respektiert und nicht in seine Philosophie passt", heißt es in der Mitteilung des Klubs, der nun rechtliche Schritte gegen Palmarsson einleiten will.

    Palmarsson hat noch bis 2018 einen Vertrag in Veszprem und wechselt dann zum FC Barcelona.

    Ein vorzeitiger Wechsel hat trotz Gesprächen nicht geklappt. Es sieht so aus, als ob Palmarsson ihn provozieren will - was nach hinten losgehen könnte.

    Die bisherige Wechsel-Übereinkunft mit Barca "bleibt vom Vertragsbruch des Spielers unberührt", hält Veszprem mit drohendem Unterton fest.

  2. Zwei Jahre vor dem olympischen Handball-Turnier in Tokio wird die deutsche Nationalmannschaft zwei Länderspiele in Japan bestreiten.

    Im Verlauf einer elftägigen Reise trifft der Europameister im Juni 2018 in Tokushima und Tokio auf die Asiaten, die vom ehemaligen Bundestrainer Dagur Sigurdsson betreut werden.

    "Land und Leute kennenlernen"

    "Wir können ohne unmittelbaren sportlichen Leistungsdruck Land und Leute kennenlernen. Im Idealfall kehren wir 2020 in ein vertrautes Umfeld zurück", sagte Sigurdssons Nachfolger Christian Prokop. Die Olympia-Qualifikation startet mit der Weltmeisterschaft 2019, die in Deutschland und Dänemark ausgetragen wird.

  3. Handball-Legende Bernhard Kempa ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Das bestätigte sein langjähriger Verein Frisch Auf Göppingen am Freitag. Zuerst hatte die Südwest Presse darüber berichtet.

    In den 50er Jahren feierte er mit Frisch Auf Göppingen und der deutschen Nationalmannschaft große Erfolge. Kempa gewann zwei Weltmeistertitel im Feldhandball sowie WM-Silber in der Halle. Mit Frisch Auf errang er neun nationale Titel. Zudem arbeitete er jahrelang als Trainer für Göppingen.

    Sein größtes sportliches Vermächtnis ist vermutlich der Kempa-Trick, als dessen Erfinder der gebürtige Schlesier gilt. Zudem ist eine Sportartikelmarke nach ihm benannt.

    "Monsieur Handball" wurde 2011 für seine Verdienste in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen.

    DHB-Präsident Michelmann huldigt Kempa

    Kempa war nicht nur ein großartiger Handballer, sondern auch ein exzellenter Tennisspieler. In dieser Sportart wurde er im Seniorenbereich Welt- und Europameister.

    "Wir trauern um einen der größten Sportler, die Deutschland hervorgebracht hat. Was der deutsche Handball dem Spieler und Trainer Bernhard Kempa verdankt, ist kaum in Worte zu fassen", sagte Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB).

    Zu seinem 95. Geburtstag hatte DHB-Vizepräsident Bob Hanning ihn als "Idol für Generationen" gewürdigt. "Mit seiner Raffinesse hat er den Handballsport wie nur wenige andere vor und nach ihm entwickelt", sagte er.

  4. Der deutsche Handball-Meister Rhein-Neckar Löwen hat seinen vierten Neuzugang für die kommende Saison verpflichtet. Die Löwen holten den schwedischen Rückraumspieler Kristian Bliznac vom norwegischen Meister Elverum Handball und einigten sich mit dem 34-Jährigen auf einen Einjahresvertrag bis Sommer 2018.

    "Mit Kristian bekommen wir eine weitere Alternative im Rückraum, zudem wird er uns mit seiner Erfahrung besonders im Abwehrzentrum helfen", sagte Trainer Nikolaj Jacobsen über Bliznac. Der Deckungsspezialist war zwischen 2013 und 2016 schon für die HSG Wetzlar in der Bundesliga aktiv.

    Zuvor hatten die Löwen bereits Jerry Tollbring (IFK Kristianstad), Bogdan Radivojevic (SG Flensburg-Handewitt) und Momir Rnic (MT Melsungen) verpflichtet.

  5. Der sechsmalige deutsche Frauenhandballmeister HC Leipzig muss Insolvenz anmelden und wird demzufolge keine Lizenz für den Spielbetrieb in der Bundesliga erhalten.

    Wie der MDR und die Leipziger Volkszeitung am Samstag berichten, wird HCL-Manager Kay-Sven Hähner am Montag den Insolvenzantrag stellen. Damit steht Leipzig vor dem Absturz in die dritte Liga. Der Klub bestätigte das Aus am Samstag in einer Mitteilung.

    Bis zum 14. Juli hätte die unwiderrufliche Einzahlung einer Eigenkapitalerhöhung in Höhe von 600.000 Euro nachgewiesen werden müssen. Das hat der HC Leipzig nicht realisieren können. "Das Geld ist nicht drauf", wird Hähner vom MDR zitiert.

    Sollte Leipzig zwangsabsteigen, würde der Zweitligadritte HC Rödertal in die Bundesliga aufrücken. 

  6. Bundesligist TSG Ludwigshafen-Friesenheim läuft künftig unter einem neuen Namen auf.

    Wie der Aufsteiger am Donnerstag mitteilte, wird der Klub in der bevorstehenden Saison als "Die Eulen Ludwigshafen" in Deutschlands höchster Spielklasse antreten.

    Ludwigshafen hatte in der vergangenen Zweitliga-Saison Platz drei belegt und damit zum dritten Mal nach 2010 und 2014 den Sprung in die Bundesliga geschafft.

    Auf der Homepage heißt es, das Symbol der Eule sei ein Zeichen für ein Werteverständnis und impliziere Handball mit "Leidenschaft, Willensstärke, einen starken Charakter sowie damit verbunden das Gefühl des absoluten Teamgedankens."

  7. Alexander Haase wird Handball-Bundestrainer Christian Prokop als Co-Trainer unterstützen. Das teilte der Deutsche Handballbund (DHB) am Donnerstag mit. Haase war bereits Assistent des früheren Bundestrainers Dagur Sigurdsson.

    "Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Alexander Haase. Die ersten Lehrgänge und Spiele haben gezeigt, dass es passt. Er ist ein Handballfachmann und arbeitet mit großem Teamgeist", sagte Prokop.

    Das erste gemeinsame Turnier steht für das Duo bei der EM im Januar in Kroatien an. "Ich freue mich sehr, diese anspruchsvolle und herausfordernde Tätigkeit fortzusetzen zu können. Die Erfolge im Jahr 2016 haben den Hunger nach mehr geweckt", sagte Haase.

    Im vergangenen Jahr hatte die DHB-Auswahl den EM-Titel und Olympia-Bronze geholt.

  8. Ersatz für den verletzten Linksaußen Raul Santos: Handball-Rekordmeister THW Kiel hat den schwedischen Nationalspieler Emil Frend Öfors verpflichtet.

    Der 22-Jährige wechselt vom Erstligisten Alingsas HK an die Förde und erhält beim Pokalsieger einen Vertrag bis 2018. Das gab der Klub am Donnerstag bekannt. "Wir mussten auf den langfristigen Ausfall von Raul Santos reagieren", sagte Geschäftsführer Thorsten Storm.

    Santos hatte sich Anfang Juni einer Außenmeniskus-Operation unterziehen müssen, zudem wurde ein Knorpelschaden behandelt. Die Kieler rechnen damit, dass der Österreicher frühestens im Dezember sein Comeback geben kann. Das Risiko, mit nur einem Linksaußen den ersten Meistertitel seit 2015 anzupeilen, erschien den Norddeutschen zu hoch.

    "Emil ist sprungstark, ein guter Abwehrspieler und hat einen harten Wurf", sagte Trainer Alfred Gislason: "Mit ihm und Rune Dahmke haben wir zu Saisonbeginn ein Klasse-Gespann auf Linksaußen." Für Schweden erzielte Öfors in bisher zwölf Länderspielen 20 Treffer.

  9. Handball-Vizemeister SG Flensburg-Handewitt hat auf die schwere Verletzung von Torhüter Kevin Möller reagiert und Rasmus Lind verpflichtet.

    Der 34 Jahre alte Däne unterschrieb bei der SG einen Vertrag für sechs Monate und bildet mit Stammkeeper Mattias Andersson bis zum Jahresende das Torhüter-Gespann. 

    Rücktritt vom Rücktritt

    Möller war im Juni wegen einer Verletzung im Adduktorenbereich operiert worden und fällt voraussichtlich ein halbes Jahr aus. Lind spielte zuletzt für den dänischen Erstligisten Team Tvis Holstebro und hatte seine Karriere im Sommer eigentlich beendet.

    "Wir sind sehr froh, dass wir mit Rasmus Lind einen sehr erfahrenen und gestandenen Torhüter für diesen Zeitraum gewinnen konnten", sagte Flensburgs Geschäftsführer Dierk Schmäschke.

    "Wir spielen bis Dezember im Rhythmus von drei Tagen in der Bundesliga, im DHB-Pokal und in der Champions League. Rasmus wird uns daher definitiv helfen und auch Mattias Andersson entlasten."

  10. Der Handball-Weltverband IHF und das Organisationskomitee haben den Spielplan für die WM der Frauen in diesem Winter in Deutschland fixiert. Nach derzeitigem Planungsstand startet die deutsche Nationalmannschaft am 1. Dezember (19 Uhr) mit dem Eröffnungsspiel gegen Kamerun in Leipzig in das Heimturnier.

    Weitere Vorrundenstationen des Teams von Bundestrainer Michael Biegler werden die Partien gegen Südkorea (3. Dezember), Serbien (5. Dezember), China (6. Dezember) und zum Abschluss der ersten Turnierphase am 8. Dezember gegen die Niederlande sein. Die Spiele in Leipzig sind für 18 Uhr angesetzt.

    Auch die Partien der weiteren Vorrundengruppen in Trier, Bietigheim-Bissingen und Oldenburg sind als Mittags- oder Abendspiele eingeordnet worden. "Fans können sich damit beim Ticketkauf noch besser orientieren", sagte WM-Projektleiter Thomas Freyer: "Bei den Anwurfzeiten können sich allerdings noch Anpassungen ergeben."

  11. Bundesligist VfL Gummersbach hat den schwedischen Nationalspieler Josef Pujol für die kommende Saison verpflichtet.

    Der 25-Jährige wechselt vom norwegischen Champion Elverum Handball zum Altmeister und erhält einen Einjahresvertrag. Das teilte der Verein am Freitag mit.

    Der Schwede soll Nationalspieler Simon Ernst ersetzten. Der 23-Jährige fällt in der Hinrunde wegen eines Kreuzbandrisses aus.

    Gummersbach hatte in der vergangenen Saison die Liga nur knapp halten können. Zum Start der Vorbereitung auf die neue Saison am 10. Juli steigt Pujol ins Training ein.

  12. Uwe Schwenker bleibt Präsident der DKB HBL.

    Der 58-Jährige wurde am Donnerstag im Rahmen der ordentlichen Mitgliederversammlung der Handball-Bundesliga in Köln durch die Delegierten der insgesamt 38 Profiklubs (18 Erst-, 20 Zweitligisten) in offener Wahl einstimmig für vier weitere Jahre gewählt.

    Die Amtszeit des Präsidenten wurde durch die Mitgliederversammlung von bisher drei auf vier Jahre erweitert. Schwenker, langjähriger Manager des Rekordmeisters THW Kiel, ist als DHB-Vizepräsident auch stimmberechtigtes Mitglied im Präsidium des Deutschen Handballbundes (DHB). Der Unternehmer aus Kiel hat das Ehrenamt seit 7. Juli 2014 inne. 

  13. Entlastung für die Topstars und nur noch zwei Absteiger: Die Mitgliederversammlung der Handball-Bundesliga hat am Donnerstag weitreichende Reformen beschlossen.

    Die Vertreter der Klubs stimmten für die Zulassung des 15. und 16. Spielers pro Partie.

    Vor allem die Spitzenvereine hatten in der jahrelang schwelenden Diskussion um die Belastung ihrer Leistungsträger immer wieder die Aufstockung gefordert. Bislang waren nur 14 Spieler einsatzberechtigt. Nun können zwei U23-Spieler zusätzlich aufgestellt werden.

    "Das ist ein Meilenstein", sagte Geschäftsführer Thorsten Storm vom deutschen Rekordmeister THW Kiel in einer ersten Stellungnahme: "Vielen Dank an die Liga, die Solidarität funktioniert." Vor allem für die Nationalspieler, die auch in der Champions League spielen, bedeute die Neuerung die Chance auf etwas mehr Entlastung.

    Neue Abstiegsregelung

    Zudem einigte sich die Versammlung auf eine neue Auf- und Abstiegsregelung.

    Nur noch die beiden letztplatzierten Vereine steigen ab der kommenden Spielzeit aus der 1. Bundesliga ab, bisher erwischte es drei Klubs. Das Handball-Unterhaus wird zudem ab der Saison 2019/20 von 20 auf 18 Teams reduziert.

    Um dies zu erreichen, steigen in den kommenden beiden Spielzeiten vier bzw. fünf Teams aus der zweiten Liga ab.

  14. Bundesligist HSG Wetzlar muss seine Hoffnungen auf eine Wildcard für den EHF-Pokal begraben. Der europäische Handball-Verband EHF lehnte einen entsprechenden Antrag des Deutschen Handballbundes (DHB) ab. Wetzlar hatte die vergangene Bundesliga-Saison auf dem sechsten Platz beendet und sich um eine Wildcard beworben.

    "Die Teilnahme am EHF-Pokal wäre natürlich die Krönung einer sensationellen Saison gewesen", sagte HSG-Geschäftsführer Björn Seipp: "Schade, vor allem für die Mannschaft, dass dies nunmehr nicht möglich ist."

    Im EHF-Pokal werden damit die Füchse Berlin, der SC Magdeburg und Titelverteidiger Frisch Auf Göppingen die Bundesliga vertreten.

    THW Kiel hatte mehr Glück

    Vor rund zwei Wochen hatte Rekordmeister THW Kiel von der EHF eine Wildcard für die Champions League erhalten. Sportlich hatten sich Meister Rhein-Neckar Löwen und Vize SG Flensburg-Handewitt für die Königsklasse qualifiziert.

  15. Die deutschen Handball-Topklubs stehen in der Champions League vor anspruchsvollen Aufgaben.

    Sowohl Meister Rhein-Neckar Löwen als auch Vize SG Flensburg-Handewitt und der Rekordmeister THW Kiel gehen aber mit guten Aussichten in ihre Gruppenspiele. Dies gilt auch für den ungeschlagenen Frauen-Meister SG BBM Bietigheim.

    Die Löwen erwischten gleich mehrere Giganten: Es geht unter anderem gegen den Titelverteidiger Vardar Skopje und den neunmaligen Champions-League-Sieger FC Barcelona. Weitere Gegner sind der ungarische Pokalsieger Pick Szeged, Wisla Plock aus Polen, der frühere kroatische Europapokalsieger PPD Zagreb, IFK Kristianstad (Schweden) und HBC Nantes aus Frankreich.

    Kiel und Flensburg spielen gemeinsam in der Gruppe B, größte Brocken darin sind der Champions-League-Finalist Paris St. Germain, das polnische Spitzenteam KS Vive Kielce und der Final-Four-Teilnehmer HC Veszprem aus Ungarn. 

    Final Four wieder in Köln

    Zudem spielen in der Gruppe Aalborg Handball (Dänemark), Celje Pivovarna Lasko (Slowenien) und der HC Brest aus Weißrussland. Jeweils fünf Mannschaften aus den beiden stärkeren Gruppen schaffen es ins Achtelfinale, die Gruppensieger direkt ins Viertelfinale. Das Final Four wird wieder in Köln ausgetragen.

    Der EHF-Cup-Finalist Bietigheim spielt in der Frauen-Gruppe D gegen den montenegrinischen Meister Buducnost Podgorica, Sieger der Königsklasse von 2012 und 2015, den französischen Champion Metz HB und einen Qualifikanten. 

    Der einstige Serienmeister Thüringer HC wird im September in einem Qualifikationsturnier um den Einzug in die Königsklasse kämpfen. Der THC hatte eine Wildcard beantragt. Titelverteidiger ist ETO Györ aus Ungarn.

    Die jeweils drei besten Mannschaften der vier Vierergruppen erreichen die Hauptrunde, es folgt das Viertelfinale. 

  16. Eine Weltmeisterschaft im Norden, Osten, Süden und Westen der Republik - aber nicht in der Handball-Hochburg Kiel: Der Deutsche Handballbund (DHB) und Co-Gastgeber Dänemark haben am Mittwoch in Berlin die Ausrichterstädte für die WM 2019 der Männer bekannt gegeben - und dabei auch Kritik geerntet.

    Berlin erwartet DHB-Team

    Als Gewinner darf sich vor allem Berlin fühlen, in der Arena am Ostbahnhof (14.800 Zuschauer) finden das Eröffnungsspiel und alle weiteren Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft statt.

    In der neu eingeführten Hauptrunde würden die "Bad Boys" dann in Köln (19.250) aufschlagen, die Halbfinals richtet Hamburg (13.300) aus. In der Münchner Olympiahalle (12.000) finden Vorrundenspiele ohne deutsche Beteiligung statt.

    Enttäuschung in Kiel

    Kiel, das sich mit seiner 10.000 Zuschauer fassenden Halle und großer Handballbegeisterung ebenfalls beworben hatte, geht dagegen leer aus. "Kiel war bei Länderspielen immer eine Bank, das waren immer echte Feste. Und ich weiß nicht, ob das in München auch so sein wird", sagte Geschäftsführer Thorsten Storm von Rekordmeister THW den Kieler Nachrichten.

    DHB-Präsident Andreas Michelmann reagierte mit Unverständnis auf die Kritik. "Wir sind ein freies Land, jeder kann seine Meinung äußern. Aber man muss sich entscheiden, ob man mit den Adlern fliegen oder mit den Fröschen quaken will", sagte er: "Wir wollten unsere WM-Spiele auf ganz Deutschland verteilen."

    Dänen nominieren Kopenhagen und Herning

    Dänemark stellte in Kopenhagen (13.500) und Herning (15.000) zwei Standorte vor. In Herning wird am 27. Januar das Finale gespielt. "Wir sind sehr glücklich, dass zwei absolute Top-Nationen im Handball die WM ausrichten", sagte Weltverbands-Präsident Hassan Moustafa, der auf eine Million Zuschauer in den Arenen hofft.

    Ganz so weit wollte Michelmann nicht gehen: "Unser Ziel ist, den Rekord von 2007 zu brechen." Bei der letzten Heim-WM hatten 750.000 Menschen die Spiele besucht.

    TV-Rechte noch ungeklärt

    Ob die WM diesmal im Fernsehen übertragen wird, ist noch ungewiss. Die Rechte für die kommenden vier Jahre werden erst im neuen Jahr vergeben. Bei der WM 2017 waren die Spiele nur im Internet bei DHB-Sponsor DKB zu sehen gewesen, weil sich die TV-Sender nicht mit dem Rechteinhaber einigen konnten.

    Ungeklärt ist auch noch, ob die Spiele der Frauen-WM in Deutschland im Dezember im deutschen Fernsehen übertragen werden. "Wir arbeiten daran und hoffen, dass es noch vor der WM eine Entscheidung gibt", sagte DHB-Präsident Michelmann.

  17. Drittligist HSV Hamburg freut sich über einen prominenten Rückkehrer: Rückraumspieler Blazenko Lackovic (36) wechselt vom deutschen Rekordmeister THW Kiel an die Elbe und soll als Spieler und Co-Trainer in den kommenden drei Jahren seine Erfahrung weitergeben.

    "Blazenkos Art, den Handball zu leben, und seine Einstellung werden der Mannschaft enorm weiterhelfen", sagte Trainer Torsten Jansen: "Er ist variabel einsetzbar und soll eine absolute Führungsaufgabe übernehmen."

    Lackovic war in seiner Karriere unter anderem Olympiasieger und Weltmeister. Von 2008 bis 2014 spielte der Kroate bereits beim später insolventen Vorgängerklub des HSV Hamburg. 2013 gewann er mit den Hanseaten die Champions League.

  18. Handball-Vizemeister SG Flensburg-Handewitt muss voraussichtlich ein halbes Jahr auf Torhüter Kevin Möller verzichten.

    Der 28-Jährige hat Mitte Juni bei einem Lehrgang der dänischen Nationalmannschaft eine Verletzung im Adduktorenbereich erlitten und musste bereits operiert werden.

    "Die Verletzung von Kevin ist ein schwerer Schlag für uns, zumal er uns voraussichtlich bis Dezember fehlen wird", sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke: "Wir versuchen bereits mit Hochdruck, einen passenden Ersatz für diesen Zeitraum zu finden, was unter den zeitlich engen Umständen nicht ganz einfach ist." 

  19. Die deutschen Handballerinnen haben ein gutes Los für die Heim-WM (1. bis 17. Dezember 2017) erwischt.

    Das Team von Bundestrainer Michael Biegler trifft in der Vorrundengruppe D auf Kamerun, China, Südkorea, Serbien und die Niederlande, die der schwerste Gegner sein dürften. Dies ergab die Auslosung, die Rekord-Nationalspielerin Grit Jurack am Dienstag in Hamburg vornahm.

    Bundestrainer sichtlich erleichtert

    Bundestrainer Michael Biegler war die Erleichterung anzusehen. "Es ist jetzt nicht so, dass wir aus jedem Topf den Megaknaller bekommen haben, der uns Bauchschmerzen bereitet", sagte er: "Die Mannschaft hat eine Zielsetzung, und die heißt Hamburg." Dort findet die Finalrunde statt.

