Handballnews

Alle aktuellen Nachrichten aus DKB Handball-Bundesliga. News, Ergebnisse und Tabellen aus der besten Handball-Liga der Welt.
  1. Superstar Mikkel Hansen (31) ist neuer Welthandballer. Nach 2011 und 2015 erhielt der dänische Rückraumspieler die Auszeichnung vom Weltverband IHF zum dritten Mal. Bei den Frauen gewann die Rumänin Cristina Neagu zum vierten Mal die Wahl. Dies teilte die IHF am Montag mit. 

    Hansen hatte die dänische Nationalmannschaft im Januar als bester WM-Torschütze mit 72 Treffern zum Titel geführt. Der Spieler vom französischen Top-Klub Paris St. Germain war zudem zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt worden. Vor Hansen war bei den Männern einzig Nikola Karabatic drei Mal (2007, 2014, 2016) erfolgreich.

    Bei den Frauen wurde mit Neagu von CSM Bukarest erstmals eine Sportlerin zum vierten Mal (nach 2010, 2015, 2016) gewählt. Einzige deutsche Welthandballer waren bislang Daniel Stephan (1998) und Torhüter Henning Fritz (2004) bei den Männern sowie Nadine Krause (2006) bei den Frauen. Im vergangenen Jahr war die prestigeträchtige Auszeichnung für 2017 aufgrund der geringen Wahlbeteiligung nicht vergeben worden.

  2. Nationalspieler Kai Häfner wechselt zur Bundesliga-Saison 2020/21 zur MT Melsungen und erhält dort einen Vertrag bis 2023. Der Europameister von 2016 spielt derzeit noch beim Ligakontrahenten TSV Hannover-Burgdorf.

    Sollten sich beide Vereine einigen, könnte Häfner auch schon früher wechseln. "Wir sind an einer entsprechenden Lösung interessiert, aber es liegt nicht allein in unserer Macht", sagte MT-Vorstand Axel Geerken.

    Häfner mit Gedanken noch in Hannover 

    "Mit der MT habe ich zwar schon jetzt einen Vertrag geschlossen, aber gedanklich beschäftige ich mich noch nicht näher mit meinem künftigen Verein. Wenn es dann soweit ist, freue ich mich natürlich darauf, auf die Jungs zu treffen, mit denen ich auch schon einige Zeit in der Nationalmannschaft zusammenspiele", sagte Häfner. In Melsungen stehen bereits die früheren Europameister Julius Kühn, Tobias Reichmann und Finn Lemke unter Vertrag.

    Häfner (29) hat bisher 74 Spiele für Deutschland bestritten und 158 Tore erzielt. Mit der Nationalmannschaft wurde der Rückraumspieler bei der WM 2019 Vierter.

  3. Bundesligist SC Magdeburg verstärkt sich für die kommende Saison mit Kreisläufer Erik Schmidt. Der Europameister von 2016 wechselt im Sommer vom Liga-Konkurrenten Füchse Berlin zum Traditionsklub und unterzeichnete beim SCM einen Einjahresvertrag bis 2020.

    "Erik kennt die Bundesliga seit vielen Jahren, bringt internationale Erfahrung mit und wird somit kaum Anpassungsschwierigkeiten in Magdeburg haben", sagte Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert: "Er wird sich mit Zeljko Musa und Moritz Preuss hervorragend ergänzen und insbesondere im Innenblock mit seinen 2,04 Meter für mehr personelle Alternativen sorgen."

    Schmidt hat in bislang 38 Spielen für die deutsche Nationalmannschaft 40 Tore erzielt und stand im erweiterten Kader für die Handball-WM 2019. "Ich möchte mich ausdrücklich bei den Füchsen Berlin bedanken, die meinem Wechselwunsch entsprochen haben", sagte Schmidt.

    Füchse verpflichten Ziemer und Müller

    Während Schmidt die Berliner verlassen wird, wechseln Torhüter Martin Ziemer (Hannover) und Rückraumspieler Michael Müller (Melsungen) zur kommenden Saison zum Hauptstadt-Klub. 

