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Wenn wir könnten, wie wir wollten...

Unser erstes Spiel diese Saison - endlich ging es los! Und das gleich gegen alte Bekannte, spielte man doch noch vor 2 Jahren gegeneinander um die Meisterschaft in der Kreisklasse, so hat es Oberhausen - neben Herbolzheim – diese Runde als zweiter Aufsteiger in die Bezirksklasse geschafft.

Trotz 4 ½ Ausfällen – Bibi ließ sich in der Türkei die Sonne auf den Bauch strahlen, Lisa erholte sich gerade von einer Krankheit und war somit verdammt mit Nathalie, die wegen ihrem Knie nicht spielen konnte, das Geschehen von der Bank aus mitanzusehen, Krisi musste uns diesmal von der Arbeit aus die Daumen drücken und Kappla konnte wegen eines THW-Einsatzes erst zur zweiten Halbzeit dazukommen – gingen wir voll Zuversicht und Ehrgeiz in dieses Spiel.

Und zwar für genau 10 Minuten...dann kamen so langsam die ersten leisen Zweifel angeschlichen. Wir standen wie eine Eins in der Abwehr, wir rannten, wir spielten, wir kämpften und wir warfen...daneben!

Es war zum Verrückt-werden! Von links, von rechts, aus der Mitte, frei, bedrängt oder auch aus der zweiten Reihe - selbst zwei 7-Meter; wir haben den Ball einfach nicht ins Tor bekommen. Und so hat es Oberhausen geschafft immer mit 1-2 Toren die Führung zu halten, und schließlich - trotz unserer guten Abwehrleistung – mit 7:5 (nach etlichen Fehlversuchen gelang es uns dann schließlich drei Kontertore und zwei Siebenmeter zu verwandeln) in die Halbzeit zu gehen.

In der Pause machte uns Fetti Mut und erklärte, dass wir uns im Moment nur selbst im Weg stehen würden auf dem Weg zum Sieg und niemand sonst. Und dann sagte er das, was wir alle schon allein herausgefunden hatten: „Ihr spielt gut, aber ihr müsst halt auch mal dieses blöde Tor treffen!“

Und in der zweiten Halbzeit trafen wir und wie wir trafen...Latte, Pfosten und nochmal Latte. Da hätte sich Fetti wohl etwas präziser Ausdrücken sollen.

Gleich in den ersten fünf Minuten schafften wir vier mal hintereinander Konter zu laufen. Soweit, so gut! Zuerst lief Doro frei aufs gegnerischer Tor, sie warf und traf die Latte, dann kam Celine, Schuss und Pfosten, als drittes erkämpfte sich Anna den Ball und marschierte souverän aufs Tor um den Ball dann genauso souverän an die Latte zu hauen. Und so gelang es Oberhausen noch ein Tor weiter in Führung zu gehen, so dass es 9:6 stand. Wenn es nicht so traurig gewesen wäre, wäre es fast schon lustig gewesen. Und da machte es bei uns Klick. Anstatt uns, wie zuvor aufzuregen und uns darüber zu ärgern, fingen wir an es mit Humor zu nehmen und mussten uns hier und da fast noch ein Lachen verkneifen. Aber genau das half. Denn schon der 4. Tempogegenstoß traf zumindest mal den Torwart, wir kamen unserem Ziel also schon näher! Und dann platzte endlich der Knoten! Die nächsten zehn Minuten spielten wir völlig befreit auf. Im Grunde hatte sich nichts an unserem Spiel geändert, bis auf eine Kleinigkeit - eine entscheidende Kleinigkeit: Endlich verwandelten wir unsere Chancen! Und so gingen wir das zweite Mal, nach ca. 40 Minuten wieder in Führung mit einem 9:10.