    "Jetzt bin ich sicher, dass wir das Halbfinale erreichen", sagte auch Grit Jurack augenzwinkernd, sie sprach von einer "sehr guten Auslosung". Deutschland spielt die Vorrunde in Leipzig, die besten vier Teams der vier Gruppen erreichen das Achtelfinale. Das Finalwochenende steigt in Hamburg

    Die Gruppeneinteilung:

    Gruppe A in Trier: Frankreich, Rumänien, Spanien, Slowenien, Angola, Paraguay

    Gruppe B in Bietigheim: Norwegen, Schweden, Tschechien, Ungarn, Argentinien, Polen

    Gruppe C in Oldenburg: Dänemark, Russland, Brasilien, Montenegro, Japan, Tunesien

    Gruppe D in Leipzig: Deutschland, Niederlande, Südkorea, Serbien, China, Kamerun

  20. Auf die SG Flensburg-Handewitt warten in der kommenden Champions-League-Saison schwere Kaliber. Der deutsche Vizemeister bekommt es in der Gruppenphase mit dem THW Kiel und dem französischen Spitzenklub Paris St. Germain zu tun.

    Diese Konstellation ergibt sich bereits vor der Auslosung am Freitag in Ljubljana. Durch das Setzen vor der Auslosung soll verhindert werden, dass Mannschaften aus einem Land bereits in der Vorrunde aufeinander treffen. Da allerdings drei deutsche Teams in der Champions League starten, finden sich zwei Bundesliga-Vereine in derselben Gruppe wieder.

    Der Deutsche Meister Rhein-Neckar Löwen wird auf jeden Fall auf den französischen Klub HBC Nantes treffen.

  21. Bundesligist Füchse Berlin setzt in der Trainingsanalyse auf innovative Videotechnik. Als erster deutscher Klub installierte der Tabellenvierte der abgelaufenen Saison in seiner Trainingshalle ein Kamerasystem, das Trainern und Spielern noch während der Einheit Verbesserungspotenziale aufzeigt. 

    In Zusammenarbeit mit der Deutsche Wohnen AG und dem Sportforum Berlin stellten die Füchse zudem eigens einen Video-Coach ein, der die Aufnahmen mit den Spielern analysiert. Durch zehn Kameraperspektiven, Zoom und Zeitlupe sollen sämtliche Aktionen optimal eingefangen und die Lerneffekte erhöht werden.

    Das Kamerasystem ist hauptsächlich für die A- und B-Jugend, den DHB-Stützpunkt und Berlins Auswahlmannschaften gedacht, damit der Nachwuchs noch besser auf eine mögliche Profikarriere vorbereitet werden kann.

  22. Der Bundesliga-Dritte THW Kiel hat wie erwartet vom europäischen Handball-Verband EHF eine Wild Card für die Champions League erhalten.

    Das gab die EHF am Samstag bekannt.

    Damit gehen die Zebras in ihre 14. Saison in Folge in der Königsklasse. Sportlich hatten sich bereits Meister Rhein-Neckar Löwen und Vize SG Flensburg-Handewitt für die Champions League qualifiziert. Die Gruppen werden am Freitag in Ljubljana ausgelost.

  23. Die deutschen Handball-Europameister gehen bei ihrer Mission Titelverteidigung erst einmal den ganz großen Namen aus dem Weg.

    Bei der Auslosung am Freitag in Zagreb bekam das Team von Bundestrainer Christian Prokop für die EM im kommenden Jahr (12. bis 28. Januar 2018) den WM-Dritten Slowenien sowie Mazedonien und Montenegro als Gegner in der Gruppe C zugelost. Austragungsort der deutschen Vorrundenspiele ist Zagreb. Die Partien finden voraussichtlich am 13., 15. und 17. Januar statt

    "Wir sind in einer Gruppe mit Gegnern, die mit großem Nationalstolz und heißblütigen Fans die Spiele gegen uns zu Heimspielen machen werden. Deshalb hoffe ich, dass wir auch einen großen Fansupport in Zagreb stellen können", sagte Prokop. DHB-Vizepräsident Bob Hanning erklärte:

    "Das ist eine schwere Aufgabe, weil wir drei Auswärtsspiele vor uns haben. In Kroatien hätten wir uns sicher einige andere Gegner lieber gewünscht. Das wird eine richtige Herausforderung, lässt uns aber auch vom Halbfinale träumen."

    Da das DHB-Team zu den vier topgesetzten Gruppenköpfen gehörte, blieb den Deutschen ein Vorrundenduell gegen Gastgeber Kroatien, Weltmeister Frankreich und Vize-Europameister Spanien ohnehin erspart. Es hätten allerdings auch Olympiasieger Dänemark und Vize-Weltmeister Norwegen in die deutsche Gruppe gelost werden können.

    In der Hauptrunde könnte es dann allerdings zu einer Neu-Auflage des EM-Finals von 2016 kommen. Damals hatte die DHB-Auswahl 24:17 gegen die Spanier gewonnen.

    Jeweils die drei Erstplatzierten der vier Gruppen ziehen in die Hauptrunde ein. Die Deutschen würden dann auf die drei besten Teams der Gruppe D treffen. Dort spielen neben Spanien noch Dänemark, Tschechien und Ungarn.  

    Die Auslosung:

    Gruppe A (Split): Kroatien, Schweden, Serbien, Island

    Gruppe B (Porec): Frankreich, Weißrussland, Norwegen, Österreich

    Gruppe C (Zagreb): Deutschland, Mazedonien, Montenegro, Slowenien

    Gruppe D (Varazdin): Spanien, Dänemark, Tschechien, Ungarn

  24. Handball-Altmeister VfL Gummersbach hat den kroatischen Rückraumspieler Marko Matic für zwei Jahre verpflichtet.

    Der 29-Jährige wechselt vom portugiesischen Meister FC Porto zum Team von Trainer Dirk Beuchler.

    Zudem komplettiert Matthias Reckzeh das Trainerteam, der ehemalige Bundesligatorwart wird Co-Trainer des VfL.

  25. Das Teilnehmerfeld der Handball-Weltmeisterschaft 2017 der Frauen in Deutschland (1. bis zum 17. Dezember) nimmt weiter Konturen an. Polen erhält eine Wildcard.

    Weil der Kontinentalverband Ozeanien seinen Startplatz nicht nutzt, rückt der WM-Vierte von 2015 als beste, bisher nicht für die WM qualifizierte Nation nach.

    Auslosung am 27. Juni

    Die vier Vorrundengruppen werden am 27. Juni im Finalspielort Hamburg ausgelost. Deutschland trägt seine Vorrundenspiele in der Gruppe D in der Arena Leipzig aus. Die drei anderen Gruppenköpfe sind Frankreich (Gruppe A in Trier), Titelverteidiger Norwegen (Gruppe B in Bietigheim) und Dänemark (Gruppe C in Oldenburg).

    Die besten vier Teams jeder Gruppe erreichen das Achtelfinale, das ebenso wie das Viertelfinale in Leipzig und Magdeburg ausgespielt wird. Das Finalwochenende steigt in Hamburg.

    Die letzten drei Startplätze werden an diesem Wochenende bei der Panamerika-Meisterschaft vergeben. Bis jetzt stehen 21 von insgesamt 24 Mannschaften als Teilnehmer der WM 2017 fest.

  26. Der Spanier Carlos Ortega wird neuer Trainer des Handball-Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf. Der 45-Jährige tritt bei den Norddeutschen damit die Nachfolge von Jens Bürkle an, von dem sich die Niedersachsen vor einer Woche getrennt hatten. Ihm wurde angelastet, dass der TSV nach Rang fünf in der Hinrunde am Saisonende lediglich den elften Platz belegt hatte.

    Ortega, der bei den "Recken" von seinem Landsmann Iker Romero als Co-Trainer unterstützt wird, hatte zuletzt den dänischen Klub KIF Kolding Kopenhagen betreut. Als aktiver Spieler gewann er mit dem FC Barcelona sechsmal die Champions League. Mit der spanischen Nationalmannschaft holte er sich 2000 bei den Olympischen Spielen von Sydney die Bronzemedaille.

  27. Wegen einer positiven Dopingprobe ist Nationalspielerin Saskia Lang von der Handball Bundesliga Frauen (HBF) vorläufig suspendiert worden. Dies teilte der Deutsche Handballbund (DHB) am Dienstagabend mit.

    Bei der 30-Jährigen war am 25. April bei einem Dopingtest zu Hause eine Blut- und Urinprobe entnommen worden. Darin befand sich eine geringe Spur des pflanzlichen Stoffes Higenamin, dem unter anderem eine anabole Wirkung zugesprochen wird.

    "Wie das Kontrollergebnis zu bewerten ist und zu welcher Entscheidung es führt, wird das weitere Verfahren zeigen", erklärte DHB-Präsident Andreas Michelmann. Lang hatte zuletzt für den um seine Bundesliga-Lizenz kämpfenden sechsmaligen deutschen Meister HC Leipzig gespielt, im März aber ihren Wechsel zum Thüringer HC bekannt gegeben.

    Saskia Lang befindet sich seit Januar 2017 aufgrund eines Kreuzbandrisses in der postoperativen Rehabilitation.

    Die Rückraumspielerin hat eine Überprüfung aller aufgrund ihrer Rekonvaleszenz ärztlich verordneten Medikamente und eingenommenen Nahrungs- und Getränkeergänzungen veranlasst. Die Zuständigkeit für das weitere Verfahren liegt bei der Anti-Doping-Kommission (ADK) als Disziplinargericht des DHB.

  28. Jubel beim Oberligisten TuS Spenge: Der Klub aus Nordrhein-Westfalen hat das große Los für die erste Runde des DHB-Pokals gezogen und tritt gegen Titelverteidiger und Rekordsieger THW Kiel an.

    Dies ergab die Auslosung am Dienstag. Spenge hatte im April vor dem Triumph des THW in Hamburg den DHB-Amateurpokal gewonnen.

    Der deutsche Meister Rhein-Neckar Löwen muss zunächst gegen Erstligaabsteiger HBW Balingen-Weilstetten ran, die SG Flensburg-Handewitt trifft im Schleswig-Holstein-Duell auf den Zweitligisten VfL Lübeck Schwartau.

    Wie schon im Vorjahr finden die ersten beiden Pokalrunden (19./20. August) im Rahmen von 16 Turnieren mit jeweils vier Mannschaften statt. Nur die Sieger qualifizieren sich für das Achtelfinale

    Die Turniere im Überblick:

    Gruppe Nord (Ausrichter stehen noch nicht fest)

    Turnier 1, Halbfinale 1: Hamburg Mets – Leichlinger TV, HF 2: TSV Hannover-Burgdorf – TuS N-Lübbecke

    Turnier 2, HF 1: HC Rhein Vikings – SC Magdeburg, HF 2: OHV Aurich – Wilhelmshavener HV

    Turnier 3, HF 1: TBV Lemgo – GSV Eintracht Baunatal, HF 2: Eintracht Hildesheim – TUSEM Essen

    Turnier 4, HF 1: TSV Altenholz – TSV Bayer Dormagen, HF 2: VfL Lübeck-Schwartau – SG Flensburg-Handewitt

    Turnier 5, HF 1: Füchse Berlin – HF Springe, HF 2: HC Empor Rostock – HSG Nordhorn-Lingen

    Turnier 6, HF 1: TuS Spenge – THW Kiel, HF 2: Dessau-Rosslauer HV – 1. VfL Potsdam

    Turnier 7, HF 1: TuS Ferndorf – GWD Minden, HF 2: Oranienburger HC – TV Emsdetten

    Turnier 8, HF 1: Handball Sport Verein Hamburg – ASV Hamm-Westfalen, HF 2: SC DHfK Leipzig – VfL Eintracht Hagen

    Gruppe Süd (Ausrichter stehen noch nicht fest)

    Turnier 1, HF 1: FRISCH AUF! Göppingen – TSB Heilbronn-Horkheim, HF 2: DJK Rimpar Wölfe – HSG Rodgau Nieder-Roden

    Turnier 2, HF 1: SG Nußloch – HC Erlangen, HF 2: SG BBM Bietigheim – Longericher SC Köln

    Turnier 3, HF 1: TV 05/07 Hüttenberg – TGS Pforzheim, HF 2: SG Leutershausen – Bergischer HC

    Turnier 4, HF 1: VfL Gummersbach – HSC 2000 Coburg, HF 2: TV Großwallstadt – HG Saarlouis

    Turnier 5, HF 1: ThSV Eisenach – MSG Groß-Bieberau/Modau, HF 2: Rhein-Neckar Löwen – HBW Balingen-Weilstetten

    Turnier 6, HF 1: HSG Wetzlar – HSG Konstanz, HF 2: SG Köndringen/Teningen – HC Elbflorenz 2006 Dresden

    Turnier 7, HF 1: MT Melsungen – TV 1893 Neuhausen, HF 2: HG Oftersheim/Schwetzingen - TSG Lu-Friesenheim

    Turnier 8, HF 1: TVB Stuttgart - HSV Bad Blankenburg, HF 2: TV Germania Großsachsen – EHV Aue

  29. Die deutsche Handball-Nationalmannschaft gehört am Freitag bei der EM-Auslosung in Zagreb zu den vier topgesetzten Gruppenköpfen.

    Dies teilte die Europäische Handballföderation EHF am Montag mit. Damit geht die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop den mitfavorisierten Teams von Gastgeber Kroatien, Weltmeister Frankreich und Vize-Europameister Spanien bei der Endrunde (12. bis 28. Januar 2018) zunächst aus dem Weg.

    Dennoch droht dem amtierenden Europameister auf dem Weg zur Titelverteidigung eine schwere Vorrundengruppe. Mögliche Gegner in der ersten Turnierphase sind Olympiasieger Dänemark, Vize-Weltmeister Norwegen und der WM-Dritte Slowenien. 

    "Dank der makellosen Qualifikation gehören wir zu den Teams in Topf 1. Das haben wir uns hart erarbeitet und verdient, weil wir auch die letzten Aufgaben in Portugal und der Schweiz gelöst haben", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning: "Leichter wird die Vorrunde im Januar dadurch nicht, denn jeder Gegner einer Europameisterschaft hat Top-Format. Wir reisen als Europameister natürlich mit Ambitionen nach Kroatien. Wenn wir uns die nächsten Träume erfüllen und wieder etwas gewinnen wollen, müssen wir ab sofort alle Energie investieren."

    Die Gruppen werden am Freitag um 19 Uhr in Zagreb ausgelost. Mögliche Spielorte für das deutsche Team, das in der am Wochenende abgeschlossenen Qualifikation die Maximalausbeute von 8:0-Punkten erreichte, sind die kroatische Hauptstadt, Porec und Varazdin.

  30. Torhüter Johannes Bitter (34) bleibt dem Bundesligisten TVB Stuttgart treu. Der Weltmeister von 2007 verlängerte seinen Vertrag bei den Schwaben um ein weiteres Jahr bis zum 30. Juni 2018.

    "Ich fühle mich dem TVB schon jetzt sehr verbunden und musste nach dem Klassenerhalt nicht lange überlegen, ob ich in Stuttgart bleibe. Ich freue mich auf die nächste Saison mit den Wild Boys", sagte Bitter: "Ich möchte Spaß am Handball haben, meine Leistung bringen und dann für die nächste Saison entscheiden. Deshalb habe ich meinen Vertrag vorerst nur um ein Jahr verlängert."

  31. Nationaltorwart Andreas Wolff rechnet trotz des Rummels der vergangenen Wochen um seine Person fest mit dem Verbleib beim Rekordmeister THW Kiel.

    "Ich habe nie gesagt, dass ich nächste Saison woanders spielen werde als beim THW", sagte Wolff nach dem 29:22-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz am Sonntag in Bremen: "Das ist einhundert Prozent klar."

    Wolff hatte zuletzt ein Angebot zur vorzeitigen Vertragsverlängerung in Kiel abgelehnt und mit Aussagen in mehreren Interviews wegen seiner vermeintlich zu geringen Einsatzzeiten Gerüchte über einen Vereinswechsel befeuert. Dafür hatte er sich unter anderem von SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar Kritik eingehandelt

    Europameister Wolff war erst vor der abgelaufenen Saison aus Wetzlar nach Kiel gewechselt und hat dort einen Vertrag bis 2019.

    Der 26-Jährige, der mit seinen starken Paraden bei der EM in Polen zum Starspieler avancierte, freut sich nun auf die handballfreie Zeit.

    "Die Pause ist heiß ersehnt, das ist die erste richtig lange Pause seit zwei Jahren", sagte Wolff: "Ich freu mich darauf, mal vier Wochen lang die Seele baumeln zu lassen und dann wieder voll anzugreifen."

  32. Europameister Deutschland hat auf dem Weg zur erhofften Titelverteidigung ein Ausrufezeichen gesetzt: Auch ohne bereits urlaubende Stars wie Kapitän Uwe Gensheimer oder Patrick Wienczek vollendete das Team von Trainer Christian Prokop gegen Gruppenschlusslicht Schweiz mit einem begeisternden 29:22 (12:13)-Sieg seine perfekte Qualifikationsrunde. 

    Den Gruppensieg und das Ticket für das Turnier in Kroatien im Januar hatte sich Deutschland bereits zuvor gesichert. Sechs Siege aus sechs Spielen - eine derart dominante Rolle hatte eine DHB-Auswahl zuletzt vor der EM 2010 mit sogar acht schadlosen Partien eingenommen.

    Schiller freut sich über gelungenen Einstand

    Debütant Marcel Schiller (7) und Jannik Kohlbacher (5) waren die besten Werfer für Deutschand, das für die Turnier-Auslosung am 23. Juni eine optimale Ausgangsposition besitzt. Bundesliga-Star Andy Schmid traf zehnmal für die Gäste.

    "Ich bin froh, dass wir die Partie gedreht haben. In der ersten Halbzeit haben wir keine gute Leistung gezeigt", sagte Christian Prokop, "wir machen im Angriff noch zu viele kleine Fehler." "Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis und mit meiner Leistung", sagte Marcel Schiller nach seinem gelungenen Einstand, "ich hoffe, dass ich in der Mannschaft bleiben kann."

    Erfolg für zusammengewürfeltes Team

    DHB-Vizepräsident Bob Hanning hatte schon vor der Partie ein äußerst positives Saisonfazit gezogen, der Übergang vom langjährigen Erfolgstrainer Dagur Sigurdsson zu Prokop konnte spätestens nach dem vorzeitigen Gruppensieg am vergangenen Mittwoch durch einen 29:26-Sieg in Portugal als gelungen bezeichnet werden.

    "Man merkt dem Team eine Stabilität und den Glauben an sich selbst an", sagte Hanning.

    Die Siegermentalität und den Tempo-Handball wollte Prokop auch von seinem neu zusammengewürfelten Team vor 8513 Zuschauern in der ÖVB-Arena sehen. Mit Nikolai Link erzielte auch gleich ein interessanter Spieler aus der zweiten Reihe den ersten Treffer der Partie (3.).

    Deutschland verteidigte solide und auch Kapitän Silvio Heinevetter, der Gensheimer vertrat, packte gleich zweimal zu. Die Schweiz blieb aber dran und ging in der 20. Minute sogar erstmals in Führung - dank Starspieler Schmid von den Rhein-Neckar Löwen. 

    Zwei Debütanten im Test

    Prokop schickte nun Keeper Andreas Wolff auf das Parkett und testete unter anderem mit dem Debütanten Marian Michalczik und Tim Suton zwei Junioren-Nationalspieler. Die Rotation im DHB-Team sorgte auch für einige Abstimmungsprobleme, Wolff verhinderte kurz vor der Pause eine höhere Führung der Eidgenossen (30.).

    Nach dem Wechsel brachte Schiller in seinem ersten Länderspiel jede Menge Schwung in die Offensive. Der Göppinger sorgte mit viel Abschlussqualität von Linksaußen für eine Führung mit drei Toren (39.). Großen Anteil am immer stärkeren Auftritt hatte auch Keeper Wolff, der viel Sicherheit ausstrahlte und nach seinen Paraden immer wieder die Offensive antrieb. Das 24:17 erzielte er dann hächstpersönlich.

    Deutschland, das 2014 die EM noch verpasst hatte und 2015 an der WM nur dank einer Wildcard teilnehmen konnte, ließ sein großes Potenzial auch mit dem "zweiten Anzug" nun immer öfter aufblitzen. 

    Deutschland - Schweiz 29:22 (12:13)
    Tore: Schiller (7), Kohlbacher (5), Kühn (4), Hornke (3), P. Weber (3), Wiede (2), Häfner (1), Sellin (1), Link (1), Schmidt (1), Wolff (1) für Deutschland - Schmid (10), Maros (5), Meister (2), Lier (2), Sidorowicz (2), Küttel (1) für Schweiz
    Zuschauer: 8513

  33. Der wechselwillige Nationaltorhüter Andreas Wolff vom deutschen Rekordmeister THW Kiel ist beim ungarischen Champion KC Veszprem derzeit "kein Thema".

    Das bestätigte Veszprems neuer Trainer Ljubomir Vranjes im Gespräch mit der dänisch-deutschen Tageszeitung Flensborg Avis: "Vor einigen Monaten gab es Interesse, aber wir haben nie mit Andreas Wolff konkret über Verträge gesprochen."

    Vranjes, der den Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt nach acht Jahren verlässt, bewertet Wolffs Absichten grundsätzlich eher kritisch. "Seine Vorstellungen und die Vorstellungen von anderen Vereinen in Europa sind nicht auf einem Niveau", sagte der Schwede.

    Wolff hatte zuletzt ein Angebot zur vorzeitigen Vertragsverlängerung in Kiel abgelehnt und in mehreren Interviews wegen seiner vermeintlich zu geringen Einsatzzeiten mit einem Vereinswechsel kokettiert.

    Das brachte ihm auch die Kritik von Stefan Kretzschmar ein.

    "Andreas Wolff ist schlecht beraten, solche Interviews zu geben. Er spielt beim großen THW Kiel und bekommt durchaus seine Spielanteile", sagte der SPORT1-Experte.

    Europameister Wolff war erst vor der abgelaufenen Saison aus Wetzlar nach Kiel gewechselt und hat dort einen Vertrag bis 2019.

  34. Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf hat sich von Trainer Jens Bürkle getrennt.

    Wie die Niedersachsen am Freitag bekanntgaben, ist die Entscheidung die Konsequenz der sportlichen Analyse aus der abgelaufenen Saison. Nach einer starken Hinrunde hatten die Recken den fünften Tabellenplatz belegt, am Ende der Spielzeit stand jedoch nur der elfte Rang zu Buche.