    "Wir sind mit der Platzierung in dieser Saison nicht zufrieden. In der neuen Saison wollen wir einiges ändern und besser machen. Deshalb war uns klar, das wir in der Mannschaftszusammenstellung Veränderungen vornehmen müssen", begründete Manager Bob Hanning die Personalwechsel. Müller erhält einen Zwei-Jahres-Vertrag, Ziemer einen Ein-Jahres-Kontrakt plus Option auf ein weiteres Jahr.

  4. DHB-Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen hat in der Handball-Bundesliga Platz drei in der Tabelle gefestigt.

    Das Team von Trainer Nikolaj Jacobsen gewann beim TBV Lemgo Lippe 25:23 (10:11) und hat nun 40:8 Punkte auf dem Konto. 

    Beste Werfer der Gäste waren Kreisläufer Jannik Kohlbacher und Regisseur Andy Schmid mit je fünf Toren, für Lemgo traf Nationalspieler Tim Suton siebenmal.

    Dem VfL Gummersbach half dagegen auch der kürzlich vollzogene Trainerwechsel von Denis Bahtijarevic zu Torge Greve nicht.

    Der Traditionsklub verlor sein Heimspiel gegen GWD Minden mit 20:25 (8:14) und hat nach wie vor lediglich einen Punkt Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.

    Auf dem bleibt die SG BBM Bietigheim nach dem 19:28 (8:10) gegen den TVB Stuttgart. Auch im vierten Sonntagsspiel gab es eine Heimniederlage, die HSG Wetzlar verlor gegen den HC Erlangen mit 27:28 (10:10).

    Tabellenführer bleibt der allein noch ungeschlagene Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt (46:0 Punkte) vor Rekordmeister THW Kiel (42:6).

  5. Die Bergischen Löwen haben in der Bundesliga ihr Gastspiel bei Frisch Auf Göppingen mit 30:27 (15:11) gewonnen und sich in der Tabelle an Göppingen vorbei auf Platz sieben vorgeschoben.

    Die Gastgeber mit ihren Nationalspielern Sebastian Heymann und Marcel Schiller liefen von Beginn an einem Rückstand nach und scheiterten immer wieder in aussichtsreicher Position an Löwen-Torhüter Bastian Rutschmann. 

    Der frühere Göppinger Rutschmann hatte den Vorzug vor Christopher Rudeck erhalten, der am vergangenen Samstag im Länderspiel gegen die Schweiz in Düsseldorf sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft gegeben hatte.

    Erfolgreichster Werfer der Bergischen Löwen war Rückraumspieler Kristian Nippes mit sechs Toren, für Göppingen traf Schiller achtmal, davon dreimal vom Siebenmeterpunkt.

  6. Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt hat in der Handball-Bundesliga auch sein 23. Saisonspiel gewonnen und damit seine Verfolger auf Distanz gehalten. Die Flensburger setzten sich am Donnerstagabend 33:28 (17:13) bei TSV Hannover-Burgdorf durch und führen die Tabellen mit 46:0 Punkten weiter souverän an. 

    Der Tabellenzweite THW Kiel (42:6) beim 27:22 (10:10) gegen den SC DHfK Leipzig und die drittplatzierten Rhein-Neckar Löwen (38:8) beim 31:21 (15:13) gegen die HSG Wetzlar gaben sich ebenfalls keine Blöße. Beide dürfen aber nur noch auf den Titel hoffen, wenn Flensburg kapital einbricht. 

    Vierter bleibt der SC Magdeburg (38:10) nach einem 35:26 (18:10) gegen die Eulen aus Ludwigshafen. Im direkten Duell um Platz fünf zog MT Melsungen durch ein 26:22 (12:8) nach Punkten mit den Füchsen Berlin (beide 30:18) gleich. 

    Überragender Spieler bei den Flensburgern war der dänische Weltmeister Rasmus Lauge mit elf Treffern. Auch Andy Schmid, Schweizer Spielmacher der Löwen, kam beim Kantersieg über Wetzlar zu elf Toren. 