Doch so leicht gaben die Oberhausenerinnen nicht auf. Sie drehten noch mal richtig auf und gaben alles und schafften es sogar auf ein 13:10 wegzuziehen. Aber nun hatten wir Blut geleckt. Auch wenn wir fast das ganze Spiel hinten gelegen hatten, haben wir nicht für eine Sekunde aufgegeben oder uns das Spiel aus der Hand nehmen lassen und so erkämpften wir uns mit unseren letzten Reserven (durchs viele Treppen-laufen - wir verfluchen dich, Fetti! - und Sprinttraining vorhanden) nochmal in den letzten fünf Minuten ein 13:13.

Und dann kam uns endlich auch mal das berühmte Glück entgegen, dass uns bei den ganzen Pfosten- und Lattentreffern gefehlt hat. Die Gegner verstolperten einen Konter, bei ihrem nächsten Angriff schaffte es ihr Rechtsaußen zwar frei vor's Tor zu kommen, aber Larissa parierte und hielt uns so im Spiel. Dann zogen wir in der letzten Minute noch einen alles entscheidenden 7-Meter, den Stephi - mit Nerven aus Drahtseilen - eiskalt über den Torwart gelupft hatte und uns mit diesem Siegtor zu einem Endergebnis von 13:14 führte.

In den ersten Minuten nach dem Spiel fiel es sowohl uns, als auch Oberhausen und vor allem unseren mitgereisten Fans schwer, überhaupt zu begreifen, dass wir soeben gewonnen hatten. Und es kam zu den unterschiedlichsten Emotionen.

Waren die Gegner zurecht enttäuscht und auch wütend, da sie kämpferisch gesehen mindestens ein Unentschieden verdient hätten, so gingen unsere Gefühle vom ungläubigen Staunen, zur puren Erleichterung, weiter zu heiteren Lachattacken, wie man so ein Spiel verzapfen kann, bis hin zur schieren Freude darüber, dass man, dank kämpferischer Leistung auch mal an einem Tag mit schlechter Trefferquote siegen kann.

Bei unseren Fans hingegen gingen die Emotionen doch bisweilen arg auseinander. Waren sie zwar alle sowohl erleichtert, als auch unglaublich froh, dass wir diese Partie doch noch drehen konnten, so schwankten die einen nahe am Herzinfarkt wegen den letzten Minuten (gell Claudi??), während die anderen blanke Mordlust in den Augen stehen hatten, da sie uns zwischendurch wohl mal am liebsten gepackt und kräftig durchgeschüttelt hätten, nach dem ein oder anderem Fehlwurf. Aber nach den ersten paar Schockmomenten und der Erkenntnis, dass wir nun doch wirklich noch gewonnen hatten, haben sich alle (fast) vorbehaltlos mit uns über die zwei gewonnenen Punkte gefreut.

Wir wollen allen mitgereisten Fans danken für ihre Unterstützung! Eure immer andauernde Motivation hat uns während dem ganzen Spiel den Kopf oben halten lassen. Und ein ganz besonderes Danke an unsere zwei Ehrenfans an diesem Tag: Claudi, die extra später nach Würzburg gefahren ist, um unser Spiel anzusehen und Georg, unser Geburtstagskind, der am Tag zuvor noch seinen Dreizehntunddreißigsten Jahrestag gefeiert hat! Noch einmal Herzlichen Glückwunsch!

Wir hoffen, dass wir auch am 9.10. in heimischer Halle gegen Zähringen 2 wieder so zahlreich und lautstark von unseren Fans unterstützt werden und vielleicht da dann schon unseren nächsten Sieg zusammen feiern können. Wir werden auf jeden Fall wieder bis zum Schluss kämpfen.

Eure Damen II

Tore: Dorothea Meier 1, Celine Rolke 3, Sophia Welz 2, Sölvi Ruder 3/2, Anna Wissert 3, Stephanie Jost 2/2

Gehaltene 7-Meter: Larissa Müller 1

Info: Der erste Absteiger steht inzwischen fest, da Weil bereits zurückgezogen hat.

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