    Der 36-Jährige hatte Hannover-Burgdorf zur Saison 2015/16 übernommen. Einen Nachfolger für Bürkle will der Verein zeitnah präsentieren. 

  35. Torhüter Silvio Heinevetter (32) wird die deutschen Handballer beim abschließenden EM-Qualifikationspiel gegen die Schweiz als Kapitän auf das Parkett führen.

    Dies verkündete Bundestrainer Christian Prokop zwei Tage vor dem Duell am Sonntag in Bremen (15.00 Uhr).

    Heinevetter vertritt Uwe Gensheimer, den Prokop wie auch andere Stars nach dem 29:26-Sieg in Portugal am Mittwoch und dem damit erreichten Gruppensieg in den Urlaub geschickt hatte. Auch ohne etliche Leistungsträger wollen die deutschen Handballer die Gruppe 5 verlustpunktfrei abschließen.

    "Wir müssen uns gegen die Schweiz, trotz ihrer guten Spieler, nicht verstecken und wollen mit Tempohandball das Spiel gewinnen", sagte Prokop: "Am Sonntag möchten wir die Kommunikation in der Abwehr gegenüber dem Portugal-Spiel verbessern."

    Spieler wie die Junioren-Nationalspieler Tim Suton und Marian Michalczik sowie Marcel Schiller, Tim Hornke und Erik Schmidt erhalten eine Chance, mit Blick auf die EM in Kroation (12. bis 28. Januar) auf sich aufmerksam zu machen.

  36. Der sechsmalige deutsche Frauenhandball-Meister HC Leipzig hat gegen die Nichterteilung einer Lizenz für die kommende Bundesligasaison frist- und formgerecht Schiedsklage erhoben.

    Darüber informierte die Handball Bundesliga Frauen (HBF) am Freitag. Zuvor war die Beschwerde des Klubs vom Vorstand zurückgewiesen geworden. Der bittere Gang in die 3. Liga soll jedoch unbedingt verhindert werden.

    Das Verfahren wird nun auf Basis des von beiden Parteien unterzeichneten Schiedsvertrages durchgeführt. Vorsitzende des Schiedsgerichts ist die ebenfalls von beiden Parteien einvernehmlich benannte Rechtsanwältin Sylvia Schenk. Darüber hinaus haben beide Parteien die Gelegenheit, jeweils einen Beisitzer zu benennen.

    Seitens des HBF besteht ein großes Interesse, schnellstmöglich zu einem Ergebnis zu kommen, da davon auch die konkrete Ausgestaltung des Spielplans der kommenden Saison sowohl für die 1. Bundesliga als auch die 2. Bundesliga abhängig ist. Der weitere Fortgang des Verfahrens liegt jedoch ausschließlich in der Hand des Schiedsgerichts.

    Der Traditionsklub hatte die Lizenz am 19. Mai lediglich unter einer aufschiebenden Bedingung erhalten, diese bis zum 31. Mai aber nicht erfüllt. Der Einspruch gegen den Lizenzentzug wurde nun abgewiesen.

    Hintergrund für den Fall des HCL sind finanzielle Probleme, die den Klub seit Monaten belasten. Insgesamt sind Schulden in Höhe von 1,3 Millionen Euro aufgelaufen. Das Sanierungskonzept sah vor, dass der Verein rund eine Million Euro selbst aufbringen sollte. 200.000 Euro hätte die Stadt Leipzig im Erfolgsfall zuschießen wollen.

  37. Das Teilnehmerfeld für die Handball-Weltmeisterschaft der Frauen vom 1. bis 17. Dezember in Deutschland ist fast komplett.

    Als letzte europäische der insgesamt 24 Mannschaften qualifizierten sich am Donnerstag Montenegro, Slowenien, Tschechien und Russland für das Turnier. Die vier Vorrundengruppen werden am 27. Juni im Finalspielort Hamburg ausgelost.

    Deutschland trägt seine Vorrundenspiele in der Gruppe D in der Arena Leipzig aus. Die drei anderen Gruppenköpfe sind Frankreich (Gruppe A in Trier), Titelverteidiger Norwegen (Gruppe B in Bietigheim) und Dänemark (Gruppe C in Oldenburg). Die besten vier Teams jeder Gruppe erreichen das Achtelfinale, das ebenso wie das Viertelfinale in Leipzig und Magdeburg ausgespielt wird. Das Finalwochenende steigt in Hamburg.

    Am Sonntag beginnt in Buenos Aires die Pan-Amerika-Meisterschaft als letztes Qualifikationsturnier.

    Folgende Mannschaften stehen bereits als WM-Teilnehmer fest: 

    Europa: Deutschland, Norwegen, Niederlande, Frankreich, Dänemark, Schweden, Rumänien, Serbien, Ungarn, Spanien, Montenegro, Tschechien, Russland, Slowenien
    Asien: Südkorea, Japan, China
    Afrika: Angola, Tunesien, Kamerun

  38. DHB-Vizepräsident Bob Hanning (49) hat nach der souveränen EM-Qualifikation und dem vorzeitigen Gruppensieg der deutschen Handballer den EM-Titel als Ziel ausgeben.

    "Natürlich ist es die Titelverteidigung", sagte Hanning nach dem 29:26-Erfolg in Portugal: "Das ist doch ganz klar, dass man davon träumt, nochmal so erfolgreich zu sein." Bei der EM-Endrunde im Januar 2018 in Kroatien würden "Nuancen entscheiden".

    Es gebe mit dem kroatischen Gastgeber, den französischen Weltmeistern und den dänischen Olympiasiegern zwar "viele überragende Mannschaften", aber "keine Top-Favoriten mehr. Wir gehören mit dazu, und von daher brauchen wir uns auch vor keinem Gegner verstecken", sagte Hanning.

    Durch den hart erkämpften Erfolg im portugiesischen Gondomar, dem fünften Sieg im fünften Quali-Spiel, verschaffte sich das bereits zuvor für die EM qualifizierte deutsche Team von Bundestrainer Christian Prokop eine optimale Ausgangsposition für die Auslosung am 23. Juni.

     Qualifikation mehr als gut gelaufen

    Ungeachtet des noch ausstehenden Qualifikations-Abschlusses am Sonntag (15.00 Uhr) in Bremen gegen die Schweiz zog Hanning ein positives Fazit der Länderspielsaison. "Grundsätzlich muss die Bilanz der Saison überragend ausfallen", sagte der 49-Jährige.

    Mit Olympia-Bronze in Rio sei ein "sehr guter Start" gelungen: "Und die EM-Qualifikation mit dem Gruppensieg ist mehr als gut gelaufen." Vor allem bei den kniffligen Auswärtsspielen in Slowenien (32:23) und jetzt in Portugal habe die Mannschaft "dem Druck standgehalten".

    Als einzigen "negativen Fleck" bezeichnete Hanning das Achtelfinal-Aus bei der WM zu Jahresbeginn in Frankreich gegen Katar (20:21).

    "Aber ich sage: Das war unser wichtigstes Spiel für die Entwicklung, weil wir gesehen haben, dass wenn wir nicht alle mehr investieren als wir uns rausnehmen, wir keinen Erfolg haben werden", sagte Hanning. Dies sei für den Lernprozess "elementar wichtig".

  39. Die deutschen Handballer haben sich in der EM-Qualifikation vorzeitig den Gruppensieg gesichert.

    Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop gewann beim Verfolger Portugal mit 29:26 (15:16) und kann nach dem fünften Sieg im fünften Quali-Spiel nicht mehr vom ersten Platz verdrängt werden. Am letzten Spieltag trifft der Europameister am Sonntag (ab 15 Uhr im LIVETICKER) in Bremen auf die Schweiz.

    "Ich bin zu 100 Prozent glücklich und erleichtert", sagte Prokop: "Es war das erwartet schwere Spiel, wir haben verdient gewonnen. Wir lagen nach gutem Start zwischenzeitlich zurück. Dieses Spiel gedreht zu haben, nötigt mir Respekt ab."

    Durch den Sieg im portugiesischen Gondomar verschaffte sich das bereits zuvor für die EM qualifizierte deutsche Team eine optimale Ausgangsposition für die Auslosung am 23. Juni. Die Endrunde findet im Januar 2018 in Kroatien statt. Beste deutsche Torschützen in einer bis zum Schluss hart umkämpften Partie gegen Portugal waren Kapitän Uwe Gensheimer und Rückraumspieler Julius Kühn mit je sechs Treffern.

    DHB-Team mit Problemen

    Coach Prokop hatte angesichts einer kräftezehrenden Saison für seine Nationalspieler mit bis zu 75 Pflichtspielen in den zurückliegenden zehn Monaten von einer "großen Willensleistung" gesprochen, "die wir bringen müssen". Doch die Mannschaft sei "sehr ehrgeizig und will sich mit zwei Erfolgserlebnissen in den wohlverdienten Urlaub verabschieden".

    Dieser Wille war von Beginn an spürbar. Trotz des kurzfristigen Fehlens von Paul Drux (Meniskusriss) und Simon Ernst (Kreuzbandriss) begannen Gensheimer und Co. sehr konzentriert und wurden ihrer Favoritenrolle zunächst gerecht. Hinten zeigte Torhüter Silvio Heinevetter einige spektakuläre Paraden, vorne versenkte Julius Kühn die Bälle nach Belieben.

    Doch nachdem Linksaußen Gensheimer nach zwölf Minuten zum 9:5 traf, ging beim DHB-Team kurzzeitig nichts mehr und Portugal zog durch fünf Tore hintereinander vorbei. Auch in der Folge lief in der Prokop-Sieben nicht viel zusammen. In der Offensive wechselten technische Fehler mit schwachen Abschlüssen und die Abwehr bekam ihre flinken Gegenspieler nicht zu fassen, so dass Portugal vier Minuten vor der Pause plötzlich mit 15:12 vorne lag.

    Enge Partie bis zum Schluss

    "Das Ergebnis geht in Ordnung. Die Mannschaft will, das merkt man. Aber bei uns fehlt es ein bisschen an der notwendigen Kraft", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning in der Halbzeit: "Jetzt ist es noch einmal eine absolute Sache des Kopfes und der Bereitschaft."

    Im zweiten Abschnitt wogte die Partie lange Zeit hin und her, die Führung wechselte ständig. Bis in die Schlussphase konnte keines der beiden Teams mit mehr als einem Tor wegziehen. Erst Kühns Treffer, acht Minuten vor dem Ende, zum 26:24 sorgte für entspanntere Gesichter auf der deutschen Bank.

    Für die Partie gegen die Schweiz wird der Kader noch einmal kräftig durcheinandergewürfelt. Für Gensheimer, Patrick Groetzki, Hendrik Pekeler, Niclas Pieczkowski und Patrick Wiencek beginnt am Donnerstag der lang ersehnte Urlaub, dafür rücken Marcel Schiller, Tim Suton, Tim Hornke, Marian Michalczik und Erik Schmidt ins Aufgebot.

  40. Unmittelbar nach Saisonende der DKB HBL steht für die deutsche Nationalmannschaft das EM-Qualifikationsspiel in Portugal (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER) auf dem Programm.

    Für die Europameisterschaft 2018 in Kroatien ist das DHB-Team bereits qualifiziert und führt mit acht Punkten die Tabelle vor Portugal (fünf Punkte) an. Jetzt soll auch der Platz an der Spitze gesichert werden.

    Schon ein Remis bei den überraschend starken Iberern (5:3 Punkte) reicht Kapitän Uwe Gensheimer und Co., um sich nach der bereits gesicherten Endrunden-Teilnahme eine optimale Ausgangsposition für die EM-Auslosung am 23. Juni zu verschaffen.

    Mit zwei Siegen in den Urlaub

    Im Hinspiel, das ebenfalls auf SPORT1 zu sehen war, gelang dem Europameister ein klarer 35:24-Erfolg.

    "Es wird eine große Willensleistung, die wir bringen müssen", sagte Bundestrainer Christian Prokop vor dem Quali-Endspurt mit den Spielen beim Gruppenzweiten Portugal und vier Tage später in Bremen gegen die Schweiz: "Aber die Mannschaft ist sehr ehrgeizig und will sich mit zwei Erfolgserlebnissen in den wohlverdienten Urlaub verabschieden."

    Einen Tag vor dem Spiel musste das deutsche Team eine bittere Nachricht verarbeiten.

    Pieczkowski ersetzt verletzten Ernst

    Keine 24 Stunden nach der Verletzung von Paul Drux, der sich am Montag mit einem Meniskusriss im rechten Knie abmeldete, erfuhren die Spieler von der schweren Knieverletzung von Simon Ernst.

    Der 23 Jahre alte Rückraumspieler des VfL Gummersbach hatte beim letzten Training vor dem Abflug einen Kreuzbandriss erlitten und konnte die Reise nicht mehr antreten. Ersetzt wird Ernst von Niclas Pieczkowski (SC DHfK Leipzig). 

  41. Bittere Nachricht für die deutschen Handballer: Rückraumspieler Simon Ernst hat in der Vorbereitung auf das EM-Qualifikationsspiel in Portugal am Mittwoch in Gondomar (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) einen Kreuzbandriss erlitten.

    Der 23-Jährige vom VfL Gummersbach hat das DHB-Team bereits verlassen und muss sich auf eine monatelange Pause einstellen. 

    Nach dem Ausfall von Paul Drux (Meniskusriss) ist es für Bundestrainer Christian Prokop die zweite Hiobsbotschaft binnen 24 Stunden

    "Für Simon tut uns das sehr leid. Das ist für ihn unheimlich bitter. Wir drücken ihm und Gummersbach die Daumen, dass er möglichst schnell wieder zurückkehrt", sagte Prokop: "Den Ausfall müssen wir in den Spielen gegen Portugal und die Schweiz als Team auffangen."

    Für das vorletzte Quali-Spiel in Portugal nominierte Prokop kurzfristig Niclas Pieczkowski vom DHfK Leipzig nach. Pieczkowski, der in der vergangenen Woche erstmals Vater geworden ist, kehrt am Donnerstag wieder zu seiner Familie zurück und wird im abschließenden Duell mit der Schweiz am Sonntag in Bremen durch den Mindener Marian Michalczik ersetzt.

    Mit einem Sieg oder einem Remis in Portugal kann sich der Europameister vorzeitig den Gruppensieg sichern. Dies würde eine optimale Ausgangsposition für die Auslosung der EM-Endrunde in Kroatien am 23. Juni bedeuten.

  42. Die Wechselgedanken von Nationalkeeper Andreas Wolff schlagen weiter hohe Wellen.

    SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar hat die Aussagen Wolffs zu seiner Zukunft scharf kritisiert.

    "Andreas Wolff ist schlecht beraten, solche Interviews zu geben. Er spielt beim großen THW Kiel und bekommt durchaus seine Spielanteile", sagte der 44-Jährige: "Wenn du zum THW Kiel gehst und der zweite Torwart Niklas Landin heißt, dann weißt du, dass du zwei Weltklassetorhüter hast und sich die Spielanteile halbieren. Sich darüber jetzt aufzuregen, finde ich ganz schön vermessen."

    Der DHB-Keeper hatte sich mit dem Verein nicht über eine Verlängerung seines Vertrages einigen können und kokettierte zuletzt beim NDR mit einem Wechsel. "Man muss seine Schlüsse daraus ziehen und sich Gedanken machen", erklärte Wolff.

    Wolff "hat sich keinen Gefallen getan"

    Der 26-Jährige war erst vor der abgelaufenen Saison aus Wetzlar nach Kiel gewechselt, ist aber nicht zufrieden mit seinen Einsatzzeiten. Unter anderem hatte er im so wichtigen Viertelfinale der Champions League gegen den FC Barcelona überhaupt nur für einen Siebenmeter das Feld gesehen - zum Saisonausklang gegen Balingen ganze 19 Sekunden.

    Da er schon vor der herausragenden EM 2016 - als sein Stern weltweit aufging - in Kiel unterschrieben hatte, waren die finanziellen und sportlichen Voraussetzungen im Sommer dann natürlich plötzlich völlig andere.

    "Wenn er so frühzeitig beim THW unterschreibt, haben da zwei Seiten auch immer ihren Anteil daran. Deswegen finde ich, dass er sich keinen Gefallen mit diesem Interview getan hat", erklärte Kretzschmar.

  43. Nationaltrainer Christian Prokop erwartet in der EM-Qualifikation am Mittwoch (20.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) gegen Portugal einen physisch starken Gegner.

    "Die Abwehrleistung wird entscheidend sein. Die Portugiesen sind körperlich unheimlich stark. Sie sind eine Mannschaft, die in der Abwehr nicht bei einem normalen 6-0 bleibt, sondern auch gerne mal in eine 3-3- oder 4-2-Deckung geht. Zwar dadurch immer wieder Räume anbietet, aber diese dann mit sehr viel Masse und Schnelligkeit wieder schließt", analysierte Prokop den bevorstehenden Gegner auf einer Pressekonferenz am Montag.

    Portugal kann mit einem Sieg gegen Deutschland das Ticket für die Europameisterschaft 2018 in Kroatien lösen. "Es wird für uns darauf ankommen, dass wir sehr aggressiv decken, aber uns auch als Mannschaft sehr beweglich präsentieren. Wir müssen unsere eigene Waffe nutzen - und die heißt Abwehr und Torhüter", sagte Prokop.

    Drux fällt verletzt aus

    Verzichten muss Prokop allerdings auf Rückraumspieler Paul Drux. Der 23-Jährige zog sich am letzten Bundesliga-Spieltag einen Meniskusriss im rechten Knie zu und fällt für die beiden Spiele des Europameisters in Portugal und gegen die Schweiz am Sonntag (15.00 Uhr) aus.

    SPORT1 überträgt am Mittwoch, 14. Juni, LIVE ab 20.15 Uhr, Peter Kohl kommentiert, als Experte ist Handball-Legende Stefan Kretzschmar im Einsatz.

    Für die EHF EURO 2018 in Kroatien ist das DHB-Team bereits qualifiziert und führt mit acht Punkten die Tabelle vor Portugal (fünf Punkte) an. Jetzt soll auch der Platz an der Spitze gesichert werden. Im Hinspiel, das ebenfalls auf SPORT1 zu sehen war, gelang dem Europameister ein klarer 35:24-Erfolg.

  44. Die deutschen Handballer müssen im Endspurt der EM-Qualifikation auf Paul Drux verzichten.

    Der 22 Jahre alte Rückraumspieler der Füchse Berlin zog sich am letzten Bundesliga-Spieltag einen Meniskusriss im rechten Knie zu und fällt für die beiden Spiele des Europameisters in Portugal am Mittwoch (20.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) und gegen die Schweiz am Sonntag (15.00 Uhr) aus.

    Keine Urlaubsstimmung bei den Bad Boys

    Mit einem Sieg oder einem Remis in Portugal kann sich das bereits für die EM qualifizierte Team von Bundestrainer Christian Prokop vorzeitig den Gruppensieg sichern. Dies würde eine optimale Ausgangsposition für die Auslosung der EM-Endrunde in Kroatien (12. bis 28. Januar 2018) bedeuten.

    "Bei uns im Lehrgang ist noch keine Urlaubsstimmung. Die erste Einheit war gut und alle wollen die beiden Erfolge", sagte Prokop bei einem Pressegespräch am Montag in Frankfurt/Main. Eine "Muss-Veranstaltung" seien die beiden Länderspiele keinesfalls. "Es ist nach wie vor eine Ehre, für sein Land zu spielen."

    Bestbesetzung im Endspurt

    Bis auf den verletzten Drux, der nach der erfolgreichen Operation am Montag sechs Wochen ausfallen wird, reist die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) in geplanter Besetzung ins portugiesische Gondomar.

    Das Hinspiel gegen Portugal hatten Kapitän Uwe Gensheimer und Co. im November mit 35:24 gewonnen.

    Für die nur vier Tage später in Bremen folgende Partie gegen die Schweiz wird der Kader dann auf vier Positionen verändert. Für Gensheimer, Patrick Groetzki, Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek rücken Marcel Schiller, Tim Suton, Johannes Sellin und Erik Schmidt in das 16 Spieler umfassende Aufgebot.

  45. Hallo Handball-Fans,

    die Saison ist vorbei und die Rhein-Neckar Löwen haben ihren Titel verteidigt. Hut ab dafür! An eine neue Ära oder Dominanz der Löwen glaube ich aber nicht, dafür hat sich Kiel zu gut verstärkt und auch Flensburg ist auf Augenhöhe.

    In Melsungen, Magdeburg und Berlin kommen nächste Saison drei Mannschaft zu den Top 3 dazu, das kann ein Sechskampf um die deutsche Meisterschaft werden.

    Hinter der Entwicklung von Flensburg stehen einige Fragezeichen. Wenn man den Trainer austauscht, ist das erst einmal ein Wagnis und ein Risiko. Man muss abwarten, wie der neue Coach mit der Mannschaft klar kommt. Ein zweiter Platz wäre für Flensburg nächstes Jahr ein Erfolg.

    Der THW Kiel hat auf die trotz des Pokalerfolgs insgesamt enttäuschende Saison bereits reagiert und auf der für mich einzig vakanten Position Rückraum Mitte den Slowenen Miha Zarabec geholt, als Absicherung für Domagoj Duvnjak. Der Rest des Kaders ist für mich absolute Weltklasse.

    Die drei Absteiger Bergischer HC, Balingen-Weilstetten und Coburg sind für mich die absoluten Favoriten auf den sofortigen Wiederaufstieg. Dazu ist das Delta zwischen erster und zweiter Bundesliga zu groß.

    Vor allem für den BHC ist es am Ende bitter gelaufen: Nach der Hinrunde mit nur fünf Punkten waren sie eigentlich schon abgeschrieben. Danach kam noch einmal die große Aufholjagd und sie hatten am letzten Spieltag sogar noch die Chance drinzubleiben. Das hätte ihnen auch niemand mehr zugetraut.