  7. Bob Hanning war sauer. Und wie es nun mal so seine Art ist, zeigte er das auch ganz unverblümt. "Das war keine genügende Leistung, das war zu wenig", sagte der Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB) nach dem 27:29 (10:9) der neuformierten Nationalmannschaft gegen die Schweiz.

    Neue Spieler, viele Wechsel, die Abwesenheit einiger Stammkräfte, für Hanning vier Wochen vor den beiden wichtigen EM-Qualifikationsspielen gegen Polen kaum ausreichende Argumente: "20 Gegentore in einer Halbzeit sind viel zu viel. Natürlich müssen wir testen, aber wir brauchen auch Resultate." 

    Nun gab es ja durchaus ein Resultat, aber mit dem konnten Bundestrainer Christian Prokop und seine Mannschaft ebenso wenig zufrieden sein wie die 11.593 Zuschauer im ausverkauften Düsseldorfer ISS Dome.

    Nationalmannschaft hat große Probleme im Angriff

    Gegen die Schweiz mit ihrem überragenden Spielmacher Andy Schmid kam vor allem der deutsche Angriff überhaupt nicht zum Zug, es fehlte ein Vollstrecker aus dem Rückraum, die Außen "verhungerten", die Kreisläufer wurden von der robusten gegnerischen Abwehr konsequent festgemacht. "Im Angriff haben wir uns das Leben doch sehr schwer gemacht", sagte Prokop.

    Dennoch hatte der Bundestrainer "einige positive Erkenntnisse" gewonnen.

    Die Abwehr um Deutschlands Handballer des Jahres Patrick Wiencek habe "ihre gute Leistung von der WM rübergerettet", und von seinen vier Debütanten habe ihm speziell Rückraumspieler Sebastian Heymann "sehr gut gefallen". Der 21-jährige Göppinger könnte wie Rekonvaleszent Julius Kühn, der vor der Partie nachträglich für sein 50. Länderspiel geehrt wurde, ein Mann für die leichten Tore werden. In Düsseldorf traf der in der zweiten Hälfte eingesetzte Heymann dreimal.

    Debütant Rudek im Stich gelassen - Wolff hat Mitleid

    Nicht optimal lief es für die ebenfalls erstmals nominierten Timo Kastening (Hannover), Johannes Golla (Flensburg) und Christopher Rudeck (Bergischer HC). Kastening bekam auf Rechtsaußen kaum einen Ball richtig zu fassen, Kreisläufer Golla bewies sich zumindest als zupackender Abwehrspieler, und Torhüter Rudeck stand nach der Pause noch gar nicht richtig im Kasten, da hatte es hinter ihm schon viermal eingeschlagen.

    "Es ist unglücklich für Rudi, dass ihn in seinem ersten Länderspiel die Abwehr so im Stich lässt", sagte Andreas Wolff, der eine höhere Niederlage verhinderte und den entnervten Rudeck zehn Minuten vor dem Ende wieder ablöste.

    Noch ein Monat bis zur EM-Quali gegen Polen

    Prokop hat nun einen Monat Zeit, um seine Mannschaft auf die  EM-Qualifikation gegen Polen am 10. April in Gleiwitz und am 13. April in Halle/Westfalen vorzubereiten. Dann kann der Bundestrainer auf jeden Fall wieder auf sein Stammpersonal um Kapitän Uwe Gensheimer zurückgreifen. Der Weltklasse-Linksaußen fehlte in Düsseldorf, er war bei seinem Verein Paris St. Germain geblieben, da die Partie gegen die Schweiz nicht Teil des offiziellen Wettkampfkalenders war. 

    Den durch die grandiose Heim-WM in Scharen dazugewonnenen Fans war, so schien es, die Niederlage in Düsseldorf fast ein bisschen egal, sie konnten von ihren Lieblingen gar nicht genug kriegen. Die Partie war längst aus, das Licht in der Halle erloschen, da standen Prokop und seine Spieler noch immer in einer Menschentraube, schrieben Autogramme und posierten für Selfies.

