Da das Ergebnis gegen die HSG (17:31) sowieso so ziemlich für sich spricht, werden wir heute nicht über das Spiel berichten, denn der richtige Schock kam erst nach Spielende ...
Leider müssen wir an dieser Stelle mitteilen, dass Fetti sich entschieden hat als unser Trainer aufzuhören. Er ist der Meinung, wir wären an einem Punkt angekommen, wo er uns nicht mehr weiterbringen könnte. Unter anderem auch, weil wir nicht mehr in der Lage wären, das im Spiel umzusetzen, was er uns sagt und was im Training ja eigentlich auch wunderbar funktioniert. Ob das nun stimmt oder nicht, wissen wohl weder wir noch er ganz genau und das wird uns wohl auch nur die Zeit sagen können. Trotzdem finden wir es sehr schade Fetti als unseren Trainer so mitten in der Saison zu verabschieden. Obwohl „Verabschieden“ vielleicht ein etwas zu großes Wort ist. Denn auch wenn er mit sofortiger Wirkung seinen Trainerjob an den Nagel gehängt hat, so wird er uns trotz allem nicht so schnell los! Schließlich wissen wir ja, wo er wohnt! =)

Und daher haben wir auch beschlossen uns lieber an die schöne Zeit mit ihm und an die vielen Dinge, die wir von ihm gelernt haben, zu erinnern und uns dafür zu bedanken.

Vor etwas über fünf Jahren hat sich Fetti der Herausforderung gestellt die Damen II zu trainieren. Und das, obwohl wir damals nur eine Hand voll chaotischer Handballbegeisterte waren, wovon einige noch nie etwas von Spielregeln, Positionen und vor allem Siegen gehört hatten. Aus einigen „alten Hasen“, vereinzelten „Wiedereinsteigern“ und so manchen „Frischlingen“ hat er schon in der ersten Saison eine eingeschworene Mannschaft geformt, die sich zwar im Laufe der Zeit spielertechnisch etwas verändert hat, aber eins blieb doch immer gleich: Der Spaß am Spiel!

Und wurden wir anfangs noch belächelt, dass wir immer nur verloren haben, so konnten wir nach nur einer Saison schon beweisen, was durch Training alles möglich ist. Wir gewannen unsere ersten Spiele und bereits in der vierten Saison seit der Gründung durch Fetti schafften wir mit der Kreisklassenmeisterschaft unseren Aufstieg in die Bezirksklasse.

Und auch unser letztjähriges Saisonziel, der Nicht-Abstieg, wurde erreicht.

Zudem hat Fetti es in den fünfeinhalb Jahren nicht nur geschafft viele aus der ursprünglichen Mannschaft zu halten, er hat sogar zusätzlich noch den ein oder anderen Aussteiger aus der Damen I dazu holen können sowie einige Jugendspieler dazu bewegen können zu uns zu kommen. Selbst einige Vereinsfremde (bzw. fast Fremde) fanden nach und nach alle ihren Weg in die Mannschaft. Außerdem konnten wir uns schon in der Kreisklasse nicht nur über einige „Edel Fans“ freuen, sondern er holte auch auch Hannelore als Zeitnehmerin, Kappeler als Physiotherapeuten und Georg als Betreuer zu uns ins Boot.

Aber nicht nur handballerisch haben wir von unserem Klausi so einiges gelernt, auch so wichtige Sachen wie Teamwork, Kämpfen, Spaß am Spiel und natürlich auch am Feiern und Freude an gutem Essen hat er uns stets näher gebracht. Wobei er vor allem bei den zwei letzteren Sachen immer die tatkräftige Unterstützung seiner Frau hatte. Vielen Dank nochmal an Manu, die uns so oft mit ihrem vielen superleckeren Essen verköstigt und uns mit so einigen gemütlichen bis feucht-fröhlichen Abenden bereichert hat!

Und auch viele weit unwichtigere Sachen haben wir aus den Jahren mit sehr viel guter Laune mitgenommen. Zum Beispiel, dass es schwierig ist in einem 18-Bett-Zimmer zu schlafen, da wohl immer mindestens gefühlte 30 Leute darin schnarchen werden! Dass wir handballerisch weitaus begabter sind als im Singen oder auch im Tanzen! Dass ein letztes Schorle immer noch reingeht und danach dann auch noch ein allerletztes Schorle! Dass man auch mal ein kleines bisschen stolz sein und sich darüber sogar freuen kann, wenn der Trainer eine rote Karte wegen Meckerns bekommt, schließlich hat er nur für uns so böse gegen den Schiedsrichter gewettert! Dass der Trainer, wenn er eine Minute sagt, fünf Minuten meint! Und natürlich das Wichtigste: ein Indianer kennt keinen Schmerz, nur der Häuptling!

Wir hoffen, Fetti behält die Zeit genauso schön, chaotisch, erfolgreich, anstrengend, fröhlich, hier und da vielleicht mal etwas nervend, aber vor allem so glücklich im Gedächtnis, wie sie für uns gewesen ist. Denn alles in allem waren es wirklich tolle fünf Jahre mit ihm! Aber es geht nun mal alles irgendwann zu Ende. Und so verabschieden wir uns heute von Fetti als unseren Trainer und feiern nächste Woche nach unserem Herbolzheim-Spiel mit ihm als Freunde.

Danke für alles Fetti!

Deine Damen II oder FCB – Fettis chaotische Ball_erinas.