    Von den Teams, die sich gerade noch in der Liga halten konnten (Lemgo, Stuttgart, Gummersbach, Anm. d. Red.), wird nächste Saison keiner etwas mit dem Abstieg zu tun haben. Zum einen steigen nur zwei Mannschaften ab statt drei und zum anderen schätze ich die Aufsteiger nicht stark genug ein.

    Dass kein deutsches Team ins Final Four der Champions League kam, hat mehrere Gründe. Inzwischen können andere Vereine enorm aufrüsten und haben andere Möglichkeiten bei ihrem Budget für Transfers und Gehälter, zum Beispiel Veszprem und Skopje. Das erschwert für die HBL-Teams den Kampf um die Superstars enorm.

    Außerdem mussten die deutschen Vereine in der Champions League Tribut zollen für den Kräfteverschleiß in der Bundesliga, weil die Spieler ausgelaugt waren.

    Andere Teams in Europa haben keine so starke Liga und können sich voll auf die Champions League konzentrieren, während die deutschen Mannschaften jedes Wochenende in der HBL voll gefordert sind.

    Euer Kretzsche

    Stefan Kretzschmar, 44, war seit 2009 als Experte und Co-Kommentator das Handball-Gesicht von SPORT1. Der neben Heiner Brand wohl bekannteste deutsche Handballer hat in 218 Länderspielen 817 Tore für den DHB erzielt, gewann unter anderem Olympia-Silber in Athen 2004. In der Bundesliga war der ehemalige Weltklasse-Linksaußen für den SC Dynamo Berlin, Blau-Weiß Spandau, den VfL Gummersbach und den SC Magdeburg aktiv, mit dem er 2002 die Champions League gewann. Bei SPORT1.de analysierte "Kretzsche" wöchentlich in seiner Kolumne das Handball-Geschehen. Zur neuen Saison wechselt er als Handball-Experte zu Sky.

  46. Routinier Pascal Hens (37) macht endgültig Schluss. 

    "Mein Spielerberater geht nicht mehr auf Vereinssuche für mich", sagte Hens der Bild. Zuletzt hatte der Rückraumspieler für HBW Balingen-Weilstetten gespielt. Seinen auslaufenden Vertrag bei den Schwaben, mit denen er in der gerade abgelaufenen Saison aus der Bundesliga abgestiegen ist, wird er nicht mehr verlänger

    "Trotz der Verletzungen ist sehr viel sehr gut gelaufen. Deshalb möchte ich auch Danke sagen bei all denen, die mich in den Jahren so phänomenal unterstützt haben. Aber jetzt bin ich froh, dass das Kapitel Handball beendet ist", sagte Hens.

    Hens mit beeindruckender Titelsammlung

    Hens begann seine Bundesliga-Karriere vor 18 Jahren bei der SG Wallau-Massenheim. Nach vier Jahren wechselte er 2003 zum HSV Hamburg, bei dem er 13 Jahre lang spielte. In diese Zeit fallen seine größten sportlichen Erfolge auf Vereinsebene. 2006 und 2010 gewann Hens mit den Hamburgern den DHB-Pokal, 2011 die deutsche Meisterschaft und 2013 die Champions League.

    Zudem war Hens lange Zeit Kapitän der Nationalmannschaft. Mit ihr gewann er 2004 den EM-Titel, holte im gleichen Jahr die olympische Silbermedaille und führte das DHB-Team 2007 als bester Torschütze zum WM-Triumph im eigenen Land. Im Anschluss an die EM 2012 trat er nach insgesamt 199 Länderspielen und 565 Toren zurück.

  47. Der alte und neue deutsche Handball-Meister Rhein-Neckar Löwen hat die erfolgreiche Titelverteidigung mit seinen Fans in der Mannheimer Innenstadt gefeiert.

    Das Team von Trainer Nikolaj Jacobsen fuhr am Sonntag mit dem Fahrrad zum Münzplatz, wo es von ihren Anhängern frenetisch empfangen wurde. Für die Löwen, die den erneuten Titelgewinn bereits zwei Spieltage vor Saisonende perfekt gemacht hatten, war es die zweite deutsche Meisterschaft.

    "Den Druck, den die Mannschaft und auch der Trainer ausgehalten hat: Da muss man schon den Hut vor ziehen", sagte Teammanager Oliver Roggisch bei SPORT1. Der Ex-Weltmeister mahnte mit Blick auf die kommende Saison aber auch zu harter Arbeit: "Jeder einzelne im Verein muss mehr tun. Wenn wir da oben bleiben wollen, müssen wir hart arbeiten und uns gezielt verstärken. Nächstes Jahr wird verdammt schwer."

    Schmid ausgezeichnet, Abschied von du Rietz

    Die Fan-Party am Sonntag bildete den Abschluss der Meister-Feierlichkeiten. Nach der spontan vorgezogenen Abschlussfahrt nach Mallorca geriet der 33:28 (19:14)-Heimerfolg am letzten Spieltag am Samstag gegen die MT Melsungen zum Schaulaufen. Im Anschluss an die Partie wurde dem Team um Spielmacher Andy Schmid die Meisterschale überreicht. Schmid wurde zudem als "Spieler der Saison" ausgezeichnet.

    Besonderen Applaus erhielt Rückraumspieler Kim Ekdahl du Rietz. Der Schwede beendete am Samstag im Alter von 27 Jahren seine Karriere aus freien Stücken. "Ich respektiere seine Entscheidung, aber verstehen werde ich sie nie", sagte Coach Jacobsen: "Er gehört zu den besten Handballern der Welt und wird uns sehr fehlen."

  48. Der TV Hüttenberg und die TSG Ludwigshafen-Friesenheim sind dem bereits feststehenden Zweitliga-Meister TuS N-Lübbecke in die Bundesliga gefolgt.

    Am letzten Spieltag der 2. Bundesliga sicherte sich Hüttenberg mit einem 25:19 (12:10) gegen Lübbecke den zweiten Platz. Auf dem dritten Aufstiegsrang landete Friesenheim, das 32:27 (16:11) gegen Absteiger HC Empor Rostock gewann.

    Der mit 13 Punkten Vorsprung souveräne Meister Lübbecke hatte die Rückkehr in die Bundesliga nach einjähriger Abwesenheit schon Ende April perfekt gemacht.

    Die SG Leutershausen komplettierte das Feld der Absteiger in die 3. Liga neben den bereits vor dem Spieltag feststehenden Teams TuS Ferndorf, TV 1893 Neuhausen und Empor Rostock.

  49. Große Jubelszenen gab es am 34. Spieltag in Mannheim.

    Die Rhein-Neckar Löwen hatten den Meistertitel bereits zwei Spieltage vor Saisonende mit einem 28:19-Sieg gegen Rekordmeister THW Kiel perfekt gemacht, das Spiel gegen die MT Melsungen wurde zum großen Schaulaufen.

    Nach dem 33:28 (19:14) über die Nordhessen nahmen die Löwen zum zweiten Mal in Folge die Meisterschale entgegen. Spielmacher Andy Schmid wurde zudem noch als "Spieler der Saison" ausgezeichnet.

  50. Grenzenloser Jubel beim TBV Lemgo, tiefe Trauer beim Bergischen HC: Der zweimalige deutsche Meister aus Ostwestfalen-Lippe sicherte sich am letzten Spieltag der Handball-Bundesliga den Klassenerhalt durch einen 32:31 (15:13)-Zittersieg gegen den VfL Gummersbach.

    Der BHC muss damit trotz einer starken Vorstellung beim 32:24 (17:12) gegen den TSV Hannover-Burgdorf den bitteren Gang in die 2. Liga antreten. Aufgestiegen sind neben dem bereits feststehenden Zweitliga-Meister TuS N-Lübbecke der TV Hüttenberg und die TSG Ludwigshafen-Friesenheim.

    "Das war Spitz auf Knopf, das war nervenaufreibend und Spannung pur", sagte Lemgos Nationalspieler Christoph Theuerkauf bei SPORT1. Sein Trainer Florian Kehrmann fügte hinzu: "Dass es am Ende gereicht hat, macht mich stolz. Das haben die Jungs echt gut hinbekommen. Ich freue mich so, dass ich gleich ein Bier trinken werde."

    "Fühlt sich richtig scheiße an"

    Vorwerfen konnte sich der Bergische HC zumindest am letzten Spieltag wahrlich nichts: In beeindruckender Manier erledigte der BHC gegen die Niedersachsen vor lautstarker Heimkulisse ihre Hausaufgaben.

    "Das fühlt sich richtig scheiße an, wir sind selber schuld", sagte BHC-Torwart Björgvin Gustavsson am SPORT1-Mikrofon: "Wir hatten es in dieser Saison selber in der Hand. Wir müssen nach vorne schauen."

    Stuttgart rettet sich im Derby

    Aufatmen konnte neben Gummersbach, das sich trotz der Niederlage dank einer um 19 Treffer besseren Tordifferenz gegenüber dem BHC rettete, auch der TVB Stuttgart. Das Team von Trainer und Ex-Weltmeister Markus Baur machte mit dem Punktgewinn beim 26:26 (16:14) den Klassenerhalt perfekt.

    Durch den 25:22 (10:13)-Sieg beim bereits vorzeitig feststehenden Absteiger HBW Balingen-Weilstetten sicherte sich der THW Kiel derweil den dritten Platz, der über eine Wildcard wahrscheinlich zur Teilnahme an der Champions League berechtigt.

    Gebührender Abschied für Vranjes

    Einen gebührenden Abschied bereitete die SG Flensburg-Handewitt ihrem Urgestein Ljubomir Vranjes nach sieben Jahren als Trainer und drei Saisons als Spieler mit dem 34:31 (15:13) über die HSG Wetzlar. Der 43-Jährige, der den Vizemeister 2014 zum Champions-League-Sieg führte, wechselt zur kommenden Spielzeit zum ungarischen Rekordmeister Telekom Veszprem.

    Deutlich nüchterner fiel der Abschied von Bundestrainer Christian Prokop, der sich künftig voll auf die Nationalmannschaft konzentrieren wird, beim SC DHfK Leipzig aus. Die Sachsen unterlagen den Füchsen Berlin mit 28:32 (12:16).

    Neben Balingen-Weilstetten stand auch der HSC Coburg bereits vor dem Saisonfinale als Absteiger fest. Aus der 2. Liga ist bislang der TuS N-Lübbecke nach einer Saison im Unterhaus als Aufsteiger fix.

  51. Spielmacher Andy Schmid vom alten und neuen Meister Rhein-Neckar Löwen ist zum vierten Mal in Folge zum besten Feldspieler der Handball-Bundesliga gewählt worden.

    Der Schweizer Nationalspieler bekam von den Trainern und Managern der 18 Vereine wie schon 2014, 2015 und 2016 in einer geheimen Abstimmung mit Abstand die meisten Stimmen.

    Die Trophäe erhielt der 33-Jährige im Rahmen des letzten Saisonspiels der Löwen gegen die MT Melsungen am Samstag. Vor dem 34. Spieltag hatte Schmid 152 Tore und 89 Assists auf seinem Konto.

  52. Letzter Spieltag und zugleich großes Abstiegsfinale in der DKB HBL: Beim wem fließen am Ende Tränen, wer darf jubeln?

    Der Bergische HC, der TBV Lemgo und der TVB 1898 Stuttgart sind in akuter Abstiegsgefahr. SPORT1 zeigt die Partien der Kontrahenten von Platz 16 bis 14 am Samstag Live ab 15.55 Uhr in einer Dreier-Konferenz.

    Zudem gibt es die Spiele Bergischer HC – TSV Hannover-Burgdorf, TBV Lemgo – VfL Gummersbach und FRISCH AUF Göppingen – TVB 1898 Stuttgart einzeln und in voller Länge im kostenlosen LIVESTREAM auf SPORT1.de zu sehen.

    Schaltung zur Meisterehrung

    SPORT1 setzt nach dem Finish um den Klassenerhalt auch die Meisterehrung der Rhein-Neckar Löwen LIVE aus der SAP Arena in Mannheim in Szene.

    Als Moderatorin führt Anett Sattler durch Abstiegskonferenz und Meisterehrung. Aus Lemgo berichten Uwe Semrau und Experte Daniel Stephan, in Wuppertal sind Markus Götz und als Experte Stefan Kretzschmar im Einsatz, das Stuttgarter Spiel kommentiert Tobias Schimon.

    Hochspannung vor dem Saisonfinale

    Mit einem Sieg über die TSV Hannover-Burgdorf ist der TBV Lemgo am Mittwoch von Abstiegsrang 16 auf Platz 15 geklettert. Und der Traditionsklub will natürlich auch nach dem letzten Schlusspfiff der Saison über dem Strich stehen.

    Dafür muss der TBV vor eigenem Publikum gegen den VfL Gummersbach bestehen, mit einem Sieg wäre das Team von Trainer Florian Kehrmann gerettet. Selbst ein Unentschieden sollte aufgrund des im Vergleich zur Konkurrenz besseren Torverhältnisses reichen.

    Trainer Florian Kehrmann kündigte am Mittwoch auf SPORT1 kämpferisch an: "Wir haben am Samstag eine ausverkaufte Hütte und wollen die zwei Punkte gegen Gummersbach holen."

    Für den Bergischen HC zählt nur ein Sieg

    Keinerlei Taktieren kann sich der Bergische HC gegen Hannover-Burgdorf erlauben, die Wuppertaler benötigen in jedem Fall einen Sieg und müssen zugleich auf eine Pleite Lemgos hoffen.

    Auch eine Niederlage des Tabellen-14. Stuttgart in Göppingen könnte dem BHC den Klassenerhalt bringen. Das gilt, wenn es gelingt, die Tordifferenz von 15 Treffern mit einem eigenen hohen Sieg auszugleichen.

    Sogar Entscheidungsspiele nach Saisonende sind möglich, sollten am Ende zwei Teams mit gleicher Punktzahl und Tordifferenz auf Platz 16 landen. 

  53. Handball-Rekordmeister THW Kiel hat bei Rechtsaußen Niclas Ekberg die vertraglich vereinbarte Option gezogen und den ursprünglich bis zum 30. Juni 2018 laufenden Kontrakt damit um ein Jahr verlängert.

    Der schwedische Nationalspieler spielt seit 2012 für Kiel und erzielte in 265 Partien 897 Tore.

    Ekberg ist Kiels Toptorschütze

    "Niclas ist ein Weltklasse-Rechtsaußen, den wir langfristig halten möchten. Er passt einfach zum THW Kiel und zu unserer Mannschaft", sagt THW-Trainer Alfred Gislason. In der am Samstag endenden Spielzeit ist Ekberg mit bisher 244 Treffern wettbewerbsübergreifend erfolgreichster Torschütze der Kieler.

    "Wir freuen uns, dass einer der besten Rechtsaußen der Welt weiter für uns spielt", sagte THW-Geschäftsführer Thorsten Storm. Und Linkshänder Ekberg meinte: "Wir haben eine tolle junge Mannschaft, die eine gute Zukunft vor sich hat."

  54. Einspruch abgelehnt, Zwangsabstieg besiegelt: Der sechsmalige Meister HC Leipzig muss den bitteren Gang in die 3. Liga antreten.

    Die Beschwerde des Klubs gegen die nicht erteilte Lizenz wurde vom Vorstand der Handball Bundesliga Frauen (HBF) zurückgewiesen, dies teilte die HBF am Freitag mit. Als letzte Instanz kann der HCL nun innerhalb von sieben Tagen noch das Schiedsgericht anrufen und gegen die Entscheidung des HBF-Vorstandes vorgehen.

    Dies wird seitens der HC Leipzig Bundesliga GmbH "fristgerecht durch die vertretenden Anwälte erfolgen", teilte der Klub mit. "Weitere Informationen zu dieser Thematik" könnten "im Hinblick auf den weiterhin laufenden Prozess" von Vereinsseite nicht erfolgen.

    Finanzielle Probleme sorgen für Niedergang

    Der Traditionsklub hatte die Lizenz am 19. Mai lediglich unter einer aufschiebenden Bedingung erhalten, diese bis zum 31. Mai aber nicht erfüllt. Der Einspruch gegen den Lizenzentzug wurde nun abgewiesen.

    Hintergrund für den Fall des zweimaligen Europacup-Siegers sind finanzielle Probleme, die den Klub seit Monaten belasten. Insgesamt sind Schulden in Höhe von 1,3 Millionen Euro aufgelaufen. Das Sanierungskonzept sah vor, dass der Verein rund eine Million Euro selbst aufbringen sollte. 200.000 Euro hätte die Stadt Leipzig im Erfolgsfall zuschießen wollen

  55. Die deutschen Handballerinnen haben sich mit einem Erfolgserlebnis in die kurze Sommerpause verabschiedet.

    Das Team von Bundestrainer Michael Biegler gewann das Länderspiel gegen Dänemark vor 2600 Zuschauern in Aarhus mit 22:17 (13:11).

    Beste Werferin der deutschen Mannschaft war Linkshänderin Anne Hubinger (4), je dreimal trafen Xenia Smits, Lone Fischer und Kim Naidzinavicius.

    Biegler lobt kämpferische Einstellung

    "Nach einem langen Lehrgang und zum Ende der Saison war dieses Spiel ein guter Abschluss, auch wenn nicht alle Vorgaben umgesetzt wurden", sagte DHB-Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld: "Die kämpferische Einstellung hat mir gut gefallen, wir sind im Hinblick auf die WM auf einem guten Weg."

    Vom 2. bis 9. Juli beginnt für Biegler und sein Team mit einem Athletik-Lehrgang im österreichischen Sölden die neue Saison mit dem Höhepunkt der Heim-WM im Dezember. Für diese Maßnahme haben Biegler und Sommerfeld bereits 21 Spielerinnen nominiert.

    Im ersten Länderspiel der WM-Saison geht es am 27. September in Oldenburg in der Qualifikation für die Europameisterschaft 2018 gegen Litauen.

    Die deutschen Tore gegen Dänemark:

    Anne Hubinger (4), Xenia Smits (3), Lone Fischer (3), Kim Naidzinavicius (3/1), Angie Geschke (2), Julia Behnke (2), Isabell Klein (1), Emily Bölk (1), Stella Kramer (1), Kerstin Wohlbold (1), Svenja Huber (1/1)

  56. Rekordmeister THW Kiel hat betont gelassen auf die öffentlich geäußerten Abschiedsgedanken seines Nationaltorhüters Andreas Wolff reagiert.

    Es gebe "keinen Handlungsbedarf", sagte THW-Geschäftsführer Thorsten Storm und verwies auf den laufenden Vertrag bis 2019. Kiel habe "mit Andreas Wolff sportlich geplant", und "kein Verein oder sein Berater ist mit anderen Ideen auf uns zugekommen."

    Wolff hatte zuletzt ein Angebot zur vorzeitigen Vertragsverlängerung abgelehnt und in mehreren Interviews mit einem Vereinswechsel kokettiert.

    Wolff in Kiel kein Spitzenverdiener

    "Es gibt Leute, mit denen möchte ich einfach nicht mehr reden, weil mir ihre Art und Weise nicht zusagt", erklärte der Europameister bei NDR-Info. Gerüchte über ein Interesse des französischen Spitzenklubs Paris St. Germain dementierte Wolff, der in Kiel nicht zu den Spitzenverdienern zählt.

    Laut Medienberichten ist der ungarische Serienmeister MKB Veszprem eine Option. Über Wolffs Berater habe es, dies berichteten die Kieler Nachrichten am Donnerstag, bereits Kontakte zu dem Topteam gegeben, zu dem auch Flensburgs Trainer Ljubomir Vranjes wechselt.

    "Der THW Kiel hat Andreas Wolff in seinem ersten Jahr bei uns aufgrund seiner sportlichen Entwicklung ein neues Angebot zur vorzeitigen Verlängerung zu verbesserten Konditionen unterbreitet. Dazu gab es keine Einigung", sagte Storm nun. Dies sei "im Sport aber kein Einzelfall". Mehr gebe es "dazu vom THW Kiel nicht zu sagen. Wir konzentrieren uns auf die sportlichen Ziele der Mannschaft."

  57. Die deutschen Handball-Frauen verabschieden sich mit einem hochkarätigen Länderspiel in die Sommerpause.

    Knapp fünf Monate vor der Heim-WM im Dezember testet die Mannschaft von Bundestrainer Michael Biegler am Donnerstag (21.00 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in Aarhus gegen den EM-Vierten Dänemark.

    "Es bringt uns weiter, gegen einen solch attraktiven Gegner die im Training erarbeiteten Inhalte umzusetzen", sagte Biegler. Im Anschluss an das Länderspiel in Skandinavien gehen die Nationalspielerinnen in den Urlaub.

    Die neue Saison beginnt für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) mit einem Athletiklehrgang vom 2. bis 9. Juli im österreichischen Sölden.

    Das nächste Länderspiel auf deutschem Boden steigt am 27. September in Oldenburg. Dann trifft der EM-Sechste im ersten Qualifikationsspiel zur Europameisterschaft 2018 in Frankreich auf Litauen.

  58. Kai Wandschneider ist zum Trainer des Jahres in der DKB HBL gewählt worden. 

    Der Coach der HSG Wetzlar wurde von den Managern und Trainern der 18 Bundesligisten mit der Auszeichnung geehrt. Dies teilte die HBL am Mittwoch mit. 

    In der kurz vor dem Abschluss stehenden Saison führte Wandschneider sein Team überraschend bis auf den sechsten Rang. Die Auszeichnung erhält der 57-Jährige nach der Saison 2012/13 zum zweiten Mal. 

    Zuletzt wurde der heutige Trainer der deutschen Nationalmannschaft, Christian Prokop, mit dem Titel bedacht. 

  59. Der TBV Lemgo hat einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt gemacht. 

    Am vorletzten Spieltag der Bundesliga bezwang der Altmeister die TSV Hannover-Burgdorf mit 27:23 (12:12) und schob sich auf den 15. Tabellenplatz, der den Verbleib in der Spielklasse bedeuten würde.

    Im ersten Spiel nach dem Titelgewinn verlor zudem der alte und neue Meister Rhein-Neckar-Löwen bei der HSG Wetzlar 24:30 (15:15). Kai Wandschneider, der die Hessen in dieser Saison überraschend auf Rang sechs geführt hat, wurde als Trainer der Saison ausgezeichnet.