    "Die Fans sind echt der Hammer", sagte Prokop: "Dafür möchten wir uns auch herzlich bedanken." Am besten demnächst wieder mit einem Sieg. Auch Halle/Westfalen ist längst ausverkauft.

  8. Viele neue Gesichter, ein paar altbekannte Probleme und am Ende ein 27:29 (10:9) gegen die Schweiz: Die deutschen Handballer sind mit einer Niederlage ins Länderspieljahr 2019 gestartet.

    Vor 11.300 Zuschauern im ausverkauften Düsseldorfer ISS Dome war Rückraumspieler Franz Semper (Leipzig) mit vier Treffern der erfolgreichste deutsche Werfer. Für die Schweiz erzielte Andy Schmid vom DHB-Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen acht Tore.

    Im Duell mit einem Gegner, dessen einziger Spieler von Weltklasseformat Regisseur Schmid ist, tat sich die deutsche Mannschaft schwer. Zwar stand die Abwehr um Deutschlands Handballer des Jahres Patrick Wiencek wie gewohnt sehr sicher, doch vor dem Tor der Schweizer lief nicht viel zusammen. An der ebenfalls sehr konsequenten gegnerischen Deckung bissen sich die deutschen Angreifer die Zähne aus, kamen sie einmal frei zum Wurf, verzogen sie den Ball oder scheiterten am guten Schweizer Torhüter Aurel Bringolf.

    Debütant in Startformation

    Prokop gab vielen jungen Spielern eine Bewährungschance, in Abwesenheit der Stammkräfte Uwe Gensheimer, dessen Kapitänsbinde Fabian Böhm trug, sowie Jannik Kohlbacher, Steffen Weinhold, Patrick Groetzki oder Silvio Heinevetter standen die Debütanten Timo Kastening (Hannover), Johannes Golla (Flensburg), Christopher Rudeck (Bergischer HC) und Sebastian Heymann (Göppingen) auf der Platte. Rechtsaußen Kastening gehörte zur Startformation, durfte die ersten 30 Minuten durchspielen und erzielte zwei Tore. Heymann traf dreimal, Golla einmal.

    Eine Bank in der ersten Hälfte des Spiels war Torhüter Andreas Wolff, der dafür Sorge trug, dass Deutschland nicht beizeiten in Rückstand geriet. Dem Kieler gelang sogar sein zehntes Länderspieltor zum zwischenzeitlichen 5:2. In der Halbzeit machte Wolff absprachegemäß zunächst Platz für Rudeck, kehrte aber zehn Minuten vor dem Ende der Partie wieder zwischen die Pfosten zurück. Auch Kreisläufer Golla und Rückraumspieler Heymann bekamen nach dem Seitenwechsel ihre erste Bewährungschance im Nationaltrikot.

    Deutschland startet schwach in zweite Hälfte

    Das Zusammenspiel in der Offensive wurde dadurch nicht besser. Zu wenig Tempo, fehlende Abstimmung im Positionsangriff, kaum Gegenstöße, und wenn doch einmal ein deutscher Spielzug aussichtsreich vor das Schweizer Tor führte, war Keeper Bringolf zur Stelle. Nach dem Seitenwechsel blieb Deutschland fast sechs Minuten ohne Torerfolg, die Schweizer machten aus einem 9:10-Rückstand zur Pause eine 13:10-Führung.

    Die deutsche Mannschaft steckte dennoch nicht auf, der kämpferische Einsatz war hervorragend. Das Spiel wurde zunehmend hektischer und zerfahrener, keine der beiden Mannschaften schaffte es, sich entscheidend abzusetzen. Dennoch hatte die Schweiz immer wieder die Nase vorn, ging in der 50. Minute (22:19) wieder mit drei Toren in Führung und rettete den Sieg schließlich über die Zeit.

    Der Test diente Prokop zur Einstimmung auf die wichtigen Spiele der EM-Qualifikation im April gegen Polen. Das Hinspiel findet am 10. April in Gleiwitz statt, das Rückspiel am 13. April in Halle/Westfalen.