    Bangen um Theuerkauf

    Lemgo zeigte eine konzentrierte Leistung, die eigentlich favorisierten Hannoveraner enttäuschten mit einer kraftlosen Vorstellung. "Wir werden uns jetzt erst einmal regenerieren. Ich hoffe, dass am Samstag wieder alle bereit stehen. Zu Ende ist das hier noch nicht", sagte Lemgo-Coach Florian Kehrmann nach der Partie bei SPORT1.

    Ob er auf Christoph Theuerkauf zurückgreifen kann, ist noch fraglich, denn der Kreisläufer war bei einem Treffer auf die rechte Seite geprallt und musste anschließend behandelt werden.

    Alles selbst in der Hand

    Am letzten Spieltag muss sich Lemgo im Fernduell mit dem Bergischen HC beweisen, der auf den 16. Rang abrutschte. Lemgo steht bei 21:45 Punkten, der BHC weißt eine Bilanz von 20:46 auf.

    Zum Saisonfinale bekommt es Lemgo mit dem VfL Gummersbach (Platz 13) zu tun, der theoretisch auch noch unten reinrutschen kann. Der Bergischer HC misst sich mit Hannover. 

    Auf Platz 14 rangiert der TVB 1898 Stuttgart (22:44 Punkte), dessen letzter Gegner Frisch Auf Göppingen ist.

    Der Meister verliert

    Im ersten Spiel nach dem Titelgewinn verlor der alte und neue Meister Rhein-Neckar-Löwen bei der HSG Wetzlar 24:30 (15:15).

    Kai Wandschneider, der die Hessen in dieser Saison überraschend auf Rang sechs geführt hat, wurde als Trainer der Saison ausgezeichnet.

    Die Partien im Stenogramm

    TSV Hannover-Burgdorf - TBV Lemgo 23:27 (12:12)
    Tore: Olsen (6), Karason (6/2), Mortensen (3/1), Böhm (2), Häfner (2), Hykkerud (1), Lehnhoff (1), Kastening (1), Patrail (1) für Hannover
    Hornke (8/2), Suton (6), Theuerkauf (4), Kogut (4), Valiullin (3), Mansson (1), Skroblien (1) für Lemgo
    Zuschauer: 4150

    HSG Wetzlar - Rhein-Neckar Löwen 30:24 (15:15)
    Tore: Weber (8/1), Kvist (6), Bjornsen (5), Kohlbacher (4), Berggren (3), Mirkulovski (1), Klesniks (1), Pöter (1), Cavor (1) für Wetzlar
    Schmid (6/3), Groetzki (5/1), Manaskov (5/1), Reinkind (4), Guardiola Villaplana(2), Taleski (1), Larsen (1) für Rhein-Neckar
    Zuschauer: 4421

  60. Handball-Europameister Andreas Wolff von Rekordmeister THW Kiel liebäugelt offenbar mit einem Vereinswechsel.

    "Mein Berater steht im Austausch mit anderen Vereinen, bei denen die Möglichkeit gegeben wäre, mehr in Spielen der ersten Güteklasse - zum Beispiel K.o.-Matches in der Champions League oder Top-Spiele in der Bundesliga - im Tor zu stehen", sagte der 26-Jährige den Kieler Nachrichten.

    PSG meldet Interesse an

    Wie die Zeitung berichtete, hat der französische Renommierklub Paris St. Germain seine Fühler nach Wolff ausgestreckt, der erst seit 2016 für den THW spielt.

    Laut Kiels Manager Thorsten Storm liegt aber kein offizielles Angebot für Wolff vor. Bei PSG, das am Sonntag das Champions-League-Finale knapp gegen Vardar Skopje verlor, spielt auch Nationalmannschaftskapitän Uwe Gensheimer.

    Eine vorzeitige Vertragsverlängerung zwischen Wolff und dem THW ist zuletzt gescheitert. Die Kieler wollten den Keeper "zu verbesserten Bezügen" langfristig binden und haben ihm ein Angebot gemacht, "sind aber nicht zu einer Einigung gekommen", sagte THW-Geschäftsführer Storm.

    "Unstimmigkeiten mit der Geschäftsführung"

    Geld habe laut Wolff dabei aber nicht die Hauptrolle gespielt. "Die Verhandlungen sind nach Unstimmigkeiten mit der Geschäftsführung ad acta gelegt, wobei das Finanzielle allein nicht ausschlaggebend war", sagte er und betonte, sich "noch in keine Richtung entschieden" zu haben. In der Champions League hatte Coach Alfred Gislason zuletzt häufig auf Wolffs Konkurrenten Niklas Landin gesetzt.

    Der einstige Serienmeister aus Kiel befindet sich aktuell im Umbruch. Zwar gewannen die Norddeutschen in dieser Saison den DHB-Pokal, doch in der Königsklasse war für die Zebras bereits im Viertelfinale Endstation. In der Bundesliga belegt der THW vor dem letzten Spieltag Rang drei.

  61. Oben wird gefeiert, unten gezittert: Während mit dem Sieg des THW Kiel am Pfingstwochenende auch die letzte Entscheidung in der oberen Tabellenhälfte praktisch gefallen ist, steuert die DKB HBL in Sachen Abstiegskampf auf ein Herzschlagfinale zu.

    Vier Mannschaften können theoretisch noch absteigen. Während der VfL Gummersbach und der TVB Stuttgart nur noch theoretisch die Beletage verlassen müssen, ist die Abstiegsangst beim Bergischen HC und beim TBV Lemgo deutlich stärker. Eine der beiden Mannschaften wird wohl mit Balingen und Coburg die Liga verlassen müssen.

    Vierkampf um Ligaverbleib

    Und so konzentriert sich vor der letzten Bundesliga-Woche alles auf den Kampf gegen den letzten verbliebenen Abstiegsplatz 16. Den bekleidet derzeit der TBV Lemgo mit 19 Pluspunkten. (Tabelle der Handball-Bundesliga)

    Im Gegensatz zu den direkten Konkurrenten hat der TBV aber ein Spiel weniger bestritten, kann am Mittwoch gegen die TSV Hannover-Burgdorf (ab 18.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, SPORT1+ und im LIVESTREAM) vor dem letzten Spieltag auf den rettenden Rang 15 springen.

    Den bekleidet derzeit noch der Bergische HC. Am Wochenende kam der aber mit 29:41 (15:19) beim SC Magdeburg unter die Räder, verhagelte sich damit noch mehr seine Tordifferenz, die jetzt bei  Minus 94 steht. Die kann am Ende aber den Ausschlag geben.

    Tordifferenz kann Ausschlag geben

    Denn einen Sieg vor dem BHC liegt seit dem Wochenende ein Duo, dass nun gute Karten hat. Der TVB Stuttgart um 2007-Weltmeister Johannes Bitter fuhr beim 26:20 (13:6)-Pflichtsieg gegen Coburg extrem wichtige zwei Punkte ein.

    Der VfL Gummersbach konnte am Pfingsmontag zumindest ansatzweise Schritt halten, hat nach dem Last-Minute-Remis gegen Frisch Auf! Göppingen ebenfalls 22 Pluspunkte auf dem Konto und kann damit nur noch theoretisch absteigen.

    Im Vergleich mit dem BHC hat Gummersbach nämlich die um 28 Treffer bessere Tordifferenz. Ein Zurückfallen auf Abstiegsrang 16 - selbst wenn Lemgo mit zwei Siegen noch vorbeiziehen sollte - scheint damit fast ausgeschlossen.

    Wirft Gummersbach den TBV in Liga 2?

    Besonders delikat: Am letzten Spieltag am Samstag trifft Lemgo im direkten Duell auf Gummersbach. (Ergebnisse und Spielplan) Im Duell der Altmeister können die Gummersbacher ihren Rivalen also erstmals in die Zweite Liga schicken.

    Der Bergische HC empfängt zeitgleich den TSV Hannover-Burgdorf (die Abstiegskonferenz Sa., ab 15.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM).Der TVB Stuttgart kann sich dann in Göppingen retten (Sa., 15.55 Uhr im LIVESTREAM).

  62. Klub-Idol Daniel Stephan hat im Kampf des abstiegsbedrohten TBV Lemgo um den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga den Zusammenhalt im Verein beschworen.

    "Jeder beim TBV Lemgo - egal ob Spieler, Fan oder Offizieller - weiß, was die Stunde geschlagen hat. Gemeinsam gegen den Abstieg, so muss das Motto lauten", sagte der Ex-Welthandballer vor den beiden entscheidenden Saisonspielen des TBV.

    TBV braucht drei Punkte

    Lemgo liegt als Tabellen-16. auf einem Abstiegsplatz und kann sich mit drei Punkten aus den verbleibenden Spielen aus eigener Kraft retten. Das Team von Trainer Florian Kehrmann muss am Mittwoch (ab 18.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, SPORT1+ und im LIVESTREAM) bei der TSV Hannover-Burgdorf antreten und empfängt am letzten Spieltag am Samstag (16.00 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 den VfL Gummersbach.

    Der Bergische HC empfängt zeitgleich den TSV Hannover-Burgdorf (die Abstiegskonferenz Sa., ab 15.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM).Der TVB Stuttgart kann sich dann in Göppingen retten (Sa., 15.55 Uhr im LIVESTREAM).

    "Die Schwierigkeit wird sein, nicht zu verkrampfen", sagte der frühere Weltklasse-Spielmacher Stephan, der von 1994 bis 2008 für den TBV aufgelaufen war. Beim Sieg zuletzt gegen die HSG Wetzlar (29:26) habe die Mannschaft bewiesen, "dass es durchaus gelingen kann, mit viel Kampf einiges zu bewirken. Ich drücke alle Daumen, damit der Abstieg vermieden werden kann."

    Direkter Wiederaufstieg wäre ein Muss

    Sollte es für den Meister von 1997 und 2003 nach 34 Jahren im Handball-Oberhaus am Ende doch runtergehen, mahnt Stephan zur sofortigen Bundesliga-Rückkehr. "Wenn der TBV absteigt, glaube ich, dass man nur eine Saison Zeit hat, wieder aufzusteigen", sagte der 43-Jährige. Doch zumindest für ein Jahr in der 2. Liga würden die Sponsoren "voll mitziehen. Das Problem erscheint mir nur, mit welcher Mannschaft?"

  63.  Altmeister VfL Gummersbach hat den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga so gut wie sicher.

    Der zwölfmalige Titelträger erkämpfte sich am vorletzten Spieltag gegen Frisch Auf Göppingen ein 22:22 (8:11) und hat als Tabellen-13. ein Spiel vor Schluss zwei Punkte und 28 Tore Vorsprung vor dem Bergischen HC (SERVICE: Die Tabelle).  

    Den ersten Abstiegsplatz belegt der TBV Lemgo, der noch ein Spiel in der Hinterhand hat, mit einem weiteren Zähler Rückstand. Den Ausgleich für die Gummersbacher, die sechs Minuten vor dem Ende noch mit drei Toren zurücklagen, erzielte Alix Kevynn Nyokas 64 Sekunden vor Schluss.

    Auf Rang vier kehrten die Füchse Berlin dank des 29:26 (12:15) bei GWD Minden zurück. Der dritte Platz, der voraussichtlich per Wild Card zur Teilnahme an der Champions League berechtigt, ist bei zwei Zählern Rückstand und der deutlich schlechteren Tordifferenz gegenüber dem THW Kiel nur noch theoretisch zu erreichen.

    Die Spiele im Stenogramm:

    TSV GWD Minden - Füchse Berlin 26:29 (15:12)
    Tore: Rambo (8), Svitlica (5/2), Larsson (4), Gullerud (3), Korte (2), Südmeier (2), Freitag (2) für Minden - Nenadic (9), Wiede (5), Lindberg (3/3), Struck (2), Plaza Jimenez (2), Zachrisson (2), Drux (2), Nenadic (1), Kozina (1), Tönnesen (1), Fäth (1) für Berlin
    Zuschauer: 2424

    VfL Gummersbach - FA Göppingen 22:22 (8:11)
    Tore: Ernst (5), Becker (4), Kühn (4/1), Pevnov (2), von Gruchalla (2/2), Schröder (2), Nyokas (2), Schröter (1) für Gummersbach - Schiller (5/3), Pfahl (5), Fontaine (5), Berg (2), Barud (2), Späth (2), Kneule (1) für Göppingen
    Zuschauer: 4132

  64. Der frühere Kieler Welthandballer Daniel Narcisse hat den Spielmodus des Final-Four-Turniers der Champions League scharf kritisiert und eine Reform angeregt.

    Der Rückraumspieler von Paris St. Germain hält es für "eine bessere Idee", die Endrunde in Köln künftig "von Freitag bis Sonntag zu spielen". Dies sagte Narcisee am Rande der Finalspiele am Pfingstwochenende.

    Durch die Entzerrung des Programms könne man "schönere Spiele haben". Durch den aktuellen Modus mit zwei Partien an zwei Tagen seien die Spieler "sehr müde, das ist manchmal kein schöner Handball", sagte der 37 Jahre alte Weltmeister. Dies sei "das Problem". 

    Seit der Einführung des Final-Turniers in der Kölner Lanxess Arena in der Saison 2009/2010 wird die Endrunde um Europas Handball-Krone an einem Wochenende ausgetragen. So hatte der neue Titelträger HC Vardar Skopje nur 22 Stunden Pause zwischen Halbfinale und Endspiel, in dem er Paris mit 24:23 niederrang.

    EHF-Präsident Michael Wiederer kann die Kritik von Narcisse nachvollziehen und sprach von einer "berechtigten Frage. Der rein sportliche Gedanke ist völlig richtig. Mit der Frage werden wir uns beschäftigen müssen, aus einer Kombination aus wirtschaftlichem, organisatorischem und sportlichem Umfeld das richtige System zu finden", sagte der Verbandschef.

    Die Europäische Handballföderation denkt über eine umfassende Reform des Spielsystems ab 2020 nach.

  65. Klassenerhalts-Hoffnungen in Gummersbach: Der VfL Gummersbach kann am 33. Spieltag im Heimspiel gegen FRISCH AUF! Göppingen den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga perfekt machen (ab 17.10 Uhr LIVE im STREAM).

    Durch die Niederlage des Bergischen HC in Magdeburg kann sich Gummersbach mit einem Sieg aller Abstiegssorgen entledigen. Bei einer Niederlage wäre man auf einen Patzer vom TBV Lemgo in Hannover angewiesen. (SERVICE: Tabelle der DKB HBL)

    Einfach dürfte die Aufgabe gegen Göppingen jedoch nicht werden. Die Gäste sind aktuell Tabellenzehnter und haben den Klassenerhalt schon sicher. Mit etwas Glück winkt sogar noch Platz neun. Das Hinrundenspiel gewann Göppingen in eigener Halle deutlich mit 37:29.

  66. Ausnahme-Handballer Uwe Gensheimer hat mit Paris St. Germain seinen ersten Champions-League-Sieg verpasst.

    Der französische Spitzenklub um den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft wurde im Endspiel des Final-Four-Turniers in Köln seiner Favoritenrolle nicht gerecht und unterlag der mazedonischen Überraschungsmannschaft HC Vardar Skopje in einer hitzigen Partie mit 23:24 (12:11).

    Der entscheidende Treffer für Skopje fiel zwei Sekunden vor Schluss. Ausgerechnet auf Gensheimers linker Abwehrseite entwischte Ivan Cupic und traf zur Entscheidung.

    Gensheimer enttäuscht

    "Der Traum ist geplatzt, ich kann an nichts anderes denken", sagte ein niedergeschlagener Gensheimer bei Sky: "Es ist zum Kotzen, so zu verlieren, ganz bitter, ein scheiß Gefühl. Es war unser großes Ziel, diesen Titel hier zu holen. Wir haben gekämpft und alles gegeben, aber spielerisch haben wir keine gute Leistung gezeigt. Die Deckung des Gegners hat es uns schwer gemacht, Skopje war heute besser."

    Gensheimer konnte lediglich zwei Treffer beisteuern, krönte sich allerdings dennoch mit 115 Treffern zum Topscorer in der Königsklasse. Bester Werfer beim neuen Titelträger war Timur Dibirow (7).

    Nach zuvor errungener Meisterschaft und dem Pokalsieg in Frankreich verpasste PSG in Köln damit das erste Triple der Vereinsgeschichte.

    Das Pariser Star-Ensemble war durch ein knappes 27:26 über den ungarischen Rekordmeister Telekom Veszprem erstmals ins Finale der Königsklasse eingezogen. Skopje hatte sich bei seiner ersten Final-Four-Teilnahme mit einem 26:25-Erfolg in letzter Sekunde gegen den FC Barcelona ins Endspiel gekämpft.

    Veszprem beendete das Turnier nach einem 34:30 (18:17) gegen den FC Barcelona auf dem dritten Platz.

    Das Spiel im Stenogramm:

    PSG Handball - Vardar Skopje 23:24 (12:11)
    Tore: Nikola Karabatic (5), Hansen (4), Narcisse (4), Remili (3), Abalo (3), Gensheimer (2), Stepanic (2) für Paris
    Dibirov (7), Cindric (3), Cupric (3), Borozan (3), Dujshebaev (2), Shishkarev (2), Canellas Reixach (2), Abutovic (1), Marsenic (1) für Skopje

    Die bisherigen Titelträger im Überblick:

    2009/10: THW Kiel
    2010/11: FC Barcelona
    2011/12: THW Kiel
    2012/13: HSV Hamburg
    2013/14: SG Flensburg-Handewitt
    2014/15: FC Barcelona
    2015/16: KS Kielce/Polen
    2016/17: HC Vardar Skopje/Mazedonien

  67. Der ungarische Handball-Rekordmeister Telekom Veszprem hat sich beim Final-Four-Turnier der Champions League den dritten Platz gesichert.

    Im kleinen Finale lieferte sich das Team von Trainer Javier Sabaté in der Kölner Lanxess Arena einen offenen Schlagabtausch mit dem FC Barcelona und setzte sich mit 34:30 (18:17) durch.

    Mit acht Treffern führte der Ex-Kieler Aron Palmarsson Veszprem zum Sieg. Bester Werfer der Katalanen war Timothey N'Guessan (6).

    Finale steigt am Abend

    Tags zuvor war der 25-malige ungarische Meister im Halbfinale an Paris St. Germain um den deutschen Nationalmannschaftskapitän Uwe Gensheimer knapp mit 26:27 gescheitert. Barcelona musste sich in letzter Sekunde dem mazedonischen Final-Four-Neuling HC Vardar Skopje geschlagen geben (25:26).

    Am Abend treffen Paris und Skopje im Finale um Europas Krone aufeinander (18 Uhr).

    Die Partie im Stenogramm

    MKB Veszprem - FC Barceöona 34:30 (17:15)
    Tore: Palmarsson (8), Lekai (6), Ugalde Garcia (6), Nagy (6), Nilsson (5), Gajic (2), Ancsin (1) für Veszprem
    N'guessan (6), Rivera Folch (5), Entrerrios Rodriguez (5), Arino Bengoechea (4), Jallouz (3), Lazarov (3), Tomas Gonzalez (1), Syprzak (1), Mem (1), Morros de Argila (1) für Barcelona

  68. Der HBW Balingen-Weilstetten steht als zweiter Absteiger aus der Handball-Bundesliga fest.

    Die Balinger unterlagen der bereits als Vizemeister feststehenden SG Flensburg-Handewitt mit 24:26 (13:17) und können sich am letzten Spieltag nicht mehr retten. Der Klub spielte seit 2006 ohne Unterbrechung in der Bundesliga.

    Vor 2247 Zuschauern war Srdjan Predragovic mit acht Treffern bester Werfer der Balinger, die sich in erst in der Schlussphase noch einmal heranarbeiten konnten. Johan Jakobsson (9 Tore) führte Flensburg zum Sieg.

    Vor Balingen war bereits der HSC 2000 Coburg abgestiegen. Das Schlusslicht unterlag bereits am Samstag beim TVB Stuttgart mit 20:26 (6:13). Durch den Pflichtsieg haben die Schwaben einen großen Schritt zum Klassenerhalt gemacht. Der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz beträgt drei Punkte, allerdings hat der TBV Lemgo ein Spiel weniger ausgetragen. Der Bergische HC musste am Sonntagabend ein 29:41 (15:19) beim SC Magdeburg hinnehmen und schwebt weiter in großer Abstiegsgefahr: Der Abstand auf Lemgo beträgt nur einen Zähler.

    Im zweiten Samstagsspiel festigte Rekordmeister THW Kiel Rang drei durch ein 30:22 (12:10) gegen HC Erlangen und liegt damit auf Champions-League-Kurs. Für den dritten Platz hatte es in der Vergangenheit vom europäischen Verband EHF eine Wildcard für die Königsklasse gegeben.

    Zudem setzte sich am vorletzten Spieltag die MT Melsungen gegen DHfK Leipzig mit 28:26 (17:15) durch und festigte damit ihren siebten Platz vor dem Tabellennachbarn.

    Die Spiele im Stenogramm

    HBW Bahlingen-Weilstetten - SG Flensburg-Handewitt 24:26 (13:17)
    Tore: Predragovic (8/1), König (6), Strobel (3), Krieg (2), Nothdurft (2/1), Foth (1), Kunkel (1), Hens (1) für Balingen
    Jakobsson (9), Svan (7), Eggert (4/2), Lauge Schmidt (3/1), einl (1), Toft Hansen (1), Gottfridsson (1) für Flensburg
    Zuschauer: 2247

    MT Melsungen - SC DHFK Leipzig 28:26 (17:15)
    Tore: Philipp Müller (5), Sellin (5/2), Maric (4), Boomhouwer (3), Rnic (3), Schneider (3), Fahlgren (2), Golla (1), Jaanimaa (1), Michael Müller (1) für Melsungen
    Jurdzs (7), Rojewski (5/1), Steinert (4/3), Pieczkowski (4), Sommer (3), Milosevic (2), Meschke (1) für Leipzig
    Zuschauer: 4300

    SC Magdeburg - Bergischer HC 41:29 (19:15)

    Tore: Christiansen (9), Damgaard (7), Grafenhorst (6), Bagersted (6), Weber (5/1), van Olphen (3), Pettersson (2), O'Sullivan (2), Zelenovic (1) für Magdeburg - Thor Gunnarsson (8/2), Babak (5), Gutbrod (4), Crociotoiu (4), Preuss (3), Vilovski (2), Nippes (1), Majdzinski (1), Nourouzinezhad (1) für den Bergischen HC

    Zuschauer: 6722

  69. Frust über die erneut vertane Meisterschaftschance auf der einen, Abstiegsangst auf der anderen Seite: In der DKB Handball-Bundesliga kommt es am 33. Spieltag zwischen dem HBW Balingen-Weilstetten und der SG Flensburg-Handewitt (ab 14.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1und im LIVESTREAM) zum Duell der Enttäuschten.

    Bei der SG ist die Stimmung nach der erneut ausgelassenen Chance auf die Meisterschaft im Keller, im Schwabenland muss man auf ein Wunder hoffen, um dem Abstieg aus der Bundesliga noch zu entkommen.

    "Abgestiegen sind wir erst, wenn der Klassenerhalt auch rein rechnerisch nicht mehr machbar ist", flüchtet man sich bei den Galliern von der Alb nach der ernüchternden Niederlage im Schwaben-Derby gegen FrischAuf Göppingen zwar in Zweckoptimismus.

    Durch die Erfolge der direkten Konkurrenz aus Lemgo (16., 19:45) und Stuttgart (22:44) ist die Ausgangslage für den Tabellen-17. (17:47) nahezu aussichtslos geworden - vor allem wenn man bedenkt, dass es nach dem Duell mit Flensburg am letzten Spieltag auch noch gegen Rekordmeister THW Kiel geht. (SERVICE: Tabelle der DKB HBL)

    Gäste-Coach Ljubomir Vranjes war in den letzten Tagen indes mit Wundenlecken beschäftigt: "Nach der Löwen-Partie war unser Traum zerstört. Wir haben wirklich alles versucht, aber es hat nicht geklappt", so der Schwede, der die SG am Saisonende in Richtung Ungarn verlässt.

    Auch in dieser Hinsicht erhofft er sich, dass seine Mannen in den letzten beiden Spielen unter seiner Regie "zeigen, wofür die SG steht".

    SPORT1 überträgt die Partie ab 14.55 Uhr LIVE im TV und im LIVESTREAMauf SPORT1.de

  70. Der TVB 1899 Stuttgart hat mit einem wichtigen Pflichtsieg einen großen Schritt zum Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga gemacht.

    Das Team von Trainer und Ex-Nationalspieler Markus Baur bezwang zum Auftakt des vorletzten Spieltages den bereits als Absteiger feststehenden HSC Coburg 26:20 (13:6). Damit verdrängte der TVB mit 22:44 Punkten zunächst den Altmeister VfL Gummersbach (21:43) vom 13. Platz (SERVICE: Die Tabelle).

    Verliert der TBV Lemgo (19:45), der als 16. auf dem ersten Abstiegsrang steht, am Mittwoch in Hannover-Burgdorf, ist der TVB vorzeitig gerettet.

    Im zweiten Samstagsspiel bezwang Rekordmeister THW Kiel den HC Erlangen mit 30:22 (12:10) und verteidigte den dritten Tabellenplatz.

    Die Spiele im Stenogramm:

    THW Kiel - HC Erlangen 30:22 (12:10)
    Tore: Dissinger (8), Vujin (6/1), Nilsson (5), Wiencek (5), Dahmke (3), Bylik (1), Ekberg (1), Sprenger (1) für Kiel - Stranovsky (4), Thümmler (4), Bayer (3), Jonas Link (3), Nikolai Link (3), Herbst (2), Horak (1/1), Rahmel (1), Guardiola (1) für Erlangen
    Zuschauer: 10.285

    TVB Stuttgart - HSC 2000 Coburg 26:20 (13:6)
    Tore: Schagen (5/3), Orlowski (5), Lobedank (4), Weiss (3), Baumgarten (2), Fotache (2), Kretschmer (2), Schweikardt (1), Coric (1), Celebi (1) für Stuttgart - Billek (8/2), Lex (3), Cossbau (3), Hagelin (3), Riehn (2), Wolf (1) für Coburg
    Zuschauer: 6211

  71. Der Traum vom Triple lebt weiter: Deutschlands Ausnahme-Handballer Uwe Gensheimer hat mit Paris St. Germain beim Final-Four-Turnier der Champions League den Sprung ins Endspiel geschafft und damit nach dem Double in Frankreich die Chance auf einen Dreifach-Triumph aufrecht erhalten.

    Das Team des deutschen  Nationalmannschaftskapitäns wurde im Halbfinale seiner Favoritenrolle gerecht und besiegte in Köln den ungarischen Rekordmeister Telekom Veszprem mit 27:26 (11:11).

    Im Endspiel trifft PSG am Sonntag (18 Uhr im LIVETICKER) auf die mazedonische Überraschungsmannschaft HC Vardar Skopje. Der Final-Four-Neuling setzte sich gegen den Rekordchampion FC Barcelona (9 Titel in der Königsklasse) mit 26:25 (13:12) durch. Den Katalanen bleibt nur das Spiel um den dritten Platz gegen Veszprem. (15.15 Uhr im LIVETICKER).

    Gensheimer bester PSG-Werfer

    Mit sieben Toren waren Gensheimer und der ehemalige dänische Welthandballer Mikkel Hansen beste Werfer der Mannschaft von der Seine, bei den Magyaren traf Laszlo Nagy (6) am häufigsten.

    "Das war ein hartes Stück Arbeit, spannend bis zum Schluss, das hat aber auch jeder so erwartet. Am Ende war ausschlaggebend, dass wir in zwei Phasen am Anfang der ersten und zweiten Halbzeit mit viel Power gespielt haben und das eine oder andere Tor mehr erzielt haben", sagte Gensheimer bei Sky: "Jetzt müssen wir im Finale noch mal alles reinlegen."

    Chance auf das Triple

    Bei seiner zweiten Teilnahme am Final-Turnier nach 2016 erreichte das Team der Kieler Trainerlegende Zvonimir "Noka" Serdarusic erstmals das Endspiel der Königsklasse. Zuletzt war das Triple aus Meisterschaft, Pokalsieg und Champions-League-Titel 2015 dem FC Barcelona und 2012 dem THW Kiel gelungen.

    Zum ersten Mal in der achtjährigen Geschichte fand das Final-Turnier um Europas Krone ohne Klub aus der Bundesliga statt. Der einzige deutsche Teilnehmer Gensheimer und seine Teamkollegen sahen sich vor 19.750 Zuschauern in der ausverkauften Lanxess-Arena mit einer lautstarken ungarischen Fan-Übermacht konfrontiert. Der Weltklasse-Linksaußen ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken: Durch drei Tore Gensheimers erwischte PSG einen guten Start (5:3, 7. Minute). 

    Omeyer lässt Vezprem-Angreifer verzweifeln

    In der Folge biss sich Veszprems Offensive immer wieder am Pariser Spitzen-Keeper Thierry Omeyer die Zähne aus, der Weltmeister war kaum zu bezwingen. 

    Doch anstatt davonzuziehen, zeigten sich die Franzosen beeindruckt vom leidenschaftlichen Spiel Veszprems: Die Angriffe der Pariser blieben immer wieder an den aufopferungsvoll kämpfenden ungarischen Verteidigern und dem in dieser Phase überragenden Torwart Roland Mikler hängen. Der Ausgleich zum 9:9 kurz vor der Pause war die Folge (27.).

    Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel eine äußerst enge Angelegenheit mit ständigen Führungswechseln, ehe Gensheimer wieder den alten Zwei-Tore-Vorsprung herstellen konnte (17:15, 39.). Doch auch dieses Mal hielt die Führung von PSG nicht lange. Elf Minuten vor Spielende gelang Blaz Blagotinsek der erneute Ausgleich (21:21).

    Im Anschluss zeigte sich jedoch die ganze Klasse der Star-Truppe um Welthandballer Nikola Karabatic und den starken Omeyer, die am Ende die besseren Nerven bewies. Karabatic erzielte zwar nur einen Treffer, dafür aber den entscheidenden zur 27:25-Führung für PSG.

    Skopje schreibt Geschichte

    Nachdem Skopje im Viertelfinale die SG Flensburg-Handewitt in beeindruckender Manier ausgeschaltet hatte (26:24 und 35:27), greift das Team des spanischen Trainers Raul Gonzalez Gutierrez zum ersten mal nach Europas Klub-Krone.

    Herausragender Mann bei den Mazedoniern war Star-Spieler Alex Dujshebaev mit sieben Treffern. Das entscheidende Tor zum Endstand warf Luka Cindric wenige Sekunde vor dem Ende.

    Die Spiele im Stenogramm:

    MKB Veszprem - PSG Handball 26:27 (11:11)
    Tore: Nagy (6), Marguc (5), Gajic (4), Lekai (3), Blagotinsek (2), Nilsson (2), Sulic (1), Ulgade Garcia (1), Ilic (1), Palmarsson (1) für Veszprem -  Gensheimer (7), Hansen (7), Narcisse (3), Remili (3), Nielsen (2), Abalo (2), Luka Karabatic (1), Stepancic (1), Nikola Karabatic (1) für Paris.

    HC Vardar Skopje - FC Barcelona 26:25 (13:12)
    Tore: Dujshebaev Dovichebaeva (7), Cupic (7), Borozan (5), Cindric (4), Karacic (2), Maqueda Pena (1) für Skopje -  Lazarov (6), Rivera Folch (4), N'Guessan (3), Syprzak (3), Jallouz (3), Mem (2), Jicha (1), Tomas Gonzalez (1) Entrerrios Rodriguez (1), Arino Bengoechea (1) für Barcelona.

  72. Torhüter Niklas Landin (28) von Handball-Rekordmeister THW Kiel ist "Torhüter der Saison 16/17". Die Trainer und Manager der Bundesliga entschieden sich in einer Wahl für den dänischen Nationaltorwart, der auch beim Pokal-Final-Four seine Klasse unter Beweis stellte.

    Im Finale am 9. April gegen die SG Flensburg-Handewitt (29:23) hielt Landin 36 Prozent der Würfe auf sein Tor, in der Liga kam er auf eine Quote von rund 33 Prozent.

    Die Trophäe wird der Olympiasieger vor dem Anpfiff des letzten Saison-Heimspiels des THW am 3. Juni gegen den HC Erlangen (19 Uhr) erhalten. Die Auszeichnung wird Torhüter-Legende und Liga-Justitiar Andreas Thiel vornehmen.

  73. Trotz der erfolgreichen Titelverteidigung der Rhein-Neckar Löwen in der Handball-Bundesliga mahnt der sportliche Leiter Oliver Roggisch personelle Verstärkungen an.

    "Wir müssen uns breiter aufstellen. Es steht außer Frage, dass wir gut und gerne ein, zwei Spieler mehr bräuchten, um ungefähr einen Kader wie Kiel oder Flensburg zu haben", sagte der 38-Jährige dem Mannheimer Morgen.

    Der Weltmeister von 2007 verwies auf den immer größer werdenden Konkurrenzkampf in der Bundesligaspitze.

    "Wenn ich nach Berlin, Magdeburg und Melsungen schaue – da gibt es weitere Vereine, die uns mit großen Schritten angreifen. Vor dem, was nun kommt, habe ich großen Respekt, gerade vor der nächsten Saison."

    In Rückraumspieler Kim Ekdahl du Rietz verlässt ein absoluter Leistungsträger die Löwen. Der Schwede beendet im Alter von 27 Jahren seine Karriere.

  74. Attraktive Aufgaben für die deutschen Handball-Nationalmannschaften: Die Bad Boys müssen im EM-Qualifikationsspiel am Mittwoch, 14. Juni, in Portugal bestehen, die Ladies messen sich in einem wichtigen Testmatch am Donnerstag, 8. Juni, mit dem EM-Vierten Dänemark.

    SPORT1 zeigt beide Spiele LIVE im Free-TV.

    Deutsche Männer kämpfen um Platz 1

    Unmittelbar nach Saisonschluss wartet auf die deutsche Männer-Nationalmannschaft das EM-Qualifikationsspiel in Portugal. 

    SPORT1 überträgt am Mittwoch, 14. Juni, LIVE ab 20.15 Uhr, Peter Kohl kommentiert, als Experte ist Handball-Legende Stefan Kretzschmar im Einsatz.

    Für die EHF EURO 2018 in Kroatien ist das DHB-Team bereits qualifiziert und führt mit acht Punkten die Tabelle vor Portugal (fünf Punkte) an. Jetzt soll auch der Platz an der Spitze gesichert werden. Im Hinspiel, das ebenfalls auf SPORT1 zu sehen war, gelang dem Europameister ein klarer 35:24-Erfolg.

    Frauen mit Fokus auf Heim-WM

    Bereits am Donnerstag, 8. Juni, sind die Ladies von Bundestrainer Michael Biegler in Aarhus gefordert.

    Beim EM-Vierten Dänemark geht es für das deutsche Team darum zu zeigen, dass die vorherigen Lehrgänge in Neckarsulm und Aschersleben gefruchtet haben. Zudem ist die Partie ein wichtiger Testlauf für die Heim-WM im Dezember.

    SPORT1 überträgt das Match aus der Ceres Arena, präsentiert von megawood, Premium-Partner des Deutschen Handballbundes, mit Kommentator Peter Kohl LIVE ab 20.55 Uhr.

    Die kommenden Handball-Länderspiele auf SPORT1 im Überblick:

  75. Bierduschen, Champagnerfontänen, Feierlieder: Die Rhein-Neckar Löwen verwandelten die SAP-Arena direkt nach dem Abpfiff in ein Tollhaus. Nachdem sie die Meisterschaft in der Handball-Bundesliga eindrucksvoll verteidigt hatten, gab es kein Halten mehr.

    Der berauschende 28:19-Sieg gegen Rekordmeister THW Kiel besiegelte die erfolgreiche Titelverteidigung der Löwen, die vom Patzer des Verfolgers SG Flensburg-Handewitt bei Frisch Auf Göppingen profitierten.

    Zwei Spieltage vor Saisonende, im Vergleich zu den vergangenen Jahren also früh, steht fest: Die Mannheimer sind zum zweiten Mal in Folge deutscher Meister.

    SPORT1 analysiert die Gründe für den erneuten Titelgewinn der Löwen.

    1. "Handballgott" Andy Schmid

    Der Rückraumspieler zauberte erneut eine überragende Saison auf das Parkett. 140 Treffer gelangen dem MVP der vergangenen drei Jahre bislang in dieser Saison und gerade im Schlussspurt stellte der 33-Jährige seine Extraklasse unter Beweis.

    Gegen Kiel spielte er in der zweiten Halbzeit groß auf, machte aus seinen ersten vier Würfen nach der Pause vier Treffer und kurbelte das Offensivspiel seines Teams an. Das SPORT1-Kommentatoren-Duo Markus Götz und Stefan Kretzschmar adelten Schmid während der Partie gar als "Handballgott".

    Schon im vorentscheidenden Spitzenspiel gegen Flensburg am vergangenen Wochenende war Schmid der Matchwinner gewesen, als er in letzter Minute den Sieg mit einem krachenden Schlagwurf perfekt gemacht hatte.

    2. Appelgren und das Abwehrbollwerk

    Ebenfalls ein Schlüsselspieler bei den Löwen war Torhüter Mikael Appelgren. Im Schnitt gelangen dem Schweden in dieser Saison fast zehn Paraden pro Spiel.

    Mit seinen überragenden Leistungen gegen Kiel sowie in Flensburg hatte er im Verbund mit der starken Abwehr großen Anteil daran, dass man gegen beide Topteams nur 19 und 21 Gegentreffer kassierte.

    Er hat den Weggang des Weltklasse-Torhüters Niklas Landin in der Saison 2015/16 zum THW Kiel vergessen gemacht. Appelgren kam vor zwei Jahren aus Melsungen – und gewann zwei Mal den Titel in Mannheim.

    3. Reifeprozess nach erstem Titel

    Oft wird nach einem Erfolg vom "schwierigen zweiten Jahr" gesprochen. Der Druck ist größer, die Konkurrenz noch motivierter und die Fallhöhe entsprechend groß.

    Die Löwen bewiesen nach dem Meistertitel im Vorjahr aber, dass sie durch den Triumph einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht haben.

    Die Reife der Löwen zeigte sich vor allem nach den Rückschlägen. Das bittere Aus in der Champions League sowie im DHB-Pokal binnen zehn Tagen brachte das Team von Trainer Nikolaj Jacobsen nicht von seinem erfolgreichen Weg ab.

    SPORT1-Experte Kretzschmar attestierte den Löwen hinzugewonnene Nervenstärke und Lockerheit.

    4. Geschlossene Teamstärke nach Gensheimer-Abgang

    Als Topfavorit auf den Meistertitel galten die Rhein-Neckar Löwen nicht unbedingt. Vor allem der Abgang von Aushängeschild und Leistungsträger Uwe Gensheimer nach Paris sorgte für Zweifel bei den Beobachtern.

    Doch die Mannschaft fing den Verlust Gensheimers exzellent auf, was vor allem daran lag, dass nahezu jeder Spieler eine sichtbare Leistungsentwicklung zeigte.

    Es zahlte sich aus, dass der Rest des Teams zusammenblieb und als geschlossene Einheit auch ohne Gensheimer sehr gut funktionierte.

    5. Patzer und Verletzungspech der Konkurrenz

    Ohne die hervorragende Leistung der Löwen zu schmälern – auch die Schwäche und das Pech der Konkurrenz half dem Meister.

    Besonders der THW Kiel war arg vom Verletzungspech gebeutelt. Im Saisonverlauf fehlten Leistungsträger wie Steffen Weinhold, Domagoj Duvnjak, Niclas Ekberg und Rene Toft Hansen.

    Die Ausfälle waren wohl auch ein Grund dafür, dass der Rekordmeister gegen auf dem Papier schwächere Teams wie TBV Lemgo, GWD Minden oder DHfK Leipzig wichtige Punkte liegen ließ.

    Auch den ärgsten Konkurrenten um den Titel, die SG Flensburg-Handewitt, traf es hart. Mit Holger Glandorf fehlte den Norddeutschen im Ligaendspurt ein wichtiger Rückraum-Shooter – das zeigte sich auch im Duell gegen die Löwen.

    Die mussten dagegen kaum Ausfälle verkraften und profitierten so von ihrer eingespielten Mannschaft.

  76. Nach Sicherung der Teilnahme an der EM 2018 in Kroatien setzt Handball-Bundestrainer Christian Prokop zum Abschluss der Qualifikation auf Arbeitsteilung.

    Nach dem Spiel in Portugal am 14. Juni erhalten die Stammkräfte Uwe Gensheimer, Paul Drux, Patrick Groetzki, Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek eine Pause.

    Für die zweite Begegnung am 18. Juni in Bremen gegen die Schweiz werden dann Marcel Schiller, Tim Suton, Johannes Sellin und Erik Schmidt zum Team stoßen.

    Noch ein Sieg zum Gruppensieg

    "Hinter uns liegt eine erfolgreiche Woche Anfang Mai mit den beiden gewonnenen Spielen gegen Slowenien und der vorzeitigen Qualifikation für die EURO 2018. Jetzt sind wir zum Ende der Saison gegen Portugal und die Schweiz noch zweimal voll gefordert", sagte Prokop, der insgesamt 21 Spieler nominierte.

    Mit einem weiteren Sieg hätte die DHB-Auswahl den Gruppensieg sicher. Die Auslosung für die EM erfolgt am 23. Juni in Zagreb. Während die Schweiz (0:8 Punkte) keine Chance mehr auf die EM-Teilnahme hat, hat Portugal (5:3) als Zweiter vor Slowenien (3:5) gute Karten.

    Der DHB-Kader in der Übersicht:

    Tor: Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), Andreas Wolff (THW Kiel)
    Linksaußen: Uwe Gensheimer (Paris St. Germain HB), Rune Dahmke (THW Kiel), Marcel Schiller (Frisch Auf Göppingen)
    Rückraum links: Julius Kühn (VfL Gummersbach), Philipp Weber (HSG Wetzlar), Nikolai Link (HC Erlangen)
    Rückraum Mitte: Simon Ernst (VfL Gummersbach), Tim Kneule (Frisch Auf Göppingen), Paul Drux (Füchse Berlin), Tim Suton (TBV Lemgo)
    Rückraum rechts: Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf), Fabian Wiede (Füchse Berlin)
    Rechtsaußen: Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Tobias Reichmann (KS Vive Tauron Kielce), Johannes Sellin (MT Melsungen)
    Kreis: Jannik Kohlbacher (HSG Wetzlar), Patrick Wiencek (THW Kiel), Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen), Erik Schmidt (TSV Hannover-Burgdorf)

  77. Nach dem spontanen Titel-Tanz im Mittelkreis floss das Bier in Strömen: Die Rhein-Neckar Löwen sind erneut deutscher Handball-Meister.

    Die Mannschaft von Trainer Nikolaj Jacobsen sicherte sich die Schale durch einen deutlichen 28:19 (11:10)-Erfolg gegen den THW Kiel am 32. Spieltag vorzeitig, kann angesichts von fünf Punkten Vorsprung in den verbleibenden zwei Saisonspielen nicht mehr abgefangen werden.

    Verfolger SG Flensburg-Handewitt hatte zuvor bei Frisch Auf Göppingen mit 27:31 (15:14) verloren.

    Für das Jacobsen-Team ist es nach dem Coup im Vorjahr der zweite nationale Titel in der Vereinsgeschichte. 2014 und 2015 waren die Löwen noch zwei Mal Vizemeister hinter Rekordmeister Kiel geworden. 

    "Wir haben gerade erst gegen Flensburg gespielt, da ging es um alles - und drei Tage später sind wir Meister. Ich kann es noch gar nicht glauben", sagte Jacobsen.

    Auch seine Spieler waren vom Triumph überrascht. "Natürlich haben wir uns überlegt, dass das heute passieren kann. Jeder denkt natürlich daran, aber unser Wille war heute so groß", sagte Nationalspieler Patrick Groetzki bei SPORT1.

    Löwen gegen Kiel klar überlegen

    Der schwedische Rückraumstar Kim Ekdahl Du Rietz, der nach der Saison seine Karriere beendet, fungierte laut Groetzki als Orakel: "Es war unerwartet, aber Kim Ekdahl Du Rietz sagt seit zwei Wochen, dass wir heute Meister werden."

    Beim Triumph in der SAP Arena präsentierten sich die Löwen vor allem in ihren Gegenstößen wesentlich druckvoller als der norddeutsche Kontrahent.

    Wenn Kiel durch die robuste Abwehr der Gastgeber kam, war meist beim überragenden Torhüter Mikael Appelgren Schluss.

    In der Löwen-Offensive lief besonders im zweiten Durchgang Spielmacher Andy Schmid heiß und führte sein Team mit einer grandiosen Leistung zum Titel.

    Der Gast aus Schleswig-Holstein wirkte in der entscheidenden Phase mental und physisch unterlegen und ergab sich seinem Schicksal. Durch die Niederlage gerieten die drittplatzierten Kieler im Kampf um die Champions-League-Teilnahme weiter unter Druck, auch wenn Verfolger Füchse Berlin überraschend gegen den VfL Gummersbach mit 27:28 (15:19) unterlegen war.

    Entscheidender Weichensteller für den erneuten Gewinn der Meisterschaft war für die Löwen der 23:21-Auswärtssieg am vergangenen Wochenende bei den Flensburgern gewesen.

    Unbeirrt nach Rückschlägen

    Mit dem Erfolg gegen Kiel, dem zwölften Liga-Sieg hintereinander, beseitigten die Mannheimer nun alle verbliebenen Restzweifel.

    Dabei galten die Löwen vor der Saison keineswegs als Top-Favorit auf die Meisterschaft. Viele in der Szene hatten Flensburg stärker eingeschätzt, und auch der Abgang von Galionsfigur Uwe Gensheimer nach Paris sprach nicht unbedingt für eine erfolgreiche Titelverteidigung.

    Doch die Spieler von Trainer Jacobsen ließen sich nicht beirren. Selbst die Tatsache, dass der Klub noch vor einigen Wochen binnen zehn Tagen sowohl in der Champions League als auch im DHB-Pokal vorzeitig gescheitert war, brachte die Löwen nicht von ihrem Weg ab.

    Meister-Titel als Belohnung

    Noch beim Final Four Anfang April in Hamburg war die SG Flensburg-Handewitt mehr als eine Nummer zu groß für die Löwen gewesen.

    Mit 23:33 wurde die Mannschaft von Jacobsen seinerzeit im Halbfinale förmlich deklassiert, auch im zehnten Anlauf griffen die Löwen am deutschen Handball-Pokal vorbei.

    Der THW Kiel entpuppte sich in der Champions League als Stolperstein. 25:24 hatten die Mannheimer das Achtelfinal-Hinspiel in der Königsklasse in der Halle an der Ostsee gewonnen, vor eigenem Publikum indes verlor man mit 24:26.

    Das Ausscheiden war im Nachgang von Vorwürfen gegen die Kieler bestimmt, weil der deutsche Rekordmeister angeblich sicher ausfallende Spieler plötzlich doch eingesetzt hatte. Der Begriff vom "Flunker Gate" machte die Runde.

    Das Spiel im Stenogramm:

    Rhein-Neckar Löwen - THW Kiel 28:19 (11:10)

    Tore: Schmid (6), Sigurdsson (5), Ekdahl du Rietz (5), Pekeler (4), Groetzki (3), Petersson (3), Reinkind (1), Baena González (1) für Rhein-Neckar - Zeitz (5), Wiencek (3), Bylik (3/1), Vujin (3), Dissinger (1), Weinhold (1), Ekberg (1), Brozovic (1), Nilsson (1) für Kiel

    Zuschauer: 13.200

  78. Die Füchse Berlin haben im Kampf um die Champions-League-Teilnahme eine empfindliche Niederlage kassiert. 

    Die Hauptstädter unterlagen dem abstiegsbedrohten VfL Gummersbach mit 27:28 (15:19), bleiben dank eines Patzers des SC Magdeburg jedoch auf Rang vier. Die Ostdeutschen kamen beim SC DHfK Leipzig nur zu einen 24:24 (15:11)-Unentschieden und sind punktgleich mit Berlin Fünfter.

    Wie die Gummersbacher, die durch ihren Sieg in Berlin auf den 13. Platz kletterten, feierte der TVB Lemgo ebenfalls ein wichtiges Erfolgserlebnis im Tabellenkeller.

    Gegen Wetzlar behielt der Meister von 1997 und 2003 mit 29:26 (15:10) die Oberhand. Durch den erst achten Saisonsieg verwies Lemgo den TBV 1898 Stuttgart zwischenzeitlich auf Abstiegsrang 16.

    Die Schwaben konnten am Abend beim TSV GWD Minden jedoch nachlegen (28:26) und setzten sich wieder auf den 15. Platz. Mittendrin im Abstiegskampf bleibt auch der Bergische HC, der gegen die MT Melsungen mit 26:28 (14:17) das Nachsehen hatte und auf dem 14. Rang steht.

    Absteiger HSC 2000 Coburg trennte sich von TSV Hannover-Burgdorf mit einem 27:27-Unentschieden. 

    Die Spiele im Stenogramm:

    Füchse Berlin - VfL Gummersbach 27:28 (15:19)

    Tore: Lindberg (8/3), Fäth (6), Elisson (5), Wiede (3), Nenadic (3), Kozina (2) für Berlin - Kühn (11/3), Baumgärtner (5), Schmidt (2), Ernst (2), Pevnov (2), Schröder (2), Schindler (2), Becker (1), Schröter (1) für Gummersbach

    Zuschauer: 8244

    TBV Lemgo - HSG Wetzlar 29:26 (15:10)

    Tore: Zieker (13), Theuerkauf (4/1), Suton (4), Hornke (3/2), Kogut (3), Mansson (1), Valiullin (1) für Lemgo - Weber (15/3), Kohlbacher (3), Björnsen (3), Cavor (3), Poter (1), Kvist (1) für Wetzlar

    Zuschauer: 4019

    TSV GWD Minden - TVB Stuttgart 26:28 (14:15)

    Tore: Svitlica (11/5), Rambo (5), Michalczik (4), Gullerud (3), Freitag (2), Südmeier (1) für Minden

    Weiß (10), Orlowski (7), Celebi (5), Schweikardt (4/2), Baumgarten (1), Lobedank (1) für Stuttgart

    Zuschauer: 2253

  79. Die Chancen der SG Flensburg-Handewitt auf den Gewinn der deutschen Meisterschaft sind rapide gesunken.  

    Der Tabellenzweite der Bundesliga unterlag nach der Niederlage im Top-Spiel gegen Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen mit 27:31 (15:14) auch Frisch Auf Göppingen und verspielte damit wohl die letzten Hoffnungen auf den Titel.

    Denn die Löwen können sich am 32.Spieltag mit einem Sieg noch zum Meister krönen – der Titelverteidiger misst sich am Abend mit Rekordmeister THW Kiel.

    "Es ist vorbei. Es lief nicht, wie wir es wollen und mir tut es leid für die Spieler", sagte Vranjes bei SPORT1: "Wir hatten einfach keine Kontinuität."

    Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte brach Flensburg bei Frisch Auf im zweiten Durchgang geradezu ein. Am vergangenen Sonntag hatte die SG im direkten Duell mit den Löwen mit 21:23 verloren.

    Das Spiel im Stenogramm:

    FA Göppingen - SG Flensburg-Handewitt 31:27 (14:15)
    Tore: Schiller (7/2), Kneule (6), Fontaine (6), Pfahl (4), Berg (3), Heymann (2), Späth (1), Sensum (1), Barud (1) für Göppingen - Svan Hansen (6), Wanne (5), Jakobsson (4), Lauge Schmidt (3/1), Mahé (3/1), Zachariassen (2), Djordjic (2), Heinl (1), Mogensen (1) für Flensburg
    Zuschauer: 4600

  80. Rekordmeister THW Kiel muss im Kampf um die Champions-League-Qualifikation im Saison-Endspurt auf seinen Linksaußen Raul Santos verzichten.

    Der österreichische Nationalspieler wurde am linken Knie operiert und fällt mindestens sechs Monate aus.

    Dies teilte der THW am Mittwoch mit. Damit dürfte Santos auch die komplette Hinrunde der kommenden Saison ausfallen.

    "Das ist eine weitere Hiobsbotschaft für Raul und für uns", sagte THW-Geschäftsführer Thorsten Storm: "Wir wünschen Raul für die kommenden schweren Monate viel Kraft und eine gute Genesung!" Bei der Operation von Santos wurde ein Teil des Außenmeniskus' entfernt, zusätzlich wurde ein Knorpelschaden festgestellt und operativ behandelt.

    Santos bestritt in seiner ersten Saison für die Zebras 42 Spiele, in denen er insgesamt 83 Treffer erzielte. Der Außenspieler, der am Donnerstag seinen 25. Geburtstag feiert, hatte wegen einer Operation am linken Knie und der anschließenden Reha bereits den Großteil der Saisonvorbereitung beim THW verpasst und musste sich immer wieder in ärztliche Behandlung geben.

  81. Hallo Handball-Fans,

    die Rhein-Neckar Löwen haben den Liga-Kracher bei der SG Flensburg-Handewitt für sich entschieden. Dabei haben mehrere Aspekte eine Rolle gespielt. Die Löwen haben zum einen sehr nervenstark agiert und zu keiner Zeit des Spiels Ruhe und Ordnung verloren.

    Sie haben sehr variable Abwehrsysteme gespielt, die sie sich von Mannschaften abgeschaut haben, die Flensburg schon einmal geschlagen haben, vor allem in der Champions League. Die offensive 5:1-Abwehrformation hat schon sehr gut funktioniert.

    Neben der für den Sieg ausschlaggebenden Abwehr war Mikael Appelgren mit einer sehr guten Leistung entscheidend. Er hat in überzeugender Manier auch ein paar Hundertprozentige herausgeholt.

    Flensburg war nicht kreativ und ruhig genug. Der Ausfall von Holger Glandorf war nicht zu kompensieren.

    Außerdem war dann auch in den entscheidenden Phasen das Quäntchen Glück auf Seiten der Löwen, was man in solchen Spielen braucht. Beide Mannschaften waren absolut auf Augenhöhe.

    In den letzten zehn Minuten haben Kleinigkeiten entschieden: Der Kempaversuch, den Appelgren hält, im Gegenzug machen die Löwen das Tor. Zudem hatte Flensburg einige technische Fehler und zu frühe Pässe an den Kreis, wo die Löwen dann die Bälle geklaut haben. Es war ein knappes, kampfbetontes und kein schönes Handballspiel, in dem am Ende der Coolere und Glücklichere gewonnen hat.

    Drei Punkte Vorsprung sind für die Löwen im Titelkampf natürlich schon ein Brett. Den nächsten Showdown gibt es schon am Mittwoch im Double-Header:

    Flensburg tritt in Göppingen (ab 18.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) an, die Löwen müssen gegen den THW Kiel ran (20.40 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

    Die Kieler haben sich in den letzten Spielen auch nicht mit Ruhm bekleckert.

    Man weiß aber, dass die Kieler in Spitzenspielen immer über sich hinauswachsen können. In der Champions League haben sie auch schon in Mannheim gewonnen - allerdings noch mit Domagoj Duvnjak.

    Der Sieg der Löwen gegen Flensburg war natürlich ein großer Schritt und alles andere als der Meistertitel wäre für sie eine Enttäuschung. Ob die Meisterschaft noch einmal spannend wird, hängt vom Spiel gegen Kiel ab. Sollten die Löwen verlieren, wird es noch einmal heiß.

    Dass die Spannung bei den Löwen nach dem vorentscheidenden Match gegen Flensburg abfällt, kann ich mir nicht vorstellen, vor allem weil es gegen Kiel geht. Da wird in der Vorbereitung besonders drauf geachtet werden.

    Für den THW geht es auch noch um alles. Sie müssen den Champions-League-Platz erreichen. Da sitzen ihnen die Füchse Berlin und der SC Magdeburg im Nacken. So viele Ausrutscher können sich die Kieler auch nicht mehr leisten, deshalb werden sie voll motiviert in dieses Spiel gehen.

    Die Löwen haben sich verändert, die Meisterschaft im letzten Jahr hat ihnen die nötige Lockerheit gegeben. Sie sind erfahrener geworden und wissen, was in engen Situationen zu tun ist. Ihr Nervenkostüm ist stärker geworden, die Souveränität größer.

    Die Qualität wurde auf mehrere Positionen verteilt, es reduziert sich nicht mehr nur auf Andy Schmid. Alexander Petersson hat überragend gespielt, auch Kim Ekdahl Du Rietz hat sich gesteigert. Die Löwen sind wirklich eine Spitzenmannschaft geworden.

    Es ist bitter für die Flensburger und den scheidenden Trainer Ljubomir Vranjes, dass es wohl wieder nichts wird mit dem Titel. Er und Anders Eggert hätten sich sicherlich gerne mit der Meisterschaft verabschiedet.

    Über die gesamte Saison hinweg gesehen war Flensburg die stärkste Mannschaft der Liga. Die Titelchance in einem Spiel vor eigenem Publikum aus der Hand zu geben, ist doppelt bitter.

    Euer Kretzsche

    Stefan Kretzschmar, 44, ist seit 2009 als Experte und Co-Kommentator das Handball-Gesicht von SPORT1. Der neben Heiner Brand wohl bekannteste deutsche Handballer hat in 218 Länderspielen 817 Tore für den DHB erzielt, gewann unter anderem Olympia-Silber in Athen 2004. In der Bundesliga war der ehemalige Weltklasse-Linksaußen für den SC Dynamo Berlin, Blau-Weiß Spandau, den VfL Gummersbach und zuletzt den SC Magdeburg aktiv, mit dem er 2002 die Champions League gewann. Bei SPORT1.de analysiert "Kretzsche" wöchentlich in seiner Kolumne das Handball-Geschehen.

  82. Absolute Hochspannung herrscht am Mittwochabend in der DKB Handball-Bundesliga. Die Rhein Neckar-Löwen können sich den Meistertitel vorzeitig sichern, sollte Verfolger SG Flensburg-Handewitt vorher patzen.

    Die Flensburger fahren zum Auswärtsspiel bei EHF-Pokalsieger Frisch Auf Göppingen (ab 18.55 Uhr LIVE im TV bei SPORT1), im Anschluss können die Löwen gegen Rekordmeister THW Kiel dem Titel ganz nah kommen (ab 20.40 Uhr LIVE im TV bei SPORT1).

    Beide Spiele werden auch im kostenlosen LIVESTREAM auf SPORT1.de gezeigt.

    Löwen nach Sieg im Spitzenspiel selbstbewusst

    Der Spitzenreiter entschied am vergangenen Sonntag das Gipfeltreffen mit Flensburg für sich und geht entsprechend selbstbewusst in die Partie gegen Kiel.

    "Wir haben einen abgezockten Handball gespielt", meinte Löwen-Spielmacher Andy Schmid nach dem Triumph zu SPORT1. "Es war ein großer Schritt, ich hoffe, dass uns niemand mehr von unserem Weg abbringt."

    SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar hofft auf einen spannenden Titelkampf bis zum Schluss und setzt dabei auf den THW als Spielverderber: "Ob die Meisterschaft noch einmal spannend wird, hängt vom Spiel gegen Kiel ab. Sollten die Löwen verlieren, wird es noch einmal heiß."

  83. Handball-Ikone Heiner Brand macht sich große Sorgen um seinen vom Abstieg bedrohten Heimatverein VfL Gummersbach. "Ich habe sehr große Angst, das verfolgt mich bis ins Bett", sagte der 64-Jährige dem SID am Dienstag und fügte an: "Ein Abstieg wäre für mich undenkbar. Der VfL Gummersbach nicht in der Handball-Bundesliga - das kann und will ich mir einfach nicht vorstellen."

    Gummersbach bisher nie abgestiegen

    Der VfL spielt als einziger Klub seit der Bundesliga-Gründung 1966 ohne Unterbrechung erstklassig und holte zwölf Meisterschaften, die letzte 1991. Drei Spieltage vor dem Ende der aktuellen Saison liegen die Bergischen nur zwei Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz. Am Sonntag hatte sich der Klub von seinem bisherigen Geschäftsführer Frank Flatten getrennt.

    "Ich hoffe, dass wir uns noch retten. Sicher bin ich aber leider nicht", sagte der in Gummersbach geborene Brand. Der spätere Bundestrainer war dem VfL im Alter von sieben Jahren beigetreten und spielte nie für einen anderen Klub, später war er auch als Trainer bei den Bergischen aktiv. Brand hoffte dennoch weiter auf bessere Zeiten: "Wenn die Rettung klappt, bin ich optimistisch, dass der Neuanfang gelingt."

  84. Rekordmeister THW Kiel hat zum Abschluss des Spieltages in der Bundesliga einen Pflichtsieg eingefahren.

    Die Zebras setzten sich mit 28:26 (12:11) gegen Schlusslicht HSC 2000 Coburg durch.  Die Kieler haben nun zwei Punkte Vorsprung auf den Verfolger Füchse Berlin und dürfen damit auf ein Ticket für die Champions League hoffen. 

    Bester Werfer des THW war Marko Vujin mit sieben Treffern, auf der Gegenseite war Nico Büdel ebenfalls sieben Mal erfolgreich. 

    Coburg steht mit sieben Punkten Rückstand als erster Absteiger fest.

    Das Spiel im Stenogramm:

    THW Kiel - HSC 2000 Coburg 28:26 (12:11)

    Tore: Vujin (7/1), Nilsson (6), Wiencek (5), Dahmke (3), Ekberg (2), Bylik (2), Zeitz (2), Lackovic (1) für Kiel - Büdel (7/1), Wetzel (5), Billek (5/1), Cossbau (4), Hagelin (1), Wucherpfennig (1), Kelm (1), Weber (1), Lex (1) für Coburg

    Zuschauer: 10.285

  85. Nur die Spieler und Fans der Rhein-Neckar Löwen waren in der völlig verstummten "Hölle Nord" noch zu hören. "Die Nummer eins im Land sind wir", hallte es aus dem Block des amtierenden und wohl auch kommenden deutschen Handballmeisters. Trainer Nikolaj Jacobsen und sein Team fielen sich jubelnd in die Arme: Nach dem 23:21 (13:11) beim einzigen Verfolger SG Flensburg-Handewitt haben die Löwen mehr als eine Hand an der Meisterschale.

    "Über die Meisterschaft reden wir heute noch nicht", sagte der Sportliche Leiter Oliver Roggisch zwar direkt nach der Partie und verwies auf das kommende Spiel gegen den Rekordchampion THW Kiel. Aber auch an der Reaktion des völlig aufgelösten Flensburg-Coaches Ljubomir Vranjes zeigte sich die Tragweite des Ausgangs. "Es tut mehr weh als sonst", sagte der Schwede und schlich fassungslos davon.

    Löwen haben alle Trümpfe in der Hand

    Bei drei noch ausstehenden Partien verfügen die mittlerweile elfmal in Serie siegreichen Mannheimer nun über einen Vorsprung von drei Punkten und halten damit alle Trümpfe in der Hand. Flensburgs Hoffnungen auf die zweite Meisterschaft nach 2004 dürften dagegen zerplatzen. Für die Mannschaft des zum Saisonende scheidenden Vranjes kam die erste Heimpleite der Saison zur absoluten Unzeit.

    Bester Werfer bei Flensburg war Kentin Mahé (5 Tore), die Löwen hatten in Alexander Petersson und Spielmacher Andy Schmid (je 5) ihren treffsichersten Akteure. Die Gäste agierten im ersten Durchgang konsequent in ihrer 5:1-Deckung vor dem starken Keeper Mikael Appelgren und zeigten das variablere Angriffsspiel. Flensburg hielt vor allem mit Kampfkraft dagegen. Nach dem Wechsel wurde Torhüter Mattias Andersson zum wichtigen Faktor, doch es reichte nicht.

    Spiel von Zweikämpfen geprägt

    Schon Stunden vor dem Anpfiff hatten sich die SG-Fans in Endspiel-Stimmung gebracht und waren gemeinsam zur Halle marschiert. Mit dem Anpfiff verwandelte sich die seit Monaten mit 6300 Zuschauern ausverkaufte Flens-Arena endgültig in einen Hexenkessel, der die SG zum Sieg tragen sollte.

    Beide Teams starteten wild entschlossen in die Partie, die schnell von packenden Zweikämpfen geprägt war. Der SG lastete die Bedeutung des Duells zunächst schwerer auf den Schultern - aufgrund von Unkonzentriertheiten gingen die Gastgeber erst in der zwölften Spielminute durch einen Treffer von Kentin Mahé erstmals in Führung. 

    Löwen fokussierter

    Doch die Löwen schienen gewappnet für einen großen Kampf und schlugen schnell zurück: Nationalspieler Patrick Groetzki stellte per Doppelschlag auf 9:6 für sein Team und Vranjes nahm die Auszeit (20.). Doch bis zum Pausenpfiff blieb der amtierende Meister fokussierter.

    Nach dem Wechsel legte Flensburg zunächst deutlich zu, was auch am nun immer heißeren Torhüter Andersson lag. Die Löwen erzielten fast zehn Minuten keinen Treffer, kamen aber durch Petersson zur 15:14-Führung (43.) und gaben diese nicht mehr her. Schmid machte schließlich in der letzten Minute den Deckel drauf.

    Das Spiel im Stenogramm:

    SG Flensburg-Handewitt - Rhein-Neckar Löwen 21:23 (11:13)

    Tore: Mahé (5/1), Svan (4), Eggert (3/1), Jakobsson (2), Toft Hansen (2), Gottfridsson (2), Lauge Schmidt (2), Mogensen (1) für Flensburg - Petersson (5), Schmid (5), Groetzki (4), Ekdahl du Rietz (3), Sigurdsson (2/1), Larsen (2), Baena Gonzales (1), Pekeler (1) für Rhein-Neckar

    Zuschauer: 6300

  86. Einen Tag nach der 21:26-Heimniederlage gegen den Bergischen HC hat sich der abstiegsbedrohte Handball-Bundesligist VfL Gummersbach von seinem bisherigen Geschäftsführer Frank Flatten getrennt und Peter Schönberger als Nachfolger präsentiert.

    Unterstützt wird der ehemalige Geschäftsführer des DEL-Klubs Kölner Haie von dem neuen Sportdirektor Christoph Schindler, bisher Kapitän des Bundesligateams. Beide treten ihr Amt am 1. Juli an.

    Der gelernte Jurist Schönberger (52) will beim VfL vor allem die Bereiche Personal, Marketing und Vertrieb gezielt weiterentwickeln. Schindler (33) spielt seit Februar 2010 für den VfL Gummersbach, durch ihn als Sportdirektor soll ein stärkerer Fokus auf den sportlichen Bereich gelegt werden.

    Auf Platz 14 der Tabelle trennen Altmeister VfL Gummersbach bei drei noch ausstehenden Saisonspielen nur zwei Punkte von den Abstiegsrängen. Dabei muss der VfL zweimal auswärts bei den Füchsen Berlin und dem ebenfalls abstiegsbedrohten TBV Lemgo antreten. Das letzte Heimspiel bestreitet Gummersbach gegen Frisch Auf Göppingen.

  87. Die Frauen des Buxtehuder SV haben zum zweiten Mal nach 2015 den Pokal des Deutschen Handballbundes (DHB) gewonnen. Im Endspiel des Final Four in Bietigheim setzte sich das Team von Trainer Dirk Leun mit 24:23 (14:12) gegen die TuS Metzingen durch.

    Beste Werferinnen im Finale waren Friederike Gubernatis und Jessica Oldenburg mit je sechs Treffern für Buxtehude sowie Nationalspielerin Anna Loerper und Luca Szekerczes, die jeweils fünfmal für Metzingen trafen.

    Im Halbfinale am Samstag hatte Buxtehude überraschend den deutschen Meister SG BBM Bietigheim ausgeschaltet. Metzingen hatte gegen den Thüringer HC im Siebenmeterwerfen gewonnen, muss aber nach wie vor auf den ersten Titel der Vereinsgeschichte warten.

    Die Bietigheimer Niederlage gegen Buxtehude war die mit Abstand größte Überraschung des gesamten Final-Four-Wochenendes. Mit 22:30 verlor das Star-Ensemble von Trainer Martin Albertsen gegen einen leidenschaftlich kämpfenden Buxtehuder SV, der in der ersten Hälfte zwischenzeitlich mit 9:1 führte.

    Bietigheim hatte mit 52:0 Punkten die deutsche Meisterschaft gewonnen und außerdem im EHF-Pokal das Finale erreicht.

  88. Am Sonntag kommt es zum Showdown um die Meisterschaft: Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen (55:5-Punkte) gastiert bei Verfolger SG Flensburg-Handewitt (54:6). 

    Der Sieger der Partie (Sonntag, 14.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM und im LIVETICKER) hat beste Chancen, sich im Endspurt den Titel zu sichern.

    Sollten die Löwen siegen, hätten sie bei danach noch drei verbleibenden Spielen drei Punkte Vorsprung, während Flensburg bei einem Sieg einen Punkt Vorsprung und das leichtere Restprogramm hätte. 

    SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar freut sich bereits riesig auf die Partie, auf einen Favoriten möchte er sich aber nicht festlegen.

    "Über die gesamte Saison hinweg haben beide Teams das gleiche Niveau gezeigt und die Liga mit ihrer Konstanz beherrscht. Der THW Kiel hat versucht mitzuhalten, ist jedoch gescheitert. Das zeigt, wie stark Flensburg und die Löwen sind", schreibt Kretzschmar in seiner SPORT1-Kolumne

    Kretzschmar analysiert weiter: "Auch bei der Betrachtung der Spielweise wird deutlich, dass beide Teams auf einem Niveau sind und damit über allen anderen Teams in der Liga stehen. Während die Löwen den alles überragenden Spielführer Andy Schmid haben, trumpft Flensburg durch eine unglaubliche Geschlossenheit im Mannschaftsgefüge auf." 

    Am Sonntag wird sich zeigen, wer die Oberhand behält und den aller Wahrscheinlichkeit nach entscheidenden Schritt zum Titel gehen kann.

  89. Der Bergische HC und EHF-Cup-Sieger Frisch Auf Göppingen haben in der Handball-Bundesliga wichtige Schritte in Richtung Klassenerhalt gemacht. 

    Dabei landete der BHC einen echten Big Point, siegte mit 26:21 (14:9) beim ebenfalls abstiegsbedrohten VfL Gummersbach und baute sein Polster auf den ersten Abstiegsplatz auf drei Punkte aus.

    Göppingen gewann am viertletzten Spieltag bei HBW Balingen-Weilstetten mit 36:29 (18:17) und kann bei sechs Punkten Vorsprung nur noch rein theoretisch auf einen Abstiegsplatz fallen.

    Lemgo verpasst Absprung

    Auf dem ersten Abstiegsplatz 16 rangiert der einstige Spitzenklub TBV Lemgo, der bei der MT Melsungen mit 27:32 (12:16) verlor und einen Punkt Rückstand auf den TVB Stuttgart sowie zwei Punkte Rückstand auf Gummersbach hat.

    Balingen-Weilstetten ist punktgleich mit Lemgo, hat allerdings schon ein Spiel mehr bestritten und steht vor dem Gang in die 2. Liga.

    Füchse und Wetzlar siegen

    Zudem gewann die HSG Wetzlar am 31. Spieltag mit 30:20 (14:12) gegen Aufsteiger HC Erlangen.

    Im fünften Samstagsspiel empfing Stuttgart die Füchse Berlin. Der TBV musste sich vor heimischem Publikum jedoch mit 27:29 geschlagen geben.

    Titel-Showdown LIVE auf SPORT1

    Am Sonntag kommt es zum Titel-Showdown zwischen dem Tabellenzweiten SG Flensburg-Handewitt und Meister sowie Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen.

    SPORT1 zeigt die Partie ab 15.00 Uhr LIVE im TV

    Die Spiele im Stenogramm

    HSG Wetzlar - HC Erlangen 30:20 (14:12)
    Tore: Kvist (8/7), P. Weber (8/2), Hahn (4), Kohlbacher (3), Cavor (3), Lindskog (2), Mirkulovski (1), Kneer (1) für Wetzlar
    Stranovsky (5/1), Thümmler (4), Theilinger (3), Rahmel (3), Link (3), Horak (1), Guardiola Villaplana (1) für Erlangen
    Zuschauer: 3920

    HBW Balingen-Weilstetten - FA Göppingen 29:36 (17:18)
    Tore: Strobel (6), Hens (5), Kunkel (4), Hausmann (4), Nothdurft (2/1), Foth (2), Flohr (2), König (1), Predragovic (1/1), Ilitsch (1), Mrkva (1) für Balingen
    Schiller (8/1), Pfahl (6/1), Kneule (5), Späth (4), Fontaine (4), Berg (2), Braun (2), Sesum (2), Schoene (2), Heymann (1) für Göppingen
    Zuschauer: 2350

    VfL Gummersbach - Bergischer HC 21:26 (9:14)
    Tore: Becker (4), Schroter (3), Baumgärtner (3), Schindler (3), Schmidt (2/2), Pevnov (2), Ernst (2), Schröder (2) für Gummersbach
    Thor Gunnarsson (7/5), Gutbrod (6), Artmann (4), Babak (3), Vilovski (2), Nippes (2), Preuss (2) für den Bergischen HC
    Zuschauer: 4132

    MT Melsungen - TBV Lemgo 32:27 (16:12)
    Tore: Sellin (7), M. Müller (6), P. Müller (6), Golla (5), Boomhouwer (3), Allendorf (3/1), Fahlgren (1), Schneider (1) für Melsungen
    Skroblien (7/1), Hornke (5/2), Vorlicek (4), Suton (3), Theuerkauf (2), Valiullin (2), Klimek (1), Lemke (1), Mansson (1), Kogut (1) für Lemgo
    Zuschauer: 3817

    TVB Stuttgart - Füchse Berlin 27:29 (13:13)
    Tore: Weiss (6), Orlowski (6), Schimmelbauer (4), Schweikardt (4/1), Schagen (2/1), Fotache (1), Baumgarten (1), Coric (1), Celebi (1), Lobedank (1) für Stuttgart
    Lindberg (8/3), Elisson (6), Tönnesen (4), Kozina (3), Fäth (3), Drux (3), Wiede (1), Heinevetter (1) für Berlin
    Zuschauer: 2251

  90. Hallo Handball-Fans,

    wenn am Sonntag die SG Flensburg-Handewitt die Rhein-Neckar Löwen empfängt (14.55 Uhr LIVE im TVauf SPORT1 und im LIVESTREAM), hält ganz Handball-Deutschland den Atem an. Es geht um nichts Geringeres als die Meisterschaft.

    Denn eines ist klar: Der Sieger wird sich den Titel nicht mehr nehmen lassen.

    Schnell komnt die Frage nach dem Favoriten auf. Doch ebenso schnell kann ich sagen: Es gibt keinen Favoriten. Über die gesamte Saison hinweg haben beide Teams das gleiche Niveau gezeigt und die Liga mit ihrer Konstanz beherrscht. Der THW Kiel hat versucht mitzuhalten, ist jedoch gescheitert. Das zeigt, wie stark Flensburg und die Löwen sind.

    Flensburg mag einen leichten Vorteil durch das Heimrecht haben, doch besagter Vorteil wird direkt wieder ausgeglichen durch den Umstand, dass die Löwen in der Vergangenheit mehrfach in Flensburg gewinnen konnten. Ich muss mich also wiederholen: Es gibt keinen Favoriten.

    Auch bei der Betrachtung der Spielweise wird deutlich, dass beide Teams auf einem Niveau sind und damit über allen anderen Teams in der Liga stehen. Während die Löwen den alles überragenden Spielführer Andy Schmid haben, trumpft Flensburg durch eine unglaubliche Geschlossenheit im Mannschaftsgefüge auf. Dort kann man keinen einzelnen Spieler hervorheben.

    Und das mag eine gewisse Gefahr für die Löwen sein: dass sie sehr abhängig von Schmid sind. Es ist aber eine Wunschvorstellung aus Flensburger Sicht, sich ganz und gar auf ihn einstellen zu können. Viele Teams haben es versucht, ebenso viele blieben glücklos.

    Die Löwen haben etwas mehr Erfahrung als Flensburg. Durch die Meisterschaft im vergangenen Jahr haben sie eindrucksvoll bewiesen, dass sie Großes erreichen können. Sie sind nun gefestigter als zuvor und wissen, worauf es in bestimmten Momenten ankommt.

    Flensburg macht das jedoch mit der bereits erwähnten inneren Geschlossenheit wett. Sie spielen wahnsinnig gut zusammen und binden alle Mannschaftsteile zu einer Einheit. Viele verschiedene Spieler können bei Flensburg den Unterschied machen. Man kann vor einem Spiel nie sagen, wer der Top-Scorer wird und wer der Ausnahmespieler.

    Gegen die Löwen könnte es also sein, dass Kentin Mahe über sich hinauswächst. Vielleicht ist es aber auch Thomas Mogensen. Was den Flensburgern natürlich wehtut, ist der Ausfall von Holger Glandorf. Aber Johann Jakobsson kann ihn gut ersetzen.

    Hendrik Pekeler sagte, dass der Druck für die SG Flensburg-Handewitt größer sei, weil sie am Anfang der Saison der Top-Favorit war. Und es stimmt, ich selbst habe vor der Saison prognostiziert, dass Flensburg Meister wird.

    Dass jetzt aber der Druck gegenüber den Löwen größer sei, halte ich für falsch. Ich kenne diese Psychospielchen - und sie sind auch legitim -, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die Löwen einen ebenso großen Druck haben. Sie wollen den Titel verteidigen und würden die gleiche Enttäuschung verspüren, sollten sie scheitern.

    Es mag eine kleine Zusatzmotivation für Flensburgs Trainer Ljubomir Vranjes sein, dass er wegen seines Abgangs nur noch diese eine Chance hat auf den Titel.

    Aber letztlich gilt eines immer: Einen Titel holen zu können - auf welche Weise auch immer - ist Motivation genug. Ich wage keine Prognose für das Top-Spiel, freue mich aber wie jeder Handball-Fan riesig darauf.

    Euer Kretzsche

    Stefan Kretzschmar, 43, ist seit 2009 als Experte und Co-Kommentator das Handball-Gesicht von SPORT1. Der neben Heiner Brand wohl bekannteste deutsche Handballer hat in 218 Länderspielen 817 Tore für den DHB erzielt, gewann unter anderem Olympia-Silber in Athen 2004. In der Bundesliga war der ehemalige Weltklasse-Linksaußen für den SC Dynamo Berlin, Blau-Weiß Spandau, den VfL Gummersbach und zuletzt den SC Magdeburg aktiv, mit dem er 2002 die Champions League gewann. Bei SPORT1.de analysiert "Kretzsche" wöchentlich in seiner Kolumne das Handball-Geschehen.

  91. Weltklasse-Torwart Mattias Andersson (39) vom Handball-Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt hat sein Karriereende verkündet.

    "Im Sommer 2018 ist auf jeden Fall Schluss und die Zeit gekommen, etwas anderes zu machen", sagte der Schwede dem Mannheimer Morgen.

    Eigentlich wollte der Europameister von 2000 schon nach dieser Saison aufhören, unterschrieb dann aber doch noch einen neuen Vertrag bei Flensburg.

    Andersson sagte dazu: "Das war eine schwere Entscheidung. Ich hatte immer gesagt, dass ich 2017 aufhöre. Aber ich habe das Gefühl, dass ich immer noch mithalten kann. Ob dieser Entschluss richtig war, werden wir sehen. Aber eines kann ich sagen: Danach kommt keine Vertragsverlängerung mehr für mich infrage."

  92. Der SC Magdeburg hat in der Bundesliga einen wichtigen Sieg eingefahren.

    Das Team von Trainer Bennet Wiegert schlug am Freitag die GWD Minden deutlich mit 37:25 (21:11) und verdrängte drei Spieltage vor Saisonende mit 46:16 Punkten die Füchse Berlin vom vierten Platz. Die Berliner (45:15) können aber am Sonntag mit einem Sieg in Stuttgart wieder vorbeiziehen. Minden liegt mit 24:10 Zählern auf Rang zehn.

    Überragender Magdeburger war Robert Weber mit zehn Treffern, bei Minden war der Schwede Charlie Sjöstrand mit sechs Toren erfolgreichster Schütze.

  93. Die Rhein-Neckar Löwen haben einen wichtigen Schritt Richtung erfolgreicher Titelverteidigung in der Bundesliga gemacht.

    Der deutsche Meister besiegte in einem Nachholspiel Abstiegskandidat TVB Stuttgart standesgemäß mit 30:21 (14:11) und übernahm vier Spieltage vor Saisonende mit 55:5 Punkten die Tabellenführung von der SG Flensburg-Handewitt (54:6).

    Nationalspieler Hendrik Pekeler war mit sechs Toren vor 6756 Zuschauern bester Werfer der Gastgeber. Stuttgart (18:42) hat damit weiterhin nur einen Zähler Vorsprung auf den TBV Lemgo (17:43) auf dem ersten Abstiegsplatz. 

    Füchse entgehen Niederlage

    Einen kleinen Rückschlag im Kampf um Platz drei haben die Füchse Berlin beim 25:25 (14:13) gegen den SC Magdeburg erlitten. Die Füchse liegen auf Rang vier nun zwei Punkte hinter Rekordmeister THW Kiel.

    Gut zwei Minuten vor dem Ende sah es beim 22:25 noch nach einer Berliner Niederlage aus. In der Schlusssekunde glich Nationalspieler Fabian Wiede aus.  

    Vorletzter bleibt derweil HBW Balingen-Weilstetten (17:45) nach einem 25:33 (12:15) beim HC Erlangen. Die TSV Hannover-Burgdorf verlor unterdessen gegen DHfK Leipzig mit 24:25 (15:11).

  94. Flensburg-Trainer Ljubomir Vranjes hat eine besondere Beziehung zu seinem Landsmann Zlatan Ibrahimovic. Der schwedische Superstar hat für den Flensburger Coach einen Junggesellenabschied in Amsterdam organisiert.

    "Zlatan hat damals bei Ajax gespielt. Ich habe ihn angerufen und er hat mir Tipps gegeben, wo wir hingehen können. " sagte Vranjes der Sportbild.

    Zlatan habe sofort zugestimmt, "hatte aber eine Bedingung: dass er ein Trikot von mir bekommt. Er ist dann zum Junggesellenabschied gekommen, hat alle begrüßt, und wir haben Trikots getauscht", erzählte Vranjes.

    Aber er habe keinen festen Kontakt zum schwedischen Stürmer, so der 43-Jährige. Vranjes verlässt die SG Flensburg-Handewitt zum Saisonende und wechselt nach Veszprem.

    Doch zuvor steht für Vranjes und Flensburg noch der Kampf um die Meisterschaft auf dem Plan. Am Sonntag (ab 15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im STREAM) kommt es zum Spitzen-Duell gegen die Rhein-Neckar Löwen. Mit einem Sieg machen die Flensburger einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft.

  95. Überraschungsteam SC DHfK Leipzig möchte auch in Hannover (ab 19 Uhr LIVE im STREAM) Zählbares mitnehmen.

    Das Team von Christian Prokop kann mit einem Sieg bei den Niedersachsen seinen einstelligen Tabellenplatz absichern. Im Dezember konnten die Leipziger die Recken bezwingen und zogen ins Final4 des DHB-Pokals ein.

    Die Hannoveraner sind nach einer furiosen Hinrunde etwas ins Stottern geraten. In der Rückrundentabelle liegt das Bürkle-Team mit drei Zählern auf dem letzten Platz. Vor heimischem Publikum wollen die Niedersachen sicherlich aber versuchen zwei Zähler zu ihrer mageren Rückrunden-Bilanz hinzuzufügen.

    Neben dem Duell zwischen Hannover und Leipzig stehen noch drei weitere Spiele auf dem Plan. Der TVB Stuttgart muss zu den Rhein-Neckar-Löwen reisen (ab 19 Uhr im LIVETICKER). Die Füchse Berlin empfangen im Spitzenspiel den SC Magdeburg (ab 19 Uhr im LIVETICKER) und im Abstiegskampf muss Balingen nach Erlangen reisen (ab 19 Uhr im LIVETICKER).

  96. Titel verteidigt, Rekord geknackt: Außenseiter Frisch Auf Göppingen hat zum vierten Mal den EHF-Cup gewonnen. Die Schwaben besiegten die favorisierten Füchse Berlin im deutschen Finale mit 30:22 (15:13) und verteidigten ihren Titel erfolgreich. Es war der 13. deutsche Erfolg im EHF-Cup in 14 Jahren.

    Göppingen kürte sich mit dem Triumph in eigener Halle zum Rekord-Titelträger, denn schon in den Jahren 2011 und 2012 hatten sie den "kleinen Europacup" geholt. Zudem rettete das Team von Trainer Magnus Andersson ein Stück weit die Ehre der Bundesliga, die beim Final Four in der Champions League erstmals nur Zuschauer sein wird.

    Kaufmann trifft nach Belieben 

    Überragender Spieler beim abstiegsgefährdeten Liga-Zwölften war Lars Kaufmann. Der Weltmeister von 2007 traf zeitweise nach Belieben und avancierte mit acht Treffern zum besten Torschützen. Aufseiten der Berliner, die ihren zweiten EHF-Titel nach 2015 verpassten, traf Petar Nenadic am häufigsten (7 Tore).

    Den dritten Platz sicherte sich der SC Magdeburg durch ein 32:31 (27:27/13:12) nach Siebenmeterwerfen gegen den französischen Klub St. Raphael Handball. Bester Schütze war Linksaußen Yves Grafenhorst mit zwölf Treffern. Die Entscheidung fiel beim fünften und letzten Siebenmeter der Franzosen, den SCM-Keeper Jannick Green entschärfte.

    Göppingen, das sich im Halbfinale am Samstag mit 33:29 gegen Magdeburg durchgesetzt und dem SCM damit wettbewerbsübergreifend die erste Niederlage nach 22 Spielen beigebracht hatte, profitierte im Endspiel von den vielen technischen Fehlern der Füchse. Zudem entschärfte Keeper Primoz Prost vor allem im zweiten Abschnitt wichtige Bälle.

    Berlin, das im Halbfinale noch mit 35:24 gegen St. Raphael gewonnen hatte, erwischte zwar den besseren Start in die Partie und führte schnell mit 5:2. Doch Göppingen kämpfte sich angepeitscht von seinen lautstarken Fans regelrecht in die Partie und übernahm nach 20 Minuten das Zepter. Selbst Füchse-Keeper Silvio Heinevetter konnte sein Team mit einigen sehenswerten Paraden nicht im Spiel halten.

    Im zweiten Abschnitt verloren die Füchse immer mehr den Faden. Der Bundesliga-Vierte agierte fahrig und kam gegen die aggressive Göppinger Deckung kaum noch zum Abschluss. Spätestens beim 28:20 fünf Minuten vor dem Ende knallten die ersten Sektkorken bei den Frisch-Auf-Fans.

    Das Finale im Stenogramm:

    FA Göppingen - Füchse Berlin 30:22 (15:13)
    Tore: Kaufmann (8), Schiller (6), Fontaine (4), Pfahl (3), Schöne (3), Kneule (2), Sesum (2), Spaäth (2) für Göppingen - Lindberg (7), Nenadic (7), Fäth (3), Elisson (2), Gojun (1), Kozina (1), Wiede (1) für Berlin
    Zuschauer: